I'm not a F**king Princess

My Little Princess

Filmplakat I'm not a F**king Princess
Regie Eva Ionesco  Drehbuch Eva Ionesco, Marc Cholodencko, Philipp le Guay  Produzent François Marquis 
Genre Drama  FSK 12  Filmlänge 106 min
Land Frankreich  Kinostart 27.10.2011  DVD-Start 27.04.2012  Verleih X-Verleih

Story

Paris in den 1970er Jahren. Die Künstlerin Hannah lebt in chaotischen und nicht gerade wohlhabenden Verhältnissen, als sie ihre Tochter Violetta als Objekt ihrer Kunst entdeckt. Sie beginnt sie opulent herauszuputzen und in lolitahaften Posen zu fotografieren. Ihr Ziel: Endlich Ruhm und Anerkennung in der Pariser Kunstszene. Violetta, bislang bei der Ur-Großmutter aufgewachsen, freut sich zunächst über die ungewohnte Aufmerksamkeit ihrer exzentrischen und sonst ständig abwesenden Mutter. Das Verkleiden macht ihr Spaß, doch mit dem Erfolg werden die Wünsche der Mutter immer extremer. Violetta soll nackt posieren und sich in eindeutig erotischen Posen räkeln. Das Kindeswohl ist Hannah dabei völlig egal, Hauptsache sie bekommt die Aufmerksamkeit. Violetta, mittlerweile in der Schule ein Außenseiter, wehrt sich schließlich gegen ihre Isolation und versucht sich aus der zerstörerischen Umklammerung der Mutter zu lösen…

Schauspieler

I'm not a F**king Princess Isabelle Huppert, Anamaria Vartolomei, Georgetta Leahu, Denis Lavant, Jethro Cave, Louis-Do de Lencquesaing, Pascal Bongard, Anne Benoît, Johanna Degris-Agogue, Déborah Révy, Lou Lesage, Nicolas Maury, Pauline Jacquard, Eve Bitoun

Filmkritik von Melanie Frommholz

Melli vergibt 2 von 5 Ms I'm not a F**king Princess „I'm Not a F**king Princess” – Ein drastischer Titel für eine drastische und verstörende Geschichte. Die Schauspielerin Eva Ionesco verarbeitet in ihrer Regie- und Drehbucharbeit ihre eigenen, schlimmen Kindheitserlebnisse. Noch heute kämpft sie gegen ihre Mutter. Die pornographischen Bilder von ihr als Kind sind in pädophilen Kreisen angeblich immer noch im Umlauf. Man merkt dem Film an, dass er eine Aufarbeitung ist und der verzweifelte Versuch kein Skandalfilmchen zu sein. Sein Sinn erschließt sich jedoch fataler Weise in seiner ganzen Tragweite eigentlich erst, wenn man die Hintergründe der autobiographischen Handlung recherchiert. Eva Ionesco benötigt lange bis sie mit ihrer episodenhaften Herangehensweise im Drehbuch zum Kern der Dinge vorstößt. Zwar stellt „I'm Not a F**king Princess” die richtigen Fragen nach der Gesundheit einer zarten Kinderseele, dem schmalen Grat zwischen Spiel und Ausbeutung und der Verbindung zum heutigen Castingwahn, dennoch verhindert die sprunghafte Inszenierung, dass man den Figuren in dieser Mutter-Tochter-Geschichte emotional nahe kommt. Ionesco gelingt es mit ihrem Drehbuch zu wenig, den Zuschauer in ihre Aufarbeitung mitzunehmen, sie für ihn verständlich zu machen und bleibt gerade in der Analyse der Motive ihrer Figur Hannah oberflächlich. Letztlich setzt sich „I'm Not a F**king Princess“ zu wenig mit den Fragen auseinander, die er stellt und bleibt damit ein zu kalter Blick auf eine zerstörte Kindheit.

Wissenswertes

I'm not a F**king Princess Dem Film liegt die wahre Lebensgeschichte der Filmemacherin Eva Ionesco zugrunde. Ihre Mutter Irina Ionesco, eine Fotografin, fing in den 1970er Jahren an von Eva, die damals vier Jahre alt war, Bilder mit pornografischen Einschlag zu machen und diese als Kunst zu verkaufen. Erst als sie zwölf war, schritt das Jugendamt ein. Ihre Mutter verkaufte die Bilder jedoch weiterhin. Die einen feierten die Bilder als verstörende Kunst und Reflektion der Weiblichkeit, für andere waren sie schlicht Ausbeutung und Missbrauch.

Der Film ist die zweite Regiearbeit und das Drehbuchdebüt der Schauspielerin Eva Ionesco.



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