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Roller Girl - Manchmal ist die schiefe Bahn der richtige Weg
Whip It!
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Regie
Drew Barrymore
Drehbuch
Shauna Cros
Produzenten
Barry Mendel, Drew Barrymore
Genre Tragik-Komödie FSK 12 Filmlänge 110 min Land USA Kinostart 01.09.2011 DVD-Start 03.02.2012 Blu-ray-Start 03.02.2012 Verleih Senator Film |
Story
Die 17jährige Teenagerin Bliss Cavendar hat die Nase von ihrem öden Leben in der noch öderen Kleinstadt gestrichen voll. Während ihre Mutter wie wild Zukunftspläne für ihre älteste Tochter schmiedet, überlegt sich diese, wie sie dem Irrsinn in der Kleinstadt in Texas möglichst schnell und unbeschadet entkommen könnte. Als sie eines Abends heimlich mit ihrer besten Freundin nach Austin fährt, um sich dort ein Rollerderby anzuschauen, ist sie sofort von dem außergewöhnlichen Sport begeistert. Wenige Tage später nimmt sie an einem Training teil und erweist sich sofort als Naturtalent. In den kommenden Wochen nimmt Bliss immer wieder heimlich Reißaus, um sich in Austin ihrer neuen Leidenschaft hinzugeben. Gleichzeitig verliebt sie sich dort auch in den Musiker Oliver, mit dem sie ein romantisches Techtelmechtel beginnt.
Ihre plötzlich heile Welt bricht jedoch schnell wieder zusammen, als ihre größte Rollerderby-Konkurrentin „Iron Maven“ davon Wind bekommt, dass Bliss erst 17 Jahre alt ist und somit nicht ohne die Einwilligung ihrer Eltern an einem Wettkampf teilnehmen darf. Als Bliss dann auch noch in einen Streit mit ihrer besten Freundin gerät und sich Oliver von heute auf morgen nicht mehr meldet, steht Bliss erneut vor einem Berg aus Sorgen…
Schauspieler
Ellen Page, Marcia Gay Harden, Juliette Lewis, Jimmy Fallon, Drew Barrymore, Kristen Wiig, Zoë Bell, Ari Grayno, Sarah Habel, Shannon Eagen, Edward Austin Austin, Mary Callaghan Lynch, Alia Shawkat, Barbara Coven
Filmkritik von Kathrin Lang
Mit „Roller Girl - Manchmal ist die schiefe Bahn der richtige Weg“ liefert Drew Barrymore ihr Regiedebüt ab. Erzählt wird dabei eine weitgehend klassische Coming-of-Age-Geschichte, der Drew Barrymore allerdings nicht nur einen angenehmen amerikanischen Independent-Überzug verpasst, sondern die durch das Drehbuch von Shauna Cross zudem mit einem neuartigen Sport verknüpft wird. Dabei ist Rollerderby, bei dem wilde Mädels in einem Irrsinnstempo über eine ovale Rennbahn heizen und dabei regelmäßig ineinander krachen, gar nicht mal so unpopulär, wie man zunächst glauben mag. Immerhin zählte man Ende 2009 bereits 14.000 weltweit eingetragene Rollergirls. Auf der Leinwand hat man von diesem Sport bislang jedoch noch nichts gehört, was Drew Barrymores Regiedebüt gleich einen großen Pluspunkt verschafft. Ohne das Publikum mit dem Regelwerk zu überfordern, gelingt es „Roller Girl - Manchmal ist die schiefe Bahn der richtige Weg“ dem Zuschauer schnell ein Gespür für den außergewöhnlichen Vollkontaktsport zu vermitteln. Ehe man sich versieht, ist man mittendrin statt nur dabei und fiebert spätestens zum Endspiel mit vollem Elan mit.
Ohnehin ist es fast schon verblüffend, wie viel Charme die von Shauna Cross geschriebene und doch altbekannte Geschichte versprüht. Obwohl die Story vom rebellierenden Mädchen, das sich nicht nur gegen ihre Eltern stellt, sondern auch mit der besten Freundin zusammenrasselt und die erste große Liebe durchlebt, so oder so ähnlich schon viele Male erzählt wurde, gelingt es „Roller Girl - Manchmal ist die schiefe Bahn der richtige Weg“ doch frisch und mit angenehm frechen Tonfall gut zu unterhalten. Neben den vielen spannenden Rollerderby-Szenen ist es vor allem Ellen Page, auf die immer Verlass ist. In ihrer Rolle der kessen und rebellierenden Bliss baut Page gekonnt auf ihre Darstellung in „Juno“ auf. Nach Parallelen im Rollenbild zwischen der frühschwangeren, kompromisslosen Teenagerin Junebug MacGuff und der skrupellos ihre eigenen Entscheidungen treffenden Bliss muss man jedenfalls nicht all zu lange suchen. Rollen wie diese stehen Ellen Page einfach gut, was für Drew Barrymore schon mehr als die halbe Miete bedeutet.
Zusammen mit einigen gut getroffenen Nebendarstellern (ganz vorne mit dabei eine herrlich zickige, aber doch gutherzige Juliette Lewis als Iron Maven), einer Inszenierung, die Kitsch erfolgreich und großräumig umschifft, sowie einem Soundtrack, der die Geschichte angenehm ergänzt, ist Drew Barrymores Regiedebüt trotz zunächst einfallslos klingenden Story überraschend wenig vorzuwerfen. „Roller Girl - Manchmal ist die schiefe Bahn der richtige Weg“, das ist gute Unterhaltung im typisch jung-amerikanischen Independent Stil.
Der Film basiert auf dem Roman "Derby Girl" von Shauna Cross, die auch das Drehbuch schrieb. "Roller Girl" ist das Regiedebüt von Drew Barrymore.
