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Felon
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Regie
Ric Roman Waugh
Drehbuch
Ric Roman Waugh
Produzenten
Dan Keston, Tucker Tooley
Genre Drama FSK 16 Filmlänge 100 min Land USA, 2008 DVD-Start 09.10.2008 Blu-ray-Start 09.10.2008 Verleih Sony Pictures |
Story
Wade Porter ist ein unauffälliger Bürger, der sich an das Gesetz hält. Der junge Familienvater hat ein kleines Handwerksunternehmen und bald haben seine Frau und er das Geld für eine schöne Hochzeit zusammen. Doch dann kommt jener Abend, an dem Wade einen Einbrecher in seinem Haus überrascht. Er geht ihm nach und schlägt ihn mit dem Baseballschläger nieder. Der Mann stirbt und Wade wird wegen Mordes angeklagt, da sich der Einbrecher bereits außerhalb des Hauses aufgehalten hat. Er bekommt drei Jahre und landet im Knast. Hier herrschen andere Gesetze, sind die Häftlinge in Gangs aufgeteilt und die Aufseher haben das Sagen. Da Wade auf dem Transport ins Gefängnis in eine Messerstecherei verwickelt wird, landet er im Hochsicherheitstrakt. Hier führt der sadistische Aufseher Jackson das Regiment. Erst als der 16fache Mörder John Smith in seine Zelle verlegt wird und ihn unter seine Fittiche nimmt, beginnt Wade die Mechanismen in dieser neuen Welt richtig zu begreifen.
Schauspieler
Stephen Dorff, Val Kilmer, Harold Perrineau, Sam Shepard, Nate Parker, Marisol Nichols, Larnell Stovall, Johnny Lewis, Shawn Prince, Chris Browning, Nick Chinlund, Greg Serano
Filmkritik von Melanie Frommholz
Unschuldig hinter Gittern – Die Frage, wie eine solche Erfahrung einen Menschen verändert und zu was er in einer solchen Situation fähig ist, haben vor Regisseur und Drehbuchautor Ric Roman Waugh bereits andere beackert. Dennoch ist ihm mit „Felon“ ein überzeugender Beitrag zu dem Thema gelungen. Zwei Jahre arbeitete er an dem Drehbuch, sprach mit ehemalige Häftlingen und Aufsehern, besuchte Gangs und sah sich Gefängnisse an. Die Eindrücke und Wahrheiten, die Waugh bei seiner aufwändigen Recherche gewann, spiegeln sich in „Felon“ wieder. Auch wenn an der einen oder anderen Stelle in punkto Charakterzeichnung mehr Tiefe schön gewesen wäre und der Film keine bahnbrechend neuen Erkenntnisse zu Tage fördert, überzeugt das Knastdrama mit einer großen Glaubwürdigkeit und spürbarer Realitätsnähe. Der Filmemacher holte aus seinem begrenzten Budget das Machbare heraus und so taucht man nicht nur visuell sondern auch atmosphärisch in diese Parallelwelt hinter den Gefängnismauern ein. „Felon“ zeichnet das erschütternde Bild einer ganz persönlichen Hölle, in der man die Spielregeln nicht kennt und der Einsatz das eigene Leben ist. Es ist ein ehrliches Bild, das Ric Roman Waugh zeigt und bei dem es nicht darum geht spritzendes Blut und zerschlagene Gesichter möglichst effektheischend in Szene zu sehen.
Auch beim Cast setzte Ric Roman Waugh auf Authentizität und so werden viele der Knastbrüder von echten Ex-Häftlingen dargestellt. In den Hauptrollen machen Stephen Dorff, Val Kilmer und Harold Perrineau einen wirklich guten Job. Besonders Kilmer verschmilzt, ganz Chamäleon, wieder völlig mit seiner Rolle.
„Ich wollte, dass der Zuschauer denkt: Oh Gott, das könnte ich sein.“ Ric Roman Waugh schafft mit einer Mischung aus routinierter Inszenierung und aufwändiger Themenrecherche ein beklemmendes Bild einer Welt, die für viele Menschen täglich abseits unserer normalen Welt Realität ist und bringt so das Thema Strafvollzug eindrücklich zurück in unser Gedächtnis.
