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Coco Chanel & Igor Stravinsky
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Regie
Jan Kounen
Drehbuch
Chris Greenhalgh
Produzenten
Chris Bolzli, Claudie Ossard
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 127 min Land Frankreich, Japan, Schweiz Kinostart 15.04.2010 DVD-Start 29.10.2010 Blu-ray-Start 29.10.2010 Verleih Koch Media |
Story
1913 sieht Coco Chanel Igor Stravinsky das erste Mal. Der russische Komponisten wird bei der Premiere seines Stückes „Le Sacre du Printemps“ gnadenlos vom Publikum in Paris ausgebuht. Erst 1920 begegnen sich die beiden wieder. Coco ist mittlerweile eine gefeierte und reiche Modeschöpferin in Paris und bietet Stravinsky und seiner Familie an, zu ihr in ein Haus auf dem Land, unweit von Paris, zu ziehen. Igor, der mit seiner kranken Frau und seinen vier Kinder in ärmlichen, beengten Verhältnissen lebt, nimmt das Angebot an. Schon bald bemerkt Stravinskys Frau Katja, dass Igor nicht nur wieder kreativer und erfolgreicher arbeitet, sondern dass zwischen ihm und ihrer Gastgeberin mehr vor sich geht als reine Freundschaft.
Schauspieler
Anna Mouglalis, Mads Mikkelsen, Elena Morozova, Natacha Lindinger, Grigori Manoukov, Radivoje Bukvic, Nicolas Vaude, Clara Guelblum, Maxime Daniélou, Sophie Hasson, Nikita Ponomarenko
Filmkritik von Melanie Frommholz
Kurz und heftig soll die Affäre gewesen sein, die die bekannte Modeschöpferin und Erfinderin des „Kleinen Schwarzen“ Coco Chanel und der russische Komponist Igor Stravinsky hatten. Der niederländische Regisseur Jan Kounen macht nach einem Drehbuch von Chris Greenhalgh aus der Geschichte einen ruhigen Film, der besonders durch seine ästhetischen Bilder besticht. Der dialogarme Streifen baut dabei ganz auf das Charisma seiner Hauptdarsteller Anna Mouglalis und Mads Mikkelsen, die durchaus überzeugend in der Lage sind mit Blicken mehr zu sagen als mit Worten. „Coco Chanel & Igor Stravinsky“ beginnt verheißungsvoll und dynamisch mit der Skandalpremiere von Stravinskys „Le Sacre du Printemps“. Die sich entspinnende Amour fou zwischen den beiden Kreativen prickelt zu Beginn heftig und lässt im weiteren Verlauf auf starke Szenen hoffen. Leider verlässt sich „Coco Chanel & Igor Stravinsky“ dann aber zu sehr auf seine stilistisch schönen, ruhigen Bilder und auf nackte Haut. Das Drehbuch bietet in der Folge in punkto Handlung zu wenig Tiefe. Die Dreiecksgeschichte zwischen Coco Chanel, Igor Stravinsky und dessen Frau plätschert dahin und hält wenig Höhepunkte bereit. Chanels Vorreiterrolle als moderne Frau wird ebenso wenig akzentuiert wie die Exzentrik von Stravinsky. Dass die Beiden in Leidenschaft zueinander entbrennen, kann der Zuschauer zwar, dank offenherziger Sexszenen, sehen, doch was die Beziehung für beide bedeutet, was sie zueinander hinzog, bleibt ebenso im Dunkeln wie die Dramatik um die gehörnte Ehefrau nur angerissen wird. Diese Drehbuchschwäche vermögen auch Anna Mouglalis und Mads Mikkelsen durch Ausdruckstärke nicht aufzufangen. Letztlich bleibt Jan Kounen mit seinem Film an der schön anzusehenden Oberfläche der Dinge stehen und thematisiert zu wenig die emotionalen Abgründe und Leidenschaften seiner Figuren.
Chris Greenhalgh lieferte für den Film nicht nur die Romanvorlage sondern auch das Drehbuch. 