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Sturm auf Festung Brest
Brestskaya krepost
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Regie
Alexander Kott
Drehbuch
Aleksey Dudarev, Ekaterina Tirdatova, Konstantin Vorobiov, Vladimir Yeryomin
Produzenten
Ruben Dishdishyan, Igor Ugolnikov, Vladimir Zametalin
Genre Kriegs-Drama FSK 16 Filmlänge 132 min Land Weißrussland, Russland, 2010 DVD-Start 27.09.2011 Blu-ray-Start 27.09.2011 Verleih Ascot Elite |
Story
Am 22. Juni 1941 bricht die Hölle über die Soldaten der Roten Armee in der Festung Brest herein. Sicherlich, Gerüchte über den bevorstehenden Beginn von Kämpfen hatten unter den Soldaten die Runde gemacht, aber so richtig glaubte nicht einmal der Politoffizier an Kampfhandlungen. Längst hatten viele Militärangehörige ihre Frauen und Kinder in die Festung gebracht. Doch dann eröffnet die Wehrmacht mit dem Russlandfelszug die Ostfront und am 22.Juni 1941 bricht in Brest mit dem Angriff der deutschen Luftwaffe unvermittelt der Zweite Weltkrieg hautnah los. Die ersten Bomben überraschen die Soldaten im Schlaf. Schnell wird die strategisch wichtige Festung sturmreif gebombt, doch in den Mauern gibt es noch mutige Soldaten, die die Stellung gegen jede Hoffnung mehrere Tage halten. Den Offizieren Gawrilow, Kischewatow und Fomin gelingt es einen verzweifelten Wiederstand zu organisieren.
Schauspieler
Andrey Merzlikin, Pavel Derevyanko, Aleksei Kopashov, Anatoly Kot, Veronika Nikonova, Aleksandr Korshunov, Anna Tsukanova, Ilya Mozgovoi, Evgeniy Tsyganov, Igor Ivanov, Dmitri Kulichkov
Filmkritik von Melanie Frommholz
Der Zweite Weltkrieg kennt an allen Fronten und bei allen Beteiligten unzählige Geschichten von Leid, Tod, Zerstörung und mutigen Taten. In solchen Zeiten zeigt sich, aus welchem Holz die Menschen geschnitzt sind. Auf der sowjetischen Seite ist der Sturm auf die Festung Brest ein Ereignis, das sich in das Gedächtnis eingebrannt hat. Ein Ereignis, dem sich der russische Regisseur Alexander Kott mit seinem Drehbuchteam nun angenommen hat, um es würdig zu verfilmen und den Soldaten, die die Festung hielten, ein filmische Denkmal zu setzen. Sein Hauptaugenmerk lag eindeutig auf der Würdigung der Soldaten und den Effekten sowie der Ausstattung. An der Optik gibt es auch tatsächlich wenig zu bemängeln. Die realistischen Kulissen der Festung Brest fliegen äußert authentisch unter dem deutschen Bombenhagel in die Luft und das über die gesamte Filmlänge. Gefährlicher Kugelhagel, die Darstellung von toten, blutigen und verstümmelten Menschen – all das hat Kott überzeugend und actionreich in Szene gesetzt. Doch damit ist man leider auch schon am Ende der Positivliste von „Sturm auf Festung Brest“ angekommen. Einmal abgesehen von dem undifferenzierten Patriotismus, der aus vielen Szenen spricht, fehlt dem Film vor allem eine überzeugende Dramaturgie, die die einzelnen Sequenzen stimmig und logisch zusammenhält und gute Dialoge. Die Drehbuchautoren wählten den kleinen Jungen Sashka als Erzähler, dem wohl die Rolle des Bindegliedes zugedacht war. Dieser erweist sich jedoch als ausdruckslose Stimme aus dem Off, die unmotiviert und durchweg emotionslos agiert und nicht dazu beiträgt, dass einen die Geschichte gefangen nimmt. Dafür meldet er sich einfach zu selten und erklärt zu wenig. Die Inszenierung taugt überdies insgesamt weder dazu zu ihm, noch zu einer der anderen Hauptfiguren einen echten emotionalen Bezug aufzubauen. Die Zeichnung der Charaktere reißt einen auch im weiteren Verlauf der Kampfhandlungen nicht zu Begeisterungsstürmen hin. Alles wirkt zunehmend konfus und beliebig und scheint nur dem Zweck zu dienen endlich mit dem nächsten Bombenhagel anzufangen. Geht es dann mit den Kampfhandlungen erst richtig los, passiert wenig mehr als das etwas in die Luft fliegt. Der Gegner – die Deutschen – erscheint durchweg nur als klischeehaft gezeichnete Randnotiz, lediglich als Absender von Kugeln und Bomben mit stereotypen Sätzen auf den Lippen. Ansonsten hat man den Eindruck, dass Kott hier seine Statisten ausgegangen sind, denn man sieht selten mehr als fünf deutsche Soldaten auf einmal. Ein „Sturm“ sieht anders aus. Weil mit zunehmenden Filmminuten auch die Logikfehler immer mehr werden, gerät „Sturm auf Festung Brest“ letztlich zu einer echten Geduldsprobe. Alexander Kott ist, nicht zuletzt wegen einem handwerklich schlechten Drehbuch, kein überzeugender (Anti-)Kriegsfilm gelungen.
Ursprünglich gehörte Brest und seine Festung zu Polen. Im Zeiten Weltkrieg wurde es zum Spielball zwischen Deutschland und der Sowjetunion. Seit 1991 gehört Brest zu Weißrussland. 