Tatort - Das schwarze Haus (TV)

Filmplakat Tatort - Das schwarze Haus (TV)
Regie Thomas Bohn  Drehbuch Thomas Bohn  Produzent Uwe Franke 
Genre Krimi  Filmlänge 90 min
Land Deutschland, 2011  Verleih SWR

Story

Der aktuelle Mordfall führt Klara Blum und Kai Perlmann mittenhinein in einer kleinen Künstlerkolonie am Bodensee. Schnell kommt der Eindruck auf, dass die Luft unter den Künstlern und Mitarbeitern nicht erst brennt, seit der Maler Martin Neumann mit Hilfe eines gewaltigen Stromschlags kaltblütig ermordet wurde. Blum und Perlmann befinden sich schon inmitten der verzwickten Ermittlungen, als sich ein zweiter Mord zuträgt. Mit Entsetzen müssen die beiden Kommissare feststellen, dass sie es mit einem Serienmörder zu tun haben, der nach der Vorlage der Krimis des erfolgreichen Schriftstellers Ruben Rath mordet. Doch wer tut das und vor allem: warum? Blum und Perlmann stehen unter Druck, denn ist nur eine Frage der Zeit, bis sich der Mörder nach dem Muster des dritten Kriminalromans von Rath erneut ans Werk macht…

Schauspieler

Tatort - Das schwarze Haus (TV) Eva Mattes, Sebastian Bezzel, Justine Hauer, Benjamin Morik, Oliver Stein, Hannes Jaenicke, Jonathan Müller, Annika Blendl, Michael Kausch, Stephan Kampwirth

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 3 von 5 Ms Tatort - Das schwarze Haus (TV) Thomas Bohn ist beim deutschen Fernsehen ein bekannter Name. Für einige brisante Spielfilme betätigte er sich bereits als Regisseur sowie Drehbuchautor und auch beim „Tatort“ ist Bohn längst kein Unbekannter mehr. Nach fünf „Tatort“-Folgen mit Ulrike Folkerts und sieben Hamburger „Tatorten“ könnte man ihn schon als alten Hasen bei Deutschlands beliebtester Kriminalreihe bezeichnen. Mit dem Fall, den Bohn für die Bodenseeermittler Klara Blum und Kai Perlmann niedergeschrieben hat, erweckt er allerdings weniger den Eindruck eines souveränen „Tatort“-Drehbuchschreibers. Vielmehr scheint sich in der Folge „Das schwarze Haus“ eine etwas ermüdende Routine eingeschlichen zu haben. Dabei ist die Grundidee zunächst sehr spannend: ein Serienmörder treibt nach der Vorlage einiger erfolgreicher Kriminalromane sein Unwesen am Bodensee. Als potentielle Mörder kommen jedoch gleichzeitig eine so große Menge an Leuten in Frage, dass die 90 Minuten Spielfilmlänge kaum ausreichen, den eigentlichen Facettenreichtum der Folge auch tatsächlich ans Tageslicht zu befördern. Nicht nur die Positionierung einzelner Figuren im Gesamtgefüge erscheint zunehmend beliebiger, auch den Einblick in den künstlerischen Kulturbetrieb auf dem Land nutzt die Folge nicht wirklich, um die Geschichte wesentlich interessanter zu gestalten. So mancher im Drehbuch verankerte Ansatzpunkt verpufft hier mindestens ebenso schnell wie der verheißungsvolle Titel: „Das schwarze Haus“ bekommt der Zuschauer nämlich nur ganz Beginn mal kurz zu sehen.

Es ist jedoch bei Weitem nicht alles schlecht an dem neuen „Tatort“ aus Konstanz. Vor allem mit Hannes Jaenicke als Ruben Rath haben die Macher einen guten Fang gemacht. Auf den deutschen Mimen ist wie immer Verlass: In der zentralen Rolle des erfolgreichen Kriminalautors und alleinerziehenden Vaters eines Sohnes, der am Asperger-Syndrom leidet, liefert Jaenicke eine überzeugende Darstellung ab. Auch das Ermittlerduo Blum-Perlmann macht in der Folge „Das schwarze Haus“ irgendwie Spaß. Die Running-Gags um die ohne Erlaubnis im Bodensee angelnde Blum und dem zur winterlichen Zeit immer viel zu schnell fahrenden Perlmann laufen sich nicht tot und lockern die Folge angenehm auf. Irgendwie besonders ist zudem auch die Liebesgeschichte, die sich zwischen Ferry Rath, dem Sohn von Ruben Rath, und der Muse Susanne Gauss entwickelt.

Die sich ereignende Mordreihe und das Gemenge an Verdächtigen wirken in der Folge „Das schwarze Haus“ wie lieblos zusammenschusterte Kriminalunterhaltung. Dass die Folge dennoch funktioniert, liegt letztlich viel mehr an allem, was um die eigentlichen Ermittlungen herum passiert - und an einem toll aufspielenden Hannes Jaenicke.

Wissenswertes

Tatort - Das schwarze Haus (TV) Alle Fälle von Blum und Perlmann:
• 2005: Die Spieler
• 2005: Der Name der Orchidee
• 2005: Das Lächeln der Madonna
• 2006: Der schwedische Freund
• 2006: Gebrochene Herzen
• 2007: Engel der Nacht
• 2007: Blutsbande
• 2008: Der Kormorankrieg
• 2008: Seenot
• 2009: Herz aus Eis
• 2009: Im Sog des Bösen
• 2010: Der Polizistinnenmörder
• 2010: Bluthochzeit
• 2011: Der schöne Schein
• 2011: Im Netz der Lügen
• 2011: Das schwarze Haus
• 2012: Schmuggler



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