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Chronicle - Wozu bist du fähig?
Chronicle
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Regie
Josh Trank
Drehbuch
Max Landis, Josh Trank
Produzenten
John Davis, Adam Schroeder
Genre Science-Fiction-Drama FSK 12 Filmlänge 84 min Land Großbritannien, USA Kinostart 19.04.2012 Verleih 20th Century Fox Germany |
Story
Als Andrew, Matt und Steve nachts auf einem Feld eine mysteriöse Entdeckung machen, ändert sich ihr Leben von Grund auf. Von heute auf morgen entwickeln die drei Highschool-Jungs übermenschliche Fähigkeiten. Nach kurzer Eingewöhnungsphase, beherrschen die drei Kumpels ihre Kräfte schnell sehr gut und stellen damit allerlei Unfug an. Aus harmlosen und albernen Spielereien wird jedoch bald bitterer Ernst. Während sich Andrews familiäre Situation zu Hause drastisch verschlechtert – seine Mutter liegt im Sterben, sein Vater ist Alkoholiker - entsteht ein Machtkampf zwischen ihm und seinen beiden Freunden. Schon bald droht Andrew die Kontrolle über seinen Körper und seine Emotionen zu verlieren, was verehrende Folgen hat…
Schauspieler
Michael B. Jordan, Dane DeHaan, Alex Russell, Joe Vaz, Luke Tyler, Matthew Dylan Roberts, Michael Kelly, Anna Wood, Ashley Hinshaw, Bo Petersen, Rudi Malcolm, Crystal-Donna Roberts, Adrian Collins
Filmkritik von Kathrin Lang
Josh Trank ist als Regisseur und Drehbuchautor ein noch unbeschriebenes Blatt in der Filmwelt. Obwohl er schon seit 14 Jahren im Geschäftig tätig ist und bei diversen Filmprojekten mitwirkte, ist „Chronicle – Wozu bist du fähig?“ Tranks Langfilmregiedebüt. Das Ergebnis ist verblüffend einfallsreich und innovativ. Auf den Ausgangsüberlegungen darüber basierend, was alles möglich wäre, wenn man telekinetische Fähigkeiten hätte, entwickelt Josh Trank zusammen mit seinem Co-Autor Max Landis eine der ideenreichsten und vielseitigsten Geschichten des aktuellen Kinojahres. Dabei greift er mit der Wahl des Sub-Genres „Foundfootage Film“ zunächst auf Stilmittel zurück, die sich aufgrund ihrer derzeitigen Beliebtheit langsam abzunutzen drohen. Die wackligen Bilder der Handkamera und die unkoordinierten sowie hektischen Kamerafahrten empfindet man, obwohl sie sicherlich Authentizität erzeugen und damit ihren Sinn erfüllen, vor allem zu Beginn von „Chronicle – Wozu bist du fähig?“ auch als zunehmend störend. Trank nutzt diese eher unglückliche Ausgangssituation jedoch, um den Zuschauer im weiteren Verlauf positiv zu überraschend, in dem er mit den klassischen Konventionen des Sub-Genres bricht. Diesen Bruch vollzieht Trank auf intelligente Art gleich in mehrfacher Hinsicht und erschafft damit einen überraschend innovativen Film.
Wirkt die Kamera zu Beginn eher nervig und produziert zudem nur wenig überzeugende Ergebnisse, wendet sich das Blatt schnell als Figur Andrew (Dane DeHaan) seine telekinetischen Fähigkeiten einsetzt, um die Kamera frei schweben zu lassen. Plötzlich wird der bis dahin weniger überzeugenden Handkamera die Fähigkeit verliehen, spannende Perspektiven einzunehmen, was interessante Einblicke gewährt und von Josh Trank innovativ eingesetzt wird.
„Chronicle – Wozu bist du fähig?“ ist jedoch nicht nur optisch und inszenatorisch interessant, sondern auch inhaltlich. Die Storyidee klingt zunächst simpel und wie etwas, das wir in der Vergangenheit schon mehrfach gesehen haben. Was Trank und Landis aus ihrer zunächst einfachen Superheldengeschichte basteln, ist jedoch beeindruckend facettenreich und macht aus mehrfacher Hinsicht ungeheuren Spaß. Zunehmend entpuppt sich „Chronicle – Wozu bist du fähig?“ als wilder und beeindruckend gut funktionierender Genremix. Superheldengeschichte ist Tranks Regiedebüt letztlich nämlich ebenso wie Familien-Drama und die Geschichte eines Teenagers, der den Kampf eines Außenseiters austrägt und sich zu profilieren versucht. Indem Andrew, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird, seine Entwicklung mit den ihm verliehenen übernatürlichen Fähigkeiten vollzieht und diese dazu einsetzt, den Problemen seines nicht ganz einfachen Teenagerlebens zu entkommen, wird „Chronicle – Wozu bist du fähig?“ nicht nur zu einem rasanten und spannend inszenierten Superhelden-Actionfilm, sondern auch zu einer interessanten Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Missständen und mit Konflikten, die sich innerhalb von Familien und Freundschaften entwickeln. Beides miteinander vereint macht aus „Chronicle – Wozu bist du fähig?“ auch auf erzählerischer Ebene einen beeindruckend andersartigen Film – und aus Josh Trank einen beeindruckend einfallsreichen Filmemacher, dessen nächstes Projekt man gespannt erwarten darf.
„Chronicle – Wozu bist du fähig?“ ist Josh Tranks Langfilmregiedebüt.