Star Trek: Nemesis

Filmplakat Star Trek: Nemesis
Regie Stuart Baird  Drehbuch John Logan  Produzent Rick Berman 
Genre Science-Fiction  FSK 12  Filmlänge 116 min
Land USA  Kinostart 16.01.2003  DVD-Start 17.07.2003  Verleih United International Pictures

Story

Im Senat des Romulanischen Imperiums gab es einen Anschlag. Kurz darauf wird die USS Enterprise von der Sternenflotte zum Romulus zitiert, um dort Friedensgespräche zu führen. Doch dort gab es einen politischen Putsch durch Remaner, die von einem Menschen angeführt werden, der sich Shinzon nennt. Dieser ist ein Klon des Captains und, dies merkt Picard erst langsam, sicher nicht auf Frieden mit der Föderation aus. Es beginnt ein Drahtseilakt zwischen Diplomatie und Krieg. Picard sieht sich seiner persönlichsten Herausforderung gegenüber…

Schauspieler

Star Trek: Nemesis Patrick Stewart, Jonathan Frakes, LeVar Burton, Michael Dorn, Gates McFadden, Marina Sirtis, Brent Spiner, Tom Hardy, Ron Perlman, Shannon Cochran, Dina Meyer, Jude Ciccolella, Alan Dale, Whoopi Goldberg

Filmkritik von Sascha Koch

Sascha vergibt 6 von 5 Ms Star Trek: Nemesis Mit Stuart Baird hat man sich einen Regisseur ins Haus geholt, der zweifelsohne nicht viel vom Franchise versteht und letztendlich auch keinerlei Intentionen hatte, sich auf diesem Gebiet weiterzubilden. Doch gerade deswegen hebt sich „Nemesis“ so von seinen drei Vorgängern ab. Baird versuchte bei der TNG-Crew neuen Wind in die angestaubte Enterprise zu bringen.
Der Film geht schnell und spannend los. Ohne Umschweife wird der Fan in ein Geschehen geworfen, das er noch gar nicht verstehen kann. Dass man sich im zehnten Teil einmal mit den Romulanern beschäftigt ist erfreulich und längst überfällig. Dabei sind die Remaner gut gelungen, sowohl charaktertechnisch als auch visuell – wieder einmal ein Hoch auf die Maskenbildner.

„Ich bin das, was das Leben aus mir gemacht hat“ (Shinzon zu Picard in einer Gefechtspause)
Darum dreht sich eigentlich der ganze Film – inwieweit wir unserer eigenen Persönlichkeit Schmied sind. Diese Dialoge, ja fast schon Diskussion, über das Leben und die Grundprinzipien einer Persönlichkeit, machen die Genialität der Handlung aus, die so sehr viel mit „Star Trek“ gemein hat. Dabei sieht Picard nicht nur seinen Gegner, sondern ein Spiegelbild seiner selbst, wie er hätte sein können, aber nie war. Dass der altehrwürdige Captain Picard dann gegen einen solchen Fiesling antreten muss, der von einem so genialen jungen Burschen namens Tom Hardy gespielt wird, hätte wohl keiner in der Form erwartet. Von Anfang bis zum Ende ist Hardy mit Abstand der beste Darsteller am Set. Eine mysteriöse, fiese und unverstandene Figur, die viel Hintergrund und Tiefgang besitzt - Was Patrick Stewart ins Spiel bringt, der ebenfalls souverän überzeugen kann. Viele haben bemängelt, dass der Film eine One-Man-Show von Picard auf der einen und Shinzon auf der anderen Seite wäre und es zwischen beiden zu viele Dialoge gäbe. Allerdings ist beides genau richtig so! Die Dialoge zeugen von Intelligenz und Tiefgang – hier baut sich über den ganzen Film eine unberechenbare Spannung zwischen den beiden auf, die schließlich in einem fulminanten Finale effektvoll endet. Wer sich bei den Dialogen langweilt, hat diese entweder nicht verstanden oder kann die Figuren Shinzon und Picard nicht nachvollziehen.

„Sie haben die Brücke, Mr. Troi“ (Picard zu Com. Riker)
Insgesamt kann man sagen, dass „Nemesis“ ein grandioser und effektvoller Science-Fiction Streifen ist, der aber als familiärer Abschluss der TNG-Crew versagt. Hier macht sich klar bemerkbar, dass mit Baird ein „Nicht-Trekkie“ auf dem Regiestuhl saß. Mit einem Regisseur wie Jonathan Frakes hätte vieles wohl anders ausgesehen. Aber trotz allem bleiben dem Fan noch ein paar Momente, in denen er sich verabschieden kann – sei es die Szene, in der die Weingläser auf Data erhoben werden oder der Dialog zwischen Picard und B-4. Ganz ohne ein Goodbye, lässt einen der Film dann doch nicht ziehen.

„Ich werde Ihnen meine wahre Natur zeigen, unsere Natur. Und wenn die Erde stirbt, denken Sie daran, ich bin auf immer und ewig Shinzon vom Remus. Und meine Stimme wird noch durch die Zeiten hallen, wenn die Ihre schon lange verklungen ist, zu einer verschwommenen Erinnerung…“ (Shinzon zu Picard in einer Gefechtspause)
Als Picard dann Shinzons wahre Gesinnung herausfindet, knallt es in „Star Trek: Nemesis“ erst (oder endlich) richtig. Die Action ist ohne Zweifel so gut gelungen wie noch in keinem „Star Trek“ Streifen zuvor. Hier gehen nicht nur zwei Schiffskommandanten aufeinander los, die was drauf haben, sondern auch zwei richtig kolossale Schiffe, denen alles abverlangt wird. Hier wurden keine Mühen und Kosten gespart, das Finale über einen weiten Zeitraum schnell, actionreich und effektvoll zu inszenieren. DAS sind noch richtige Weltraumkampfszenen mit richtigen Effekten – Niemand braucht die „Star Wars“ Billigeffekte, die aussehen, als wären sie aus einem der besseren PC-Spiele.
Auch Jerry Goldsmith darf man zu einem wieder einmal genialen Score gratulieren - einfach perfekt passende Filmmusik!
„Star Trek: Nemesis“ ist ein sehr gelungenes Sci-Fi-Action Spektakel mit viel Humor und intelligenter Handlung. Auch wenn einzelne Logiklöcher den Film nicht rundum gelungen machen, ist der Unterhaltungswert doch sehr hoch. Spannend, geladen und effektreich!

