Infinite Justice - In den Fängen der Al Kaida

Infinite Justice

Filmplakat Infinite Justice - In den Fängen der Al Kaida
Regie Jamil Dehlavi  Drehbuch Jamil Dehlavi  Produzent Jamil Dehlavi 
Genre Thriller  FSK 16  Filmlänge 93 min
Land Großbritannien, 2006  DVD-Start 21.10.2011  Blu-ray-Start 21.10.2011  Verleih FilmConfect Home Entertainment

Story

Am 11. September 2001 änderte sich mit den Terroranschlägen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon das Leben in Amerika grundlegend. Der jüdische Journalist Arnold Silverman verlor bei den Anschlägen seine Schwester und wird seither von den Ereignissen nicht mehr losgelassen. Er beginnt mit der Recherche nach dem großen Warum und dem Netzwerk um Osama bin Laden, Al Kaida. Er stößt bei seinen Nachforschungen auf den jungen, muslimischen Fundamentalisten Kamal Khan, der ihm vergleichsweise aufgeschlossen erscheint. Kahn verspricht Silverman ein exklusives Interview mit einem der undurchsichtigen Drahtziehern des Dschihad hinter bin Laden und zunächst scheint auch alles nach Plan zu laufen, doch dann findet sich der Amerikaner als Geisel in einem unbekannten Versteckt der Al Kaida wieder.

Schauspieler

Infinite Justice - In den Fängen der Al Kaida Kevin Collins, Raza Jaffrey, Jennifer Calvert, Constantine Gregory, Irvine Iqbal, Jeff Mirza, William Roberts, Liza Zapol, Mitchell Mullen, Graham Bohea, Youssef Kerkour, Serge Soric, Ivana Basic, Shekhar Bassi

Filmkritik von Melanie Frommholz

Melli vergibt 2 von 5 Ms Infinite Justice - In den Fängen der Al Kaida Infinite Justice = Unbegrenzte Gerechtigkeit: so nannten die amerikanischen Streitkräfte zunächst ihre Operation gegen die terroristischen Kräfte, die die Terroranschläge am 11.09.2001 zu verantworten hatten. Die Terroranschläge veränderten nicht nur in Amerika sondern weltweit das Bild der Muslime und waren der Auftakt zum „Krieg gegen den Terror“. 2011 jährten sich die schrecklichen Ereignisse zum zehnten Mal – plötzlich waren die einstürzenden Tower des World Trade Centers wieder allgegenwärtig und mit ihnen die Erkenntnis, dass wir bei der Frage nach dem Warum und der Suche nach Dialogen und Lösungen nicht wirklich weiter gekommen sind. Ein günstiger Zeitpunkt für die DVD-Veröffentlichung von Filmen wie „Infinite Justice – In den Fängen der Al Kaida“, der bereits aus dem Jahr 2006 stammt. Der pakistanische Filmemacher Jamil Dehlavi, der nicht nur Regie führte sondern auch produzierte und das Drehbuch schrieb, macht sich in seinem Film auf die Suche nach Antworten und versucht ambitioniert die vielen Facetten der Problematik rund um religiösen Fundamentalismus, gegensätzliche Weltanschauungen von westlicher und muslimischer Welt und den Motivationen hinter den Terroranschlägen glaubwürdig einzufangen. Ihm ist ein durchaus packender Thriller gelungen, der allerdings merklich unter einem überfrachteten und unausgewogenen Drehbuch leidet. Dehlavi bemüht sich augenscheinlich um den größtmöglichen Realismus und zeigt auch bis zum brutalen Schluss überzeugend auf, dass die westlichen Schwarz-Weiß-Erklärungen rund um das Thema Terror oft zu kurz greifen, doch er vernachlässigt darüber die überzeugende Beleuchtung der Motivation seiner Protagonisten und deren tiefergehende Charakterzeichnung. Nur vier Monate nach dem Verlust seiner Schwester wirkt Journalist Silverman seltsam abgeklärt - ihr Tod ist dem Drehbuch nur wenige Sätze wert - und auch bei seinem Gegenpart Kahn reichen Jamil Dehlavi kurze klischeehafte Schilderungen negativer Erfahrungen in der Schule und eine falsche Freundschaft als Erklärung einer extremen fundamentalistischen Radikalisierung. Der Film springt zudem zwischen den beiden Hauptfiguren hin und her ohne sich einer konsequent zu widmen, was dazu führt, dass man zu keiner von beiden eine echte Beziehung aufbauen kann. Verwirrend agierende Nebencharaktere, deren Handlungen sich nur teilweise aufklären, vervollständigen das verzettelte Bild von „Infinite Justice“, und den dadurch letztlich insgesamt enttäuschenden Eindruck.

Wissenswertes

Infinite Justice - In den Fängen der Al Kaida "Infinite Justice - In den Fängen der Al Kaida" wurde auf mehreren Festivals gezeigt, erhielt aber keinen Kinostart.



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