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Kaspar Hauser
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Regie
Peter Sehr
Drehbuch
Peter Sehr
Produzent
Wolfgang Esterer
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 133 min Land Deutschland DVD-Start 01.05.1999 Verleih Arthaus |
Story
Als im Jahre 1822 auf dem Nürnberger Marktplatz plötzlich ein völlig verwahrloster 16jähriger Junge auftaut, sind das Gerede und die öffentliche Aufmerksamkeit groß. Der Lehrer Daumer und der Jurist Feuerbach nehmen sich des verwirrten Wesens an. Die von Feuerbach in der folgenden Zeit angestellten Nachforschungen bergen einen riesigen politischen Skandal: Ist Kaspar Hauser, wie der Junge von Daumer zwischenzeitlich genannt wird, womöglich der Erbprinz des Großherzogtums Baden?
Schauspieler
André Eisermann, Uwe Ochsenknecht, Katharina Thalbach, Udo Samel, Hermann Beyer, Cécile Paoli, Hansa Czypionka, Dieter Mann, Johannes Silberschneider, Peter Lohmeyer, Tilo Nest, Dieter Laser, Anja Schiller, Gerd Lohmeyer
Filmkritik von Melanie Frommholz
Bis heute ist die mysteriöse Geschichte des Kaspar Hauser einer der größten ungelösten Kriminalfälle der Historie. Selbst mit DNA-Analysen und akribischer Recherche konnte die Frage, ob der geheimnisvolle Junge nun tatsächlich der Erbprinz des Großherzogtums Baden war, nicht abschließend geklärt werden. 1995 nahm sich der deutsche Regisseur und Drehbuchautor Peter Sehr des interessanten und packenden Stoffes an und machte daraus eine spannende Verfilmung. Sehr schafft das Kunststück, dass man nach Filmende keine Sekunde daran zweifelt, dass sich die Ereignisse genauso wie zuvor gesehen zugetragen haben müssen. Ein erstaunlicher Umstand, ist „Kaspar Hauser“ doch erst die zweite Arbeit des Filmemachers. Mit „Das serbische Mädchen“, der Adaption einer Geschichte von Siegfried Lenz, hatte er zwei Jahre zuvor 1991 sein Debüt gegeben. Geschickt dreht Peter Sehr bei „Kaspar Hauser“ an den atmosphärischen Stellschrauben und zieht den Zuschauer so immer weiter in seine mysteriöse Geschichte. Bald rätselt man mit, wägt ab und stellt Vermutungen an – gedanklich ganz in der Materie gefangen. Besonders beeindruckend ist auch die schauspielerische Leistung von André Eisermann als Kaspar Hauser. Nach einer kleinen Nebenrolle in der Komödie „Go Trabi Go“ und dem Kurzfilm „Runaway“ ist der deutsche Schauspieler hier in seiner ersten Hauptrolle zu sehen und überzeugt auf ganzer Linie mit seinem intensiven Spiel.
André Eisermann wurde für seine darstellerische Leistung mit dem Bayrischen Filmpreis und dem Deutschen Filmpreis in Gold ausgezeichnet. 