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L.A. Crash
Crash
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Regie
Paul Haggis
Drehbuch
Paul Haggis, Robert Moresco
Produzenten
Bob Yari, Cathy Schulman, Tom Nunan, Mark R. Harris, Don Cheadle, Paul Haggis, Robert Moresco
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 113 min Land USA DVD-Start 09.01.2006 Blu-ray-Start 23.10.2008 Verleih Universum Film |
Story
Los Angeles, eine der multikulturellen Hochburgen Amerikas und somit auch eine Stadt, in der der Rassismus wütet. Da ist zum Beispiel die weiße Jean Cabot. Sie begegnet auf der Straße zwei Schwarzen. Sie hat Angst, will diese aber unterdrücken und sich gesellschaftlich korrekt verhalten. Sie geht an ihnen vorbei und steigt in ihr Auto. Nur kurz später wird sie von den beiden Schwarzen überfallen – Sie bedrohen sie mit einer Waffe und stehlen ihr Auto. Jean ist nur ein Beispiel von vielen, denn solche und ähnliche Ereignisse gehören in L.A. zum Alltag.
Schauspieler
Sandra Bullock, Don Cheadle, Matt Dillon, Jennifer Esposito, William Fichtner, Brendan Fraser, Terrence Howard, Ludacris, Thandie Newton, Ryan Phillippe, Larenz Tate, Michael Pena, Nona Gaye
Filmkritik von Kathrin Lang
„L.A. Crash“ entwirft ein scharfes Bildnis unserer Gesellschaft. Das große Thema Rassismus steht im Mittelpunkt von Paul Haggis Regiedebüt und führt uns eindringlich die Gefahren, die ein vorurteilbelastetes Denken mit sich bringt, vor Augen. Nicht nur die Protagonisten des Filmes, sondern auch die Zuschauer schwanken hin und her zwischen der Opfer- und Täterrolle. Immer wieder wird der Zuschauer mit seinen eigenen Vorurteilen konfrontiert. Immer wieder wird klar, wie schnell man versucht ist, den Körper als politisches Bild wahrzunehmen. Äußere Merkmale verleiten dazu auf die Herkunft, Klasse und den Charakter zu schließen. Die Verständigung scheitert ständig bereits an der Oberfläche und oftmals ist eine gewaltsame Kollision die einzige Möglichkeit, um sowohl den Protagonisten als auch dem Zuschauer die Augen zu öffnen. Die enorme Wut auf den anderen verbirgt den Mangel an Zärtlichkeit und die Aggression ist die pervertierte Form der Zuneigung.
In mehreren Episoden führt uns Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Haggis zusammen mit seiner hochkarätigen Besetzung durch diese intensive Geschichte. Je mehr Filmminuten verstreichen, desto klarer wird die Botschaft des Filmes. Nachdenklich verlässt der Zuschauer schließlich seinen Kinosessel - Zukünftig hoffentlich nachdenklicher und vorsichtiger in seinen Taten und Verurteilungen.
Wissenswertes
"L.A. Crash" wurde nicht nur bei den amerikanischen Academy Awards mit OSCARS bedacht, sondern wurde auch bei den British Academy Awards ausgezeichnet. Dort gewann Thandie Newton den Preis als Beste Nebendarstellerin und Paul Haggis wurde mit dem Preis für das Beste Originaldrehbuch bedacht.
Auszeichnungen
Golden Globe-Nominierungen
Bester Nebendarsteller (Matt Dillon), Bestes Drehbuch
OSCAR-Nominierungen
Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Matt Dillon), Bester Titelsong ("In The Deep")
Gewonnene OSCARs
Bester Film, Bester Schnitt, Bestes Drehbuch (Original)
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Kommentare
werner schreibt am 29.10.07, 15:05
LA Crash gehört für mich zu den faszinierendsten Filmen der letzten Jahre. Als ich Kathrins Kritik gelesen habe, wusste ich nicht, ob mir zum Lachen oder zum Weinen zumute sein sollte. Ich will jetzt nicht die subjektive Komponente, die jeder Kritik anheimwohnt, diskutieren, sondern Kathrins billige, versimplifizierte "ein bisschen mehr Pepp"-Abqualifizierung anprangern.
Nachdem ich den Film jetzt schon einige Male gesehen habe, bin ich immer noch von der schieren Perfektion des Drehbuches fasziniert, von der nahtlosen Verzahnung aller Storys und der außerordentlich gelungenen Spannungs-Steigerung in der Dramaturgie.
Langeweile? -doch wohl nur für den, der schon irgendwie abgestumpft ist, oder es einfach nicht verstanden hat. Die Ein-und Weiterführung von Handlung und Charaktere als langweilig zu bezeichnen erfordert bei diesem perfekten Filmbeispiel schon einigen Mutes, zumal dieser Genrefilm mit wunderbar direkter und unprätentiöser Regie inszeniert wurde. Ausserdem habe ich selten einen Episodenfilm gesehen, der klarer mit Charakteren und Handlungssträngen umgeht. Hier ist jede Figur präzise mit ihrem dramatischen Content verbunden und das, ohne an Vielschichtigkeit einzubüßen. Nichts ist so einfach, wie es aussieht. Der Film endet eben deshalb auch nicht mit der einen großen Erkenntnis, sondern lässt jedes Individuum mit ihrer ureigensten Erfahrung zurück und den Zuschauer daran teilhaben.
Ein wunderbares Statement zum Thema Rassismus und Kathrin, bitte in Zukunft etwas mehr Mut zum Tiefgang in deinen Kritiken (auch junge Kinofreaks vertragen das durchaus).
werner
mark schreibt am 20.03.09, 09:35
Ein grandioser Film, der wirklich einer der best gemachtesten Film ist (das noch nicht mal übertrieben). Eine perfekte Inszenierung mit großartigen Darstellern allen voran Don Cheadle. Super gemachte und dramatisch zusammengeführte Handlungsstränge machen diesen Streifen zu einem Meilenstein der Filmgeschichte, den sich wirklich keiner entziehen darf. Gute Nacht liebe Filmfreunde.
Kathrin (Moviesection.de) schreibt am 09.02.09, 13:43
Lieber Werner,
nachdem ich mich nun, drei Jahre später, nochmals intensiver und auch reflektierter mit diesem Film auseinandergesetzt habe, kann ich deinen kritischen Worten über mein Filmresümee nur zustimmen. Du hast vollkommen recht: Ich habe die Tiefen dieses Filmes absolut verkannt. Ich hoffe, dir gefallen meine neuen Erkenntnisse nun besser :-)
Liebe Grüße
Kathrin
Chris schreibt am 06.07.07, 15:48
Ein wunderbarer Film und gleichzeitig einer meiner Lieblingsfilme! Dieser Film berührt und treibt selbst Männern an einigen Filmstellen die Tränen in die Augen. Deshalb Taschentücher nicht vergessen. Toll gemacht und im Gegensatz zur hier abgegebenen Kritik finde ich ihn auch in der ersten Hälfte nicht langweilig. Nicht umsonst zum besten Film 2006 gewählt!!
Ralph schreibt am 01.02.07, 06:43
Fantastischer Film, der unter die Haut geht und nie langweilig wird. Besonders gelungen finde ich unter anderem, dass hier keiner der Stars die Hauptrolle hat, weil es eigentlich keine Hauptrolle in diesem Film gibt.
