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Wenn die Gondeln Trauer tragen
Don't Look Now
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Regie
Nicolas Roeg
Drehbuch
Allan Scott, Chris Bryant, Ákos Tolnay
Produzenten
Peter Katz, Anthony B. Unger
Genre Psycho-Thriller FSK 16 Filmlänge 110 min Land Großbritannien Kinostart 29.08.1974 DVD-Start 27.03.2001 Blu-ray-Start 17.11.2011 Verleih Gloria |
Story
Der britische Restaurator John Baxter und seine Frau Laura haben eine schreckliche Zeit hinter sich. Ihre kleine Tochter Christine ertrank in einem Teich in der Nähe ihres englischen Landhauses. Nun sind die beiden in Venedig, um sich etwas von ihrer Trauer abzulenken. John leitet im Auftrag von Bischof Babarrigo die Restaurierung einer alten Kirche und fast scheint es so, als würde das Ehepaar allmählich wieder zur Normalität zurückfinden. Dann lernt Laura in einem Restaurant zwei ältere schottische Schwestern kennen: Wendy und deren blinde Schwester Heather. Diese behauptet, Christine gesehen zu haben, was Laura völlig aus der Bahn wirft. Kurze Zeit später warnt Heather Laura, dass John furchtbare Gefahr drohe und sie Venedig umgehend verlassen müssten. John glaubt nicht an Heathers übersinnliche Prophezeiungen und von da an beginnen sich die mysteriösen Vorfälle zu häufen.
Dann kommt ein Anruf aus dem englischen Internat, in dem sich Johnny, der kleine Sohn der Baxters aufhält. Es hat einen Unfall gegeben und Laura reist sofort ab, um bei ihrem Sohn zu sein. John, der in Venedig zurückbleibt, wird immer häufiger von schrecklichen Visionen geplagt, die sich mit den blutigen Taten eines Serienmörders, der sein Unwesen in der Lagunenstadt treibt, vermischen. Immer mehr verliert John den Bezug zur Realität – und begibt sich dadurch in schreckliche Gefahr…
Schauspieler
Julie Christie, Donald Sutherland, Hilary Mason, Clelia Matania, Massimo Serato, Renato Scarpa, Leopoldo Trieste, Giorgio Trestini, Sharon Williams
Filmkritik von Stefanie Rufle
Von der ersten Sequenz an ist dieser von Nicolas Roeg inszenierte Psychothriller kaum auszuhalten. Schon in den ersten Szenen, in denen die kleine Tochter der Baxters in ihrem roten Regenmantel in einem Teich ertrinkt, wird der Zuschauer an seine Grenzen gebracht. Wenn der völlig verzweifelte Donald Sutherland das tote Mädchen aus dem Wasser zieht und haltlos schreit, geht das an die Grenzen der eigenen psychischen Belastbarkeit. „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ ist ein einziger, nicht enden wollender Albtraum, der in seiner Symbolträchtigkeit seinesgleichen sucht. Die Farbe Rot hat hier eine Schlüsselbedeutung – Christine trägt bei ihrem Tod einen roten Regenmantel, John tropft aus Versehen sein eigenes Blut auf ein Dia, das daraufhin einen in Blut getränkten Kirchenraum zeigt. Und auch später in Venedig lässt diese Farbe den Zuschauer nicht mehr los. Die assoziative Bilderfolge dieses Films ist meisterhaft und zutiefst aussagekräftig. Vor allem die Szenen im winterlichen Venedig, das trist und verlassen wirkt, sind unheimlich und beklemmend. Hier stimmt einfach alles – Kameraführung, Ton und eine grandiose Musik.
Julie Christie und Donald Sutherland brillieren als trauerndes Ehepaar, das, jeder auf seine Weise, versucht, mit dem unfassbaren Verlust umzugehen. Doch die ganze Zeit über ahnt man, dass ein noch viel größeres Unheil droht. Selbst in der damals heftig diskutierten Sexszene, in der der Liebesakt an sich und das spätere Wiederankleiden des Paares zusammen geschnitten wurden, vergisst der Zuschauer nie, dass irgendwo die Gefahr lauert.
„Wenn die Gondeln Trauer tragen“ zählt wohl zu den beklemmendsten Psychothrillern der Filmgeschichte und war bei seinem Entstehen eine optische Revolution. Er nimmt den Zuschauer mit auf eine todbringende Irrfahrt durch ein verfremdet wirkendes und schauriges Venedig, die der so schnell nicht wieder vergessen wird.
Wissenswertes
„Wenn die Gondeln Trauer tragen“ erhielt 1974 den britischen BAFTA Award für die Beste Kamera. Außerdem war er nominiert für den Besten Darsteller (Donald Sutherland), die Beste Darstellerin (Julie Christie), Beste Regie (Nicolas Roeg), Bester Film, Bester Schnitt und Bester Soundtrack.
Der Film basiert auf Daphne Du Mauriers Kurzgeschichte „Dreh dich nicht um“ aus „Ein Grenzfall. Erzählungen“.
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