Picard singt mit B-4 die letzten Zeilen von „Never saw the sun“, sieht einen Augenblick verträumt auf den Androiden und die Türen schließen sich hinter ihm. Der Captain läuft mit breiter Brust den Gang seines Schiffes hinunter, wobei ein kleines und stolzes Lächeln in seinen Mundwinkeln entsteht. Die Kamera schwenkt weg vom Schiff, über die Erde, in die Sterne.
Jetzt ist auch dem letzten Fan klar, dass dies das letzte war, was er von der Crew um Captain Picard gesehen hat. Mit „Nemesis“ endet die Ära der TNG-Besatzung, die bald auch einen solchen Kult wie die Classics erreichen sollte, und lässt wohl die meisten Fans mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. Egal ob nun „Nemesis“ ein würdiger Abschluss war oder nicht, die Zeit mit dem französischen Captain, der Shakespeare so liebte, dem blinden Ingenieur oder dem allzu menschlichen Androiden, war eine wundervolle.

Wissenswertes

Star Trek: Nemesis Nach Aussage Stuart Bairds sagte Brent Spiner nur unter der Bedingung für den Film zu, dass Data sterben würde. Diesem Wunsch entsprach man, ließ aber noch ein Hintertürchen für ein Comeback offen. Wenige Jahre später war Spiner jedoch noch einmal in der Serie "Enterprise" zu sehen.

In einem Gastauftritt ist Whoopi Goldberg noch einmal als Guinan zu sehen. Eine Rolle, die sie bereits in der Serie sowie "Treffen der Generationen" verkörperte. Nach eigener Aussage war "Star Trek" der Auslöser dafür, dass sich Goldberg für die Schauspielerei interessierte.

Die Kult-Kino-Reihe "Star Trek" umfasst folgende Filme:
Star Trek - Der Film
Star Trek II - Der Zorn des Khan
Star Trek III - Auf der Suche nach Mr. Spock
Star Trek IV - Zurück in die Gegenwart
Star Trek V - Am Rande des Universums
Star Trek VI - Das unentdeckte Land
Star Trek VII - Treffen der Generationen
Star Trek: Der erste Kontakt
Star Trek: Der Aufstand
Star Trek: Nemesis
Star Trek

Weitere "Star Trek"- Links:

“Star Trek: Raumschiff Enterprise” (1966-1969):
Star Trek: Raumschiff Enterprise (TV-Serie) - Staffel 1
Star Trek: Raumschiff Enterprise (TV-Serie) - Staffel 2
Star Trek: Raumschiff Enterprise (TV-Serie) - Staffel 3

“Star Trek: The Next Generation” (1987-1994):
Star Trek: The Next Generation (TV-Serie) - Staffel 1
Star Trek: The Next Generation (TV-Serie) - Staffel 2
Star Trek: The Next Generation (TV-Serie) - Staffel 3
Star Trek: The Next Generation (TV-Serie) - Staffel 4
Star Trek: The Next Generation (TV-Serie) - Staffel 5
Star Trek: The Next Generation (TV-Serie) - Staffel 6
Star Trek: The Next Generation (TV-Serie) - Staffel 7

“Star Trek: Deep Space Nine“ (1993-1999):
Star Trek: Deep Space Nine (TV-Serie) - Staffel 1
Star Trek: Deep Space Nine (TV-Serie) - Staffel 2
Star Trek: Deep Space Nine (TV-Serie) - Staffel 3
Star Trek: Deep Space Nine (TV-Serie) - Staffel 4
Star Trek: Deep Space Nine (TV-Serie) - Staffel 5
Star Trek: Deep Space Nine (TV-Serie) - Staffel 6
Star Trek: Deep Space Nine (TV-Serie) - Staffel 7

“Star Trek: Voyager“ (1994-2001):
Star Trek: Voyager (TV-Serie) - Staffel 1
Star Trek: Voyager (TV-Serie) - Staffel 2
Star Trek: Voyager (TV-Serie) - Staffel 3
Star Trek: Voyager (TV-Serie) - Staffel 4
Star Trek: Voyager (TV-Serie) - Staffel 5
Star Trek: Voyager (TV-Serie) - Staffel 6
Star Trek: Voyager (TV-Serie) - Staffel 7

“Star Trek: Enterprise” (2001-2006):
Star Trek: Enterprise (TV-Serie) - Staffel 1
Star Trek: Enterprise (TV-Serie) - Staffel 2
Star Trek: Enterprise (TV-Serie) - Staffel 3
Star Trek: Enterprise (TV-Serie) - Staffel 4




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Kommentare

linda schreibt am 19.11.09, 19:05
4 M´s... ok!
aber die sonderwertung? ... hm, lieber nochmal angucken, der film hat so einige macken. angefangen bei teils mieser charakter-handhabung bis hin zu low-budget sets und kamerafahrten
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