In guten Händen

Hysteria

Filmplakat In guten Händen
Regie Tanya Wexler  Drehbuch Stephen & Jonah Lisa Dyer  Produzenten Sarah Curtis, Judy Cairo, Tracey Becker 
Genre Komödie  FSK 12  Filmlänge 99 min
Land Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Luxemburg  Kinostart 22.12.2011  DVD-Start 18.05.2012  Blu-ray-Start 18.05.2012  Verleih Senator Film

Story

Im späten 19. Jahrhundert hat die viktorianische Prüderie ihren Höhepunkt erreicht, was vor allem Hysterie- und Frauen-Experte Dr. Robert Dalrymple mit großer Freude erfüllt. Dieser hat es in seiner Praxis in London nämlich mit einer stetig steigenden Anzahl von Patientinnen zu tun, die alle auf seine außergewöhnliche Behandlungsmethode schwören: die unter Hysterie leidenden Frauen werden von ihm an intimer Stelle massiert, bis sie sich gänzlich entspannen. Dr. Robert Dalrymple hat im wahrsten Sinne des Wortes so viele Hände voll zu tun, dass er sich mit dem jungen Arzt Mortimer Granville sogar einen Gehilfen in die Praxis holt. Dieser wird jedoch schon bald von schlimmen Krämpfen in beiden Händen heimgesucht und sieht sich daher dazu gezwungen, sich eine alternative Behandlungsmethode auszudenken. Zusammen mit seinem alten Freund und Wissenschaftler Edmund St. John-Smythe sucht er fieberhaft nach einer schnellen Lösung. Die Miteinbeziehung der Elektrizität führt die beiden leidenschaftlichen Tüftler schließlich bis zur Erfindung des Vibrators…

Schauspieler

In guten Händen Maggie Gyllenhaal, Hugh Dancy, Rupert Everett, Jonathan Pryce, Felicity Jones, Ashley Jensen, Sheridan Smith, Dominic Borrelli, Anna Chancellor, Kim Criswell, Elisabet Johannesdottir, Kate Linder, Teresa Mahoney

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 4 von 5 Ms In guten Händen Dass die Kluft zwischen Frauen und Männern groß ist, weiß die Menschheit schon seit jeher. In ihrer Komödie „In guten Händen“ fühlt Regisseurin Tanya Wexler dieser Tatsache im London des ausgehenden 19. Jahrhunderts nach, wo viele Frauen unter der schlimmen Krankheit Hysterie litten – wodurch wiederum die Männer Schmerzen dulden mussten. Schlaflose Nächte, Müdigkeit, Erschöpfung, Melancholie - was heute mehr oder minder Alltag ist und worüber sich kaum eine Frau noch weiter den Kopf zerbricht, galt im viktorianischen England tatsächlich als schwere Krankheit, die sogar von speziellen Fachärzten behandelt wurde. Auf wahren Tatsachen basierend, erzählt uns Tanya Wexler mit viel großartigem Humor von den Ereignissen und bereitet die damals angewandte Behandlungsmethode genauso absurd-komisch auf, wie sie klingt: die Ärzte verpassten den kranken Damen eine behagliche, ölige und bis zur Entkrampfung führende Intimmassage, die schließlich zu der Erfindung des Vibrators führte.

Aus diesem schon sensationell klingenden Stoff, formte Tanya Wexler eine großartig lustige Komödie, die ebenso von dem Talent der Schauspieler lebt wie von dem treffsicheren Wortwitz, den die Drehbuchschreiberlinge Stephen und Jonah Lisa Dyer punktgenau in ihren Dialogen platzierten, und den besonders gezeichneten, ganz eigensinnigen Figuren. Die grundsätzlichen Themen, die „In guten Händen“ behandelt werden, haben auf der Leinwand schon häufig einen Platz gefunden, doch die gute Vermengung altbekannter Handlungselemente mit oben genannten Pluspunkten macht aus „In guten Händen“ letztlich einen wunderbar unterhaltenden Historienfilm, wie wir ihn im Kino schon lange nicht mehr erleben durften. Mit eingestaubter Geschichtslehrstunde hat der dritte Spielfilm der Regisseurin jedenfalls nur wenig gleich. Das Unterhaltungsrad läuft lustig-leicht durch das späte 19. Jahrhundert und hat dabei jede Menge Lehrreiches und Komisches zu erzählen. Einzig der Romantikfaktor kommt angesichts des doch gegebenen Romantikpotentials der Komödie etwas zu kurz. Aus dem einen oder anderen Techtelmechtel hätte man bestimmt mehr herausholen können, was viele weibliche Kinogängerinnen mit Sicherheit gefreut hätte.

Wissenswertes

In guten Händen "In guten Händen" ist der dritte Spielfilm von Regisseurin Tanya Wexler.



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