Spuren des Bösen (TV)

Regie Andreas Prochaska  Drehbuch Martin Ambrosch  Produzenten Josef Aichholzer, Klaus Bassiner, Wolfgang Feindt 
Genre Thriller  Filmlänge 89 min
Land Österreich, Deutschland, 2011  Verleih ORF

Story

Richard Brock ist ein Misanthrop, wie er im Buche steht, wenn es um seinen Job geht. Der Verhörspezialist der Wiener Polizei hat ein Händchen für schwierige Fälle und Menschen, die sich ganz in ihr Inneres geflüchtet haben. Doch er selbst steht vor den Scherben seines Lebens: Den Selbstmord seiner Frau hat er bis heute nicht verwunden und das Schlimmste ist, dass immer wieder Stimmen laut werden, die ihm die Schuld am Freitod seiner Frau geben. Seine Tochter, die Polizistin ist, hat sich mittlerweile völlig von ihrem Vater distanziert und geht ihrer eigenen Wege. Richard Brock ist ein genialer Verhörspezialist – und ein einsamer Mensch.
Eines Tages wird Brock von Stefan Merz, einem hohen Beamten des Innenministeriums, kontaktiert. Er soll Maria Kimminger befragen, die offenbar den Mörder ihrer Schwester gesehen hat. Karin Kimminger war Buchhalterin eines großen Baukonzerns und sollte in einem Bauskandal als Kronzeugin aussagen. Auf ihrem Konto befinden sich unerklärlicherweise Millionen. Als zu Marias Polizeischutz ausgerechnet Richards Tochter abgestellt wird, versucht er alles, um deren Teilnahme am Personenschutz zu verhindern. Doch keiner nimmt den Verhörspezialisten ernst – bis es zur Katastrophe kommt…

Schauspieler

Spuren des Bösen (TV) Heino Ferch, Nina Proll, Erwin Steinhauer, Stefan Kurt, Gerda Drabek, Gerti Drassl, Karl Fischer, Helmuth Häusler, Maria Köstlinger, Gerhard Liebmann, Sabrina Reiter, Silvia Wohlmuth

Filmkritik von Stefanie Rufle

Steffi vergibt 5 von 5 Ms Spuren des Bösen (TV) Es ist die Atmosphäre permanenter Bedrohung, die „Spuren des Bösen“ von Anfang an auszeichnet. Dieser Thriller zerrt an den Nerven und lässt einen im Verlauf der Ereignisse kaum noch durchatmen. Regisseur Andreas Prochaska hat hier ganze Arbeit geleistet und mit der Wahl seines Hauptdarstellers ein sicheres Händchen bewiesen. Heino Ferch überzeugt als verbitterter, vom Leben enttäuschter Verhörspezialist in jedem Augenblick. Er geht auf dem schmalen Grat zwischen einfühlsamem Misanthrop und verbittertem Einzelkämpfer – und strauchelt nicht einmal. Doch auch die anderen Darsteller treiben diesen Thriller dank einer grandiosen Regie permanent auf die Spitze der Ereignisse zu. Sowohl Nina Proll als Brocks ihm nicht eben freundlich gesonnene Kollegin, als auch Erwin Steinhauer als Abteilungsleiter des Innenministeriums passen perfekt in ihre Rollen. Brillant hingegen agiert Stefan Kurt als Michael Sand, Konzernchef und alter Bekannter Brocks – er bleibt bis zum Schluss völlig undurchschaubar.
Musik und atmosphärische Bilder untermalen noch die Düsternis dieses beklemmenden TV-Thrillers, der den Zuschauer zusehends in den Strudel der dramatischen Ereignisse hineinzieht. Gebannt wird man Zeuge des packenden Duells zwischen Brock und Sand – hier stehen sich zwei darstellerische Schwergewichte gegenüber. Drehbuch und Regie haben absolut alles richtig gemacht, um einen hoch spannenden Thriller zu präsentieren.
„Spuren des Bösen“ ist ein stimmiger Genrekrimi, der vor allem durch einen absolut authentisch agierenden Heino Ferch zu punkten weiß.



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