Das Leben gehört uns

La guerre est déclarée

Filmplakat Das Leben gehört uns
Regie Valérie Donzelli  Drehbuch Valérie Donzelli, Jérémie Elkaïm  Produzent Edouard Weil 
Genre Drama  FSK Filmlänge 100 min
Land Frankreich  Kinostart 26.04.2012  Verleih Prokino

Story

Roméo und Juliette lernen sich auf einer Party kennen, verlieben sich auf den ersten Blick und stürzen sich wie im Rausch in eine Liebesbeziehung, die wenig später von einem Kind gekrönt wird. Adam ist der Augenstern des jungen und dynamischen Paares, das in Paris lebt und von der Zukunft träumt. Doch das Glück endet jäh, als sich eine Disharmonie im Gesicht von Adam als Beleg für einen Gehirntumor entpuppt. Roméo und Juliettes Alltag ändert sich nun drastisch. Ein schmerzvoller und zermürbender Marathon durch Behandlungszimmer und durchwachte Nächste beginnt. Doch Geldsorgen, die Banalität des Alltages und die Angst um ihr Kind können das Paar nicht kleinkriegen. Die Krankheit von Adam wird zur Zerreisprobe ihrer Liebe, bringt aber auch die Gewissheit, um die eigene innere Stärke…

Schauspieler

Das Leben gehört uns Valérie Donzelli, Jérémie Elkaïm, César Desseix, Gabriel Elkaïm, Brigitte Sy, Elina Löwensohn, Michèle Moretti, Philippe Laudenbach, Bastien Bouillon

Filmkritik von Melanie Frommholz

Melli vergibt 5 von 5 Ms Das Leben gehört uns Wenn die Hauptfiguren Roméo und Juliette heißen und die Drehbuchautoren Valérie Donzelli und Jérémie Elkaïm auch noch die eigene Geschichte der Krebserkrankung ihres Sohnes zu einem Filmstoff verarbeiten, dann stellt man sich unweigerlich im besten Fall auf einen zutiefst schwermütigen Film ein und erwartet im Grunde triefende Theatralik, wo immer sie sich anbietet. Doch „Das Leben gehört uns“ überrascht, denn der Film ist gänzlich frei davon und schafft es immer hoffnungsvoll und lebensbejahend zu bleiben. Valérie Donzelli, die auch Regie führte, überzeugt mit einer kraftvollen und dynamischen Inszenierung, die so gar nichts von Shakespeare hat und die mit Nichten melodramatisches Betroffenheitskino ist. Übersetzt heißt der französische Originaltitel „Der Krieg ist erklärt“ und genau das tut Donzelli mit ihrem Film: sie erklärt den Krieg. Nämlich den Konventionen, den Erwartungen an einen solchen Film und der üblichen Herangehensweise an einen schweren Stoff wie diesen. Die Aufarbeitung ihrer und Jérémie Elkaïm persönlicher Geschichte, die beiden sind heute kein Liebespaar mehr, ist eine kraftvolle und emotionale Flut, die vor unkonventionellen Stilmitteln strotzt und die in Bild, Inszenierung und Musik eine enorme Bandbreite vorweist. Von Techno-Beats bis Klassik ist hier alles zu hören. Dokumentarische Einschübe wechseln sich mit verträumten Chanson-Einlagen ab. Dabei schafft der Film immer eine große Nähe zu seinen Figuren, überrascht indem er intime Momente einfängt, die man nicht erwartet hatte und schafft damit ein unglaublich echtes und pulsierendes Portrait eines schwierigen Lebensabschnittes.
„Das Leben gehört uns“ ist ein sehr französischer Film geworden. Eine abgegriffene Umschreibung, die es aber trifft. Denn nur im Land von Baguette und Käse verstehen es die Filmemacher auf diese besondere Art das Leben authentisch und ungekünstelt einzufangen und selbst die Banalität des Alltags erzählenswert zu machen. Am Ende hat man „Das Leben gehört uns“ mit all seinen Figuren einfach in sein Herz geschlossen. Eine Geschichte über die Stärke in uns und die Hoffnung auf Leben. Und das ganz ohne Kitsch. Wunderbar!

Wissenswertes

Das Leben gehört uns Valérie Donzelli und Jérémie Elkaïm erzählen in "Das Leben gehört uns" ihre eigene Geschichte und spielen auch die Hauptrollen.

Der Film wurde von Frankreich für den OSCARS als Bester fremdsprachiger Film vorgeschlagen.



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