Der letzte Zug

Filmplakat Der letzte Zug
Regie Joseph Vilsmaier, Dana Vávrová  Drehbuch Stephen Glantz  Produzent Artur Brauner 
Genre Historien-Drama  FSK 12  Filmlänge 123 min
Land Deutschland  Kinostart 09.11.2006  DVD-Start 07.04.2007  Verleih Concorde Film

Story

1943. Als Geburtstagsgeschenk für den Führer soll ganz Berlin „judenrein“ gemacht werden. In einer Großaktion treibt die Gestapo die letzten verbliebenen Juden zusammen und pfercht sie in einen Zug nach Auschwitz. Alter oder gesellschaftliche Stellung, alles völlig egal. In Viehwagons geht es für die 688 Menschen sechs lange Tage in Richtung Tod. Hitze, Wassermangel und die qualvolle Enge machen die Reise fast unerträglich. Doch nicht alle Gefangenen geben die Hoffnung auf und ergeben sich in ihr Schicksal. Der ehemalige Boxchampion Henry Neumann und seine Familie sowie der Juwelier Albert Rosen und seine Freundin Ruth Silbermann versuchen aus der rollenden Höll auszubrechen.

Schauspieler

Der letzte Zug Gedeon Burkhard, Lale Yavas, Lena Beyerling, Juraj Kukura, Sibel Kekilli, Roman Roth, Hans-Jürgen Silbermann, Brigitte Grothum, Ludwig Blochberger

Filmkritik von Melanie Frommholz

Melli vergibt 5 von 5 Ms Der letzte Zug „Muss es denn schon wieder einen Film zu diesem Thema geben. Reicht es denn nun nicht langsam?“ Solchen Kommentaren kann man nur entgegenhalten, dass es auch gut 50 Jahre „danach“ immer noch wichtig ist gegen das Vergessen anzukämpfen. Die Deportation der Juden unter der Hitlerdiktatur ist Teil der deutschen Geschichte und Filme wie „Der letzte Zug“ tragen dazu bei, dass die Auseinandersetzung mit diesem Thema lebendig bleibt. Die Regisseure Joseph Vilsmaier und Dana Vávróvá haben mit ihrem Projekt zudem eine Perspektive gewählt, die so noch nicht allzu oft für einen Film thematisiert wurde. Wie sah das Schicksal der todgeweihten Menschen in den Deportationszügen aus? Was haben sie während ihrer letzten Tage und Stunden durchgemacht? Obwohl nicht alle Hauptdarsteller es schaffen das Grauen der Situation gleich intensiv zum Zuschauer zu transportieren, bleibt nach dem Abspann doch eine unglaubliche Erschütterung und viele unauslöschliche Bilder zurück. Besonders positiv fällt die Darstellung von Schauspieler Gedeon Burkhard auf, der hier in einer für ihn gänzlich ungewohnten Rolle zu sehen ist, und sich damit auch für weitere Projekte jenseits von TV-Serie wie „Kommissar Rex“ empfiehlt. Nicht ganz überzeugen konnten die beiden Jungschauspieler Roman Roth und Sibel Kekilli. Schon ganz nicht gegen die eindringliche und auf ganzer Linie fesselnde Darstellung von Hans Jürgen Silbermann und Brigitte Grothum, die als Kabarettist Jakob Noschik und Pianistin Gabriella Hellermann für viele der bewegensten Momente des Films sorgen. Obwohl die Filmfiguren keinen direkten wahren Hintergrund haben, sind viele Erinnerungen von Überlebenden und anderen Zeitzeugen in die Gestaltung eingeflossen. Ein Umstand, der sicherlich zum bedrückenden Gesamteindruck des Filmes beigetragen hat und nach 123 Minuten ein erschüttertes und sehr stilles Publikum zurücklässt. Besonders der Handlungsstrang rund um die Fluchtbemühungen und die damit verbundene Hoffung, alle könnten es doch schaffen, macht das unausweichliche Ende an der Endstation Auschwitz noch unerträglicher. „Der letzte Zug“ – Ein wichtiger Film wider das Vergessen.



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