World Trade Center

Filmplakat World Trade Center
Regie Oliver Stone  Drehbuch Andrea Berloff  Produzenten Michael Shamberg, Stacey Sher, Moritz Bormann, Debra Hill, Oliver Stone 
Genre Historien-Drama  FSK 12  Filmlänge 129 min
Land USA  Kinostart 28.09.2006  DVD-Start 15.02.2007  Blu-ray-Start 21.03.2007  Verleih United International Pictures

Story

11. September 2001. Auf diesen Tag war niemand vorbereitet. Keine Polizei. Keine Feuerwehr. Kein New Yorker oder irgendein anderer Mensch auf der Welt.
"World Trade Center" erzählt die Geschichte einer Gruppe Polizisten, die verzweifelt versuchten, die Menschen aus dem angeschlagenen Gebäude zu retten und dabei selbst lebendig begraben wurden. Es gibt immer Hoffnung...

Schauspieler

World Trade Center Nicolas Cage, Michael Pena, Maggie Gyllenhaal, Maria Bello, Stephen Dorff, Jay Hernandez, Michael Shannon, Brad Henke, Peter McRobbie, Frank Whaley, Armando Riesco, Wass M. Stevens

Filmkritik von Thomas Ays

Tom vergibt 3 von 5 Ms World Trade Center Natürlich wird jedem einigermaßen zeitlich und örtlich orientierten Menschen auf der Welt klar gewesen sein, dass es nicht sehr lange dauern wird, bis die, oder eine Geschichte um den Terroranschlag auf das World Trade Center auf die Leinwand gebracht wird. 2006 waren es gleich 3 Filme: Der Kinostreifen „Flug 93“ und der dazugehörige TV-Film „Flight 93“. Nummer 3 heißt passenderweise „World Trade Center“. Schon weit vor Veröffentlichung des Streifens war klar, dass bestimmt nicht jeder von seiner Geschichte angetan sein wird. In der Tat ist diese Vergangenheitsbewältigung ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite bezweifelt sicher niemand, dass der 11. September 2001 zu einem der schlimmsten Tage des neuen Jahrtausends gehört, und dass die Terroranschläge uns auch hier in Deutschland schwer getroffen haben. Es gibt wohl viele, die mit den Amerikanern getrauert und gefühlt haben und die mit Sicherheit genauso fassungslos und erschrocken auf ihre Bildschirme starrten – stunden- und tagelang. 5 Jahre ist das jetzt her. Ausgerechnet Oliver Stone bringt uns jetzt "World Trade Center" in die Kinos. Der Regisseur, der sich durch seine Filme den Titel „Das Gewissen Amerikas“ eingebracht hat, inszinierte bereits den Kultstreifen „Geboren am 4. Juli“ mit Tom Cruise.
Die Geschichte und vor allem ihre Darsteller sind höchst überzeugend. Nicolas Cage, Michael Pena, Maria Bello und Maggie Gyllenhaal agieren völlig glaubhaft und die Story um die zwei Polizisten ist auch perfekt erzählt. Es gibt jedoch Sequenzen in diesem Film, die sind a) völlig daneben und b) furchtbar unnötig. Die Jesus-Szenen – wir bereiten Euch wirklich extra darauf vor – sind nicht in Worte zu fassen und die Darstellung des US-Marines ist einfach nur widerlich patriotisch. Da wird es einem als Zuschauer wirklich fast speiübel. Zeitweise wird man das Gefühl nicht los, dass die Charakterisierung dieser Figur nur als Parodie zu verstehen ist. SO kann doch wirklich keiner sein – oder doch? Auch unnötig waren die Szenen mit dem amerikanischen Präsidenten. Das gibt dem Film eine politische Note, die ihm ganz und gar nicht gut tut.
Fazit: „World Trade Center“ arbeitet und verarbeitet das Trauma der Amerikaner und der Welt glaubhaft und authentisch. Leider gibt sich Regisseur Oliver Stone und vor allem Drehbuchautorin Andrea Berloff der Illusion hin, dass das internationale Publikum für solch tiefen Pathos bereit ist. Sind wir nicht. Der 11. September 2001 hat uns betroffen gemacht – aber nicht stärker, auch das amerikanische Volk nicht, auch wenn das Mr. Bush gerne glauben will: Nur schwächer.



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