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1984
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Regie
Michael Redford
Drehbuch
Michael Radford
Produzent
Simon Perry
Genre Science-Fiction FSK 12 Filmlänge 110 min Land Großbritannien Kinostart 09.11.1984 DVD-Start 01.04.2005 Verleih Senator |
Story
Der totalitäre Überwachungsstaat Ozeanien zerstört systematisch das Individuum und manipuliert die Geschichtsschreibung. In dieser menschenfeindlichen, gar unmenschlichen Utopie, die sich im ewigen Krieg zu befindet scheint, fristet der 39jährige Winston Smith, wie beinahe alle Einwohner Ozeaniens, ein trostloses Leben. Besser wird es jedoch, als er Julia begegnet. Mit ihr an seiner Seite träumt er von einer freien Welt. Ihre Liebe ist aber in großer Gefahr, denn eindeutig verstoßen die beiden mit ihren geheimen Treffen in einem Hinterzimmer gegen die Regeln des Systems – und dieses duldet keine Verräter...
Schauspieler
John Hurt, Richard Burton, Suzanna Hamilton, Cyril Cusack, Gregor Fisher, James Walker, Andrew Wilde, Rupert Baderman, David Cann
Filmkritik von Kathrin Lang
Der 1949 von George Orwell veröffentlichte Roman „1984“ war bereits einige Male Vorlage für verschiedene Adaptionen. Zum ersten Mal unternahm Michael Anderson 1956 den Versuch die außergewöhnliche Atmosphäre des Buches auf die Leinwand zu bringen. In den kommenden Jahren folgten eine Fernsehfassung der BBC sowie eine Oper. Während all diese Adaptionen in der Kritik weitgehend schlecht abschnitten, bescheinigte man Michael Redfords Romanverfilmung, die 1984 in unseren Kinos startete, die bislang werkgetreuste und beste Umsetzung des bekannten Stoffes. Auch ohne die anderen Auseinandersetzungen mit „1984“ zu kennen, wird schnell klar, dass Michael Redford mit seinem letzten Spielfilm Außergewöhnliches gelungen ist.
Mit wahrer Wucht entfaltet Redford das Bild eines totalitären Überwachungsstaates, das einen mit seiner Direktheit und seiner schonungslosen Darstellung schnell in den Bann zieht. Ganz klar liegt die größte Stärke von „1984“ in der immensen Sogwirkung, die den Zuschauer in eine ganz andere und ganz und gar grausame Realität hinein katapultiert. Die Unmenschlichkeit, die in der Utopie Ozeanien das Leben der Einwohner bestimmt, bekommt man durch die finstere und vor allem trostlose Atmosphäre und durch die triste Gestaltung des Sets schon bald am eigenen Leib zu spüren. Schnell fühlt man daher auch mit Protagonist Winston Smith mit. Der alt und gebrechlich wirkende 39jährige wird zur Identifikationsfigur, deren Schicksal starkes Mitgefühl erregt. Nicht zuletzt liegt dies natürlich auch an der fabelhaften Darstellung von John Hurt, der seine außergewöhnliche Figur von Anfang an versteht und ihre leidvolle Situation vor der Kamera umzusetzen weiß.
Auch den Entstehungszeitraum von Orwells „1984“ und den damit einhergehenden historischen Hintergrund hat Michael Redford toll in seinen Film integriert. Eine nationalsozialistische Ästhetik, die in nahezu allen Szenen offensichtlich wird, ist jedenfalls nicht von der Hand zu weisen. Die 1985 erhaltende Nominierung in der Kategorie „Bestes Szenenbild“ bei den British Academy Film Awards ist hier mehr als gerechtfertigt.
Nicht grundlos gilt Michael Redfords filmische Umsetzung des Literaturklassikers als die bislang beste Adaption des Stoffes. Die Atmosphäre und die Ästhetik des Films wirken einzigartig und machen aus „1984“ einen nicht nur inhaltlich, sondern vor allem auch inszenatorisch überaus sehenswerten Film.
Viele spätere Filme, wie „Equilibrium“ oder „Minority Report“, verweisen auf die Utopie Orwells.


