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Babel
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Regie
Alejandro González Iñárritu
Drehbuch
Guillermo Arriaga Jordan
Produzenten
Steve Golin, Jon Kilik, Alejandro González Iñárritu
Genre Drama FSK 16 Filmlänge 144 min Land USA Kinostart 21.12.2006 DVD-Start 06.08.2007 Verleih Tobis |
Story
Irgendwo in der marokkanischen Wüste kauft ein Bauer eine Waffe zum Schutz vor Schakalen. Als seine Söhne aus Übermut auf eine amerikanische Touristin schießen und diese schwer verwunden, gerät eine weltumspannende Lawine ins Rollen, die bis zum ursprünglichen Waffenbesitzer nach Japan führt. Während in Marokko der Mann der Verwundeten um deren Leben bangt, kommt das Kindermädchen der Familie durch die leichtsinnige Entscheidung die ihr anvertrauten Kinder ohne Erlaubnis mit nach Mexiko zu nehmen in ernsthafte Schwierigkeiten. Auf der anderen Seite der Welt versucht zur gleichen Zeit eine junge Japanerin den Selbstmord der Mutter zu verarbeiten. Vier Geschichten, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben und doch ganz eng verknüpft sind.
Schauspieler
Brad Pitt, Cate Blanchett, Said Tarchani, Gael García Bernal, Adriana Barraza, Elle Fanning, Nathan Gamble, Robert Esquivel, Kôji Yakusho, Rinko Kikuchi
Filmkritik von Melanie Frommholz
Babel – Sinnbild für ein buntes Gemisch an Völkern, die im Grunde doch ein einziges sind. Regisseur Alejandro González Iñárritu zeigt in seinem vier Erzählstränge umspannenden Film, dass es die Gefühle sind, die die Menschen einen. Egal ob in Marokko, Amerika oder Japan: In ihrer Trauer sind die Menschen alleine und verzweifelt. Der Verlust eines geliebten Menschen ist immer schmerzlich. Egal wo man sich aufhält, überall kann durch unglückliche Zufälle eine Lawine ins Rollen geraten, die ungeahnte Auswirkungen auf verwandte oder ganz entfernte Menschen hat. Der zugegeben etwas lange Ensemblefilm glänzt in allen vier Handlungselementen durch ausgezeichnete Schauspieler. Besonders eindringlich ist dabei die Geschichte um ein taubstummes, japanisches Mädchen, das nach dem Selbstmord der Mutter völlig traumatisiert ist. Die Nachwuchsschauspielerin Rinko Kikuchi geht in dieser Rolle eindrucksvoll auf und berührt damit auf besondere Art und Weise. Ihre Geschichte allein wäre schon einen ganzen Film wert gewesen, wirkt im Zusammenspiel mit den anderen Handlungssträngen jedoch etwas in das Ganze hineinkonstruiert. Auch wenn das Sinnbild von Leere auf die Betonwüste Tokios natürlich genauso passt, wie auf die Weite der marokkanischen Wüste. Überhaupt überzeugt „Babel“ durch starke Einzelsequenzen, gute platzierte Schnitte und eine interessante Erzählführung. Eine Geschichte, die die Welt umspannt und doch auch direkt vor der eigenen Haustüre beginnen kann. Alejandro González Iñárritu fühlt mit seinen Geschichten den emotionalen Entscheidungen auf den Zahn, zeigt wie schnell eine Situation durch eine falsche Reaktion kippen kann und dann eine Eigendynamik entwickelt, die nicht mehr zu stoppen ist.
Wissenswertes
"Babel" ist der Abschluss einer thematischen Trilogie von Filmemacher Alejandro González Iñárritu. Die ersten beiden Filme sind "Amores Perros- Was ist Liebe?" und "21 Gramm".
