Die Frauen von Hoheneck - Ein DDR Gefängnis und seine Schatten in die Gegenwart (TV)

Regie Hans-Michael Kassel  Drehbuch Kristin Derfler, Dietmar Klein 
Genre Dokumentation  Filmlänge 30 min
Land Deutschland, 2011  Verleih SWR

Story

In der DDR-Haftanstalt Hoheneck wurden nach den 1970er Jahren hauptsächlich Frauen inhaftiert, die eine Flucht aus der DDR geplant hatten oder wiederholt einen Ausreiseantrag gestellt haben. Die Antwort des DDR-Regimes auf den einfachen Wunsch nach Freiheit, war erschreckend: unmenschliche Haftbedingungen, Zwangsarbeit und Medikamentenmissbrauch sind nur ein paar wenige Beispiele für den Schrecken, der sich jahrelang in dem Gefängnis Hoheneck zugetragen hat – und der noch heute totgeschwiegen wird. 22 Jahre nach dem Mauerfall geht es nun um die Frage: wie gehen die damals inhaftierten Frauen heute mit ihrem Schicksal um?

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 4 von 5 Ms Die Frauen von Hoheneck - Ein DDR Gefängnis und seine Schatten in die Gegenwart (TV) Die Dokumentation "Die Frauen von Hoheneck - Ein DDR Gefängnis und seine Schatten in die Gegenwart" wird am 9. November im Rahmen eines Themenabends in der ARD erstmals ausgestrahlt. Nach der Ausstrahlung des Spielfilms „Es ist nicht vorbei“, der anhand eines fiktionalen Beispiels exemplarisch von der DDR-Haftanstalt Hoheneck erzählt, knüpft die Dokumentation mit tatsächlichen Fakten an das Thema an. Das Zusammenspiel ergibt dabei ein für den Zuschauer tolles und informatives Gesamtbild. "Die Frauen von Hoheneck - Ein DDR Gefängnis und seine Schatten in die Gegenwart" zeigt innerhalb knackiger 30 Minuten anhand mehren Einzelschicksalen, was es bedeutet hat, eine Gefangene von Hoheneck zu sein – und was es bis heute für unzählige Frauen bedeutet. Noch immer leben Zeitzeugen unter uns, die zerrissen sind, von den Erfahrungen die sie machen mussten und die noch heute nicht mit dem Kapitel abgeschlossen haben. Kristin Derfler, die auch das Drehbuch zu „Es ist nicht vorbei“ schrieb, hat einige Zeitzeugen getroffen und lässt diese in ihrer Dokumentation ergreifend und nachhaltig zu Wort kommen.
Ohne den Spielfilm vorab würde "Die Frauen von Hoheneck - Ein DDR Gefängnis und seine Schatten in die Gegenwart" vermutlich nicht funktionieren. 30 Minuten sind zu wenig Zeit, um einen eindrücklichen Gesamteindruck zu vermitteln. Durch die zuvor erzählte fiktive Geschichte gewinnt die Dokumentation jedoch an Brisanz und gestaltet sich als tolle und interessante Ergänzung, die den historischen Hintergrund des Spielfilms verdeutlicht.

Wissenswertes

Die Frauen von Hoheneck - Ein DDR Gefängnis und seine Schatten in die Gegenwart (TV) Die Dokumentation "Die Frauen von Hoheneck - Ein DDR Gefängnis und seine Schatten in die Gegenwart" wird am 9. November um 21:45 Uhr in Zusammenhang mit dem Spielfilm "Es ist nicht vorbei" in der ARD ausgestrahlt.

Copyright Bild (1): SWR/Dietmar Klein



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