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London Boulevard
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Regie
William Monahan
Drehbuch
William Monahan
Produzenten
Quentin Curtis, Tim Headington, Graham King, William Monahan
Genre Thriller FSK 16 Filmlänge 103 min Land USA, Großbritannien Kinostart 01.12.2011 DVD-Start 05.04.2012 Blu-ray-Start 05.04.2012 Verleih Senator Film |
Story
Nach drei harten Knastjahren hat der Londoner Gangster Mitchel beschlossen sein zukünftiges Leben mit einem legalen Job zu bestreiten, doch kaum ist er raus, streckt die Unterwelt bereits wieder die Hände nach ihm aus. Mitchel bleibt zunächst standhaft und nimmt einen Job als Leibwächter und Hausangestellter bei der berühmten Jungschauspielerin Charlotte an, deren Londoner Haus von Paparazzi belagert wird. Zwischen den beiden entsteht eine zarte Liebe, doch die dreckige Vergangenheit holt Mitchel schnell ein. Der Gangsterboss Gant versucht ihn mit allen Mitteln für das Verbrechen zurückzugewinnen. Als Mitchel nicht anbeißt eskaliert die Situation, denn Gant ist kein Mann, dessen Angebote man ablehnt. Und schon gar nicht mehrfach!
Schauspieler
Colin Farrell, Keira Knightley, David Thewlis, Anna Friel, Ben Chaplin, Ray Winstone, Eddie Marsan, Sanjeev Bhaskar, Stephen Graham, Ophelia Lovibond, Jamie Campbell Bower, Velibor Topic, Lee Boardman
Filmkritik von Melanie Frommholz
Bislang kannten wir William Monahan nur als exzellenten Drehbuchschreiber. Erfolgreiche Storys für Filme wie „Königreich der Himmel“ oder „Der Mann, der niemals lebte“ stammen aus seiner Feder. Die bisherige Krönung seiner Arbeit war sicherlich der gewonnene Drehbuch-OSCAR für „Departed - Unter Feinden“. Mit „London Boulevard“ betritt der Amerikaner nun Neuland und schrieb nicht nur das Drehbuch, sondern führte auch erstmals Regie und fungierte als Produzent. Das Ergebnis ist eine durchgestylte und coole Gangstergeschichte mit passendem Soundtrack, die leider genau dort Schwächen hat, wo man sie bei einem Mann wie Monahan zuletzt erwarten würde: beim Drehbuch. Die Geschichte des scheinbar geläuterten, smarten Häftlings der ein neues Leben beginnen will und von seiner Vergangenheit eingeholt wird, ist eine gute Story und in der Tradition britischer Thriller optisch einwandfrei inszeniert. William Monahan schafft einen spannenden und facettenreichen Mikrokosmos aus Drogen und Gewalt, Rache und Sex, den er mit durchgeknallten Figuren und unberechenbaren bunten Vögel bevölkert. „London Boulevard“ ist beileibe nicht nur dumpfe Gewalt und hohles Zusammenschlagen, dennoch kann man auf Dauer nicht ignorieren, dass dem Handlungsverlauf ein Mehr an dramaturgischer Klarheit und ein Weniger an Coolness gut gestanden hätte. Manche Zusammenhänge erschließen sich einfach nicht und aufwändig eingeführte Figuren, wie Mitchels Schwester Briony oder der korrupte Cop Bailey erfüllen im Fortgang der Geschichte keinen wirklichen Zweck. Der Schluss ist da konsequenter, bietet aber nur kleinere Überraschungen und kommt über ein solides Ende nicht hinaus.
William Monahan hat sich bei seinem Debüt als Regisseur und Produzent leider mit der Dreifachbelastung übernommen und genau dort Federn gelassen, wo seine vermeintliche Stärke liegt. Schade, am prominent besetzten und gut spielende Cast liegt es jedenfalls nicht, dass man das Kino nach „London Boulevard“ nur mit verhaltener Begeisterung verlässt.
Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von Ken Bruen.