Bringing out the Dead - Nächte der Erinnerung

Bringing out the Dead

Filmplakat Bringing out the Dead - Nächte der Erinnerung
Regie Martin Scorsese  Drehbuch Paul Schrader  Produzenten Scott Rudin, Barbara De Fina 
Genre Drama  FSK 16  Filmlänge 120 min
Land USA  Kinostart 04.05.2000  DVD-Start 24.04.2001  Verleih Buena Vista International

Story

Rettungssanitäter Frank hat eine echte Pechsträhne. Am laufenden Band sterben ihm die Patienten unter den Händen weg. Er ist völlig ausgebrannt, kann nicht schlafen. Er ist sogar schon so weit, dass er seinen Chef regelrecht um seine Kündigung anbettelt. Doch dieser hat chronischen Personalnotstand und schickt Frank unbarmherzig Nacht für Nacht raus. Herzinfarkte, Drogentote, besoffene Obdachlose: nichts, was Frank nicht schon gesehen hätte. Doch plötzlich ist da mit Mary, der Tochter eines Koma-Patienten, ein Silberstreif am Horizont. Bei ihr wird er plötzlich ganz ruhig und kann endlich auch wieder richtig schlafen.

Schauspieler

Bringing out the Dead - Nächte der Erinnerung Nicolas Cage, Patricia Arquette, John Goodman, Ving Rhames, Tom Sizemore, Marc Anthony, Mary Beth Hurt, Cliff Curtis, Nestor Serrano, Aida Turturro, Cynthia Roman, Afemo Omilami, Cullen Oliver Johnson, Arthur Nascarella

Filmkritik von Melanie Frommholz

Melli vergibt 4 von 5 Ms Bringing out the Dead - Nächte der Erinnerung Makaber, tiefschwarz und bitterböse. „Bringing out the Dead – Nächte der Erinnerung“ ist Martin Scorseses ganz persönliche Abrechnung mit dem maroden amerikanischen Gesundheitssystem. Wie schon in „Taxi Driver“ stellt Drehbuchautor Paul Schrader einen Mann am Rande des Nervenzusammenbruchs in das Zentrum seiner Geschichte. Nicolas Cage in seiner Rolle des völlig ausgebrannten Frank ist ebenso überzeugend, wie John Goodman, Ving Rhames oder Tom Sizemore als seine, auf ihre Weise durchgeknallten Kollegen. Obwohl der Wahrheit sicherlich näher, als einem lieb ist, ist die Story am Ende doch zu abgedreht. Scorsese fährt mit seiner gewaltigen Bilderflut einfach sehr dicht an die Schmerzgrenze des Erträglichen. 120 Minuten sind einfach etwas zu viel blutige Straßenhölle New York. Der Filmemacher legt dadurch jedoch unnachgiebig den Finger in eine offene Wunde und macht auf einige kapitale Missstände aufmerksam. Wer will schon von einem Rettungsfahrer, der völlig am Ende ist in eine absolut überfüllte Notaufnahme geschafft werden, nur um dann von einem Arzt im 48 Stunden-Schicht-Betrieb irgendwo auf dem Flur geparkt zu werden. Geschickt verknüpft wird die Systemkritik mit der Geschichte eines Mannes, der einfach nicht mehr kann, nur noch mechanisch seinen Dienst verrichtet und den die Geister der nicht geretteten Patienten nicht mehr loslassen. Es ist eben immer die persönliche Tragödie, über die sich eine global Kritik am besten zum Zuschauer transportieren lässt.



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