Auszeichnungen
Golden Globe-Nominierungen
Beste Regie, Beste Nebendarstellerin (Adriana Barraza), Beste Nebendarstellerin (Rinko Kikuchi), Bester Nebendarsteller (Brad Pitt), Bestes Drehbuch, Beste Musik
Gewonnene Golden Globes
Bester Film - Drama
OSCAR-Nominierungen
Bester Film, Beste Regie, Beste Nebendarstellerin (Adriana Barraza), Beste Nebendarstellerin (Rinko Kikuchi), Bester Schnitt, Bestes Drehbuch (Original)
Gewonnene OSCARs
Beste Musik
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Kommentare
werner schreibt am 29.10.07, 15:18
Was diesen Film anbelangt, bin ich
vollkommen der Meinung von Chris. Wirklich exzellente Schauspieler,auch die Art wie Inarritu inszeniert. Aber ich habe bei allen seinen Filmen das gleiche Problem und das liegt wohl im Script begraben.Irgendwo auf dem dramaturgischen Weg bliebt er immer hängen. Er führt starke Charaktere und bewegende Momente ein. Dann beginnt sich die Story zu dehnen, bis sie irgendwo abreisst und der Zuseher bleibt etwas ratlos zurück. Natürlich könnte man jetzt sagen, der Filmemacher hat das so gewollt, er will kein Patentrezept liefern. Ich meine aber doch wenn man so anfängt, wie Babel es tut, sollte man es auch zu Ende führen. Auch sind die Verbindungen der Episoden alles andere als spannend konstruiert. Marc schreibt irgendwann wirds langweilig. Ja das empfinde ich auch so, möglicherweise will der Filmemacher zuviel(Betroffenheit) und gibt zuwenig(dramaturgischer Spannungsbogen).
Für mich ein etwas überschätztes Stück Gegenwartskino mit sehr guten Einzelleistungen.
Werner
peter schreibt am 28.02.07, 08:30
sehenswerter Film
Marc schreibt am 24.07.07, 02:30
Ich habe viel von diesen film erwartet, jedoch nicht viel bekommen. ich fand ihn einfach langweilig...dabei fällts mir schwer zu sagen was daran so langweilig war. es ist wohl das gesamtbild...es gibt viele schöne momente im film. jedoch überwiegt der teil der einfach nur ins leere führt.
old cat schreibt am 07.04.12, 23:42
... der Film endet ohne Antwort auf Fragen, die wir zwar stellen, aber die nur jeder für sich versuchen kann, sie zu finden. Danach zu suchen ist wahrscheinlich nicht angenehm - wer suchet, der findet - der Weg ist das Ziel. Danke für diesen Film.
mark schreibt am 06.04.09, 11:46
Ein fantastischer Film, gekonnt werden hier indirekte zwischenmenschliche Beziehungen geschildert, die weltumgreifend sind und aufwühlend, ergreifend und tiefsinnig zeigen, wie wir Menschen durch eine einzige Handlung doch alle miteinander verbunden sind, auf die ein oder andere Weise! Großes Kino! Gute Nacht liebe Filmfreunde!
Chris schreibt am 03.08.07, 00:52
Vorweg: Der Film hat eine besondere Erzählstruktur, nicht wie die amerikanischen Filme mit herausragender Filmmusik und melodramatischen patriotischen Momenten, wo man so herrlich los heulen kann. Aber trotzdem versteht der Film zu bewegen. Gespannt verfolgt man die Handlungsstränge, die erst nüchtern anfangen und hinterher sehr dramatisch werden. Über die schauspielerischen Leistungen braucht man auch nicht zu reden: Die Laiendarsteller überragen in ihren Qualtitäten oft die richtigen Darsteller Brad Pitt und Blanchett. Grandios natürlich das gehörlose japanische Teenie-Girl. Einige Szenen des Films waren besonders gut umgesetzt, wie z.B. der Drogentrip des Mädchens und der anschließende Discobesuch (gute Housemucke..) Aber trotzdem fragt man sich am Ende: Was soll das Ganze? Es hängt zwar alles irgendwie zusammen, doch man wünscht sich als Zuschauer die Geschichte zu Ende erzählt. Aber das ist leider das, was fehlt. Der Film hat kein richtiges Ende.
Fazit: Ein Film, der gespaltene Meinungen hinterläßt (auch bei meinen Bekannten). Ein Film, der sich lohnt, aber kein Film, den man unbedingt gesehen haben muss. Da gibt es bessere Episodenfilme...
