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Einfache Leute (TV)

Regie Thorsten Näter  Drehbuch Johannes Reben  Produzent Heike Wiehle-Timm 
Genre Drama  FSK Filmlänge 88 min
Land Deutschland, 2007  Verleih NDR

Story

In jungen Jahren war Henrik Bode DIE Nachwuchshoffnung des deutschen Schwimmverbandes. Heute, fast 20 Jahre später arbeitet der inzwischen verheiratete Familienvater Bode als Bademeister im Bremerhavener Schwimmbad. Nichts ist es geworden mit den ehrgeizigen Plänen von der internationalen Profischwimmerkarriere. Eines Tages taucht mit Lutz ein Teil von Henriks Vergangenheit wieder auf, die dieser eigentlich unter seiner kleinbürgerlichen Existenz verbergen wollte. Lutz war Henriks erste große Liebe, die er aufgrund der Schwimmkarriere beendet hatte. Leistungssportler sind schließlich nicht schwul. Durch das Auftauchen von Lutz gerät alles aus den Fugen. Als Henriks Ehefrau Betta und Sohn Sebastian hinter dessen nur noch geheim gelebte Männerliebe kommen, bricht die Familie auseinander. Doch Betta will dies nicht so einfach hinnehmen.

Schauspieler

Einfache Leute (TV) Barbara Auer, Klaus J. Behrendt, Oliver Bäßler, Tom Schilling, Sebastian Urzendowsky, Charly Hübner

Filmkritik von Melanie Frommholz

Melli vergibt 5 von 5 Ms Einfache Leute (TV) "Einfache Leute" - Ein Film der auf ganzer Linie überzeugen kann. Nicht nur, dass er mit Barbara Auer, Oliver Bäßler, Klaus J. Behrendt und Tom Schilling vier sehr gute Hauptdarsteller auf sich vereint, auch das Thema ist insgesamt sehr gut umgesetzt. Die Dialoge sind echt und ungekünstelt. Stellenweise sitzt man als Zuschauer mit am Esstisch der Bodes und wünscht sich einfach nur, dass es für alle ein Happy End gibt. Obwohl Homosexualität heutzutage scheinbar gesellschaftsfähig ist und in den Medien gerne via Talkshow der Eindruck erweckt wird schwul sei mittlerweile ganz normal, sieht die gelebte Wirklichkeit oft anders aus. "Einfache Leute" schafft es scheinbar spielend, die emotionale Bandbreite die die Problematik der nur heimlich ausgelebten Homosexualität mit sich bringt zum Publikum zu transportieren. Nie wirkt die Handlung zusammenkonstruiert oder gleitet in theatralisches Geschwafel ab. Drehbuch, Regie und Darsteller passen hier einfach zusammen, alles wirkt aus einem Guss. Also nicht vor dem scheinbar "schweren" Stoff zurück schrecken und sich eine bewegende Geschichte erzählen lassen.



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Kommentare

Dieter schreibt am 14.03.07, 14:30
Mir als älterem Schwulen, der sein Leben zum größten Teil hinter sich hat, hat der Film eines gesagt: Es war richtig, damals, ca. 1960, nicht eine Vernunftsehe einzugehen, sondern sich der - für mich bitteren - Realität zu stellen und eben ein Leben als Schwuler zu wagen! Alles andere wäre eine Lebenslüge gewesen!
Max schreibt am 10.03.07, 05:47
Ich vergaß: auch genial die Stelle, wo Henrik sagt, er sei schließlich nicht so wie diese "Olga" Navratilova und Betta sagt: "Stimmt, die Eier hast du nicht" :-)
Caro schreibt am 09.05.07, 20:37
hey, bitte schreiben, wenn wer weiß wo ich diesen film herbekommen könnte, find ihn nämlich nirgendwo... :(
Jens schreibt am 09.04.07, 20:53
Hallo !

In dem Film läuft eine Nummer von AC/DC, weiß jemand, welcher Titel das ist?
Max schreibt am 09.03.07, 08:14
Was für ein Film ! Super gespielt, sprich: überhaupt nicht "gespielt" er fühlt sich echt an, weil der Stoff wirklich aus dem echten Leben kommt.

Ich kenne auch die Szene und weiß, dass es sehr viele Familienväter gibt, die so leben.

Bin froh, dass ich zufällig in der Express darüber las, sonst hätte ich nichts von diesem Film gewußt.

Toll die weibliche Haupfigur (überhaupt diese Schauspielerin !) und, dass sie nicht einfach diese Situation erduldet sondern immer wieder, bis zum Ende "Kontra" gibt. Wo der Seemann fragt, ob man sich duzen soll und sie "Nö" sagt :-)))))))

Super ! :-)
Peter schreibt am 08.03.07, 07:26
Hab dieses Machwerk gerade gesehen: Schlimm, ganz schlimm. Ein Film von vorgestern, als Homosexualität im Film nur als tragische Neigung dargestellt werden durfte, um fürs Heteropublikum akzeptabel zu sein. Dazu eine wirklich haarsträubend-hanebüchene Story. Unglaublich, dass sowas im Jahr 2005 gedreht wurde. Passt eher ins Jahr 1965.
Ein dickes Minus!
Michael schreibt am 08.03.07, 07:26
Sorry, aber ich habe selten einen so peinlichen Film gesehen! Als schwuler Mann habe ich mich zuerst darüber geärgert, am Ende aber nur noch gelacht! Einerseits wurde wirklich kaum ein Klischee ausgelassen (Ledertypen, Darkrooms und zum Finale auch noch ein Song von Queen!), andererseits wirkten alle Schwulen in dem Film so maskulin, dass man ihnen die Homosexualität nicht abnahm! Die Handlung war größtenteils aus unglaubwürdigen Zufällen zusammen geschustert. Dagegen ist so manche Soap und Telenovela der Privaten glaubwürdiger und tiefgängiger! Der Film ist ein typisches Beispiel davon, was passiert, wenn Menschen einen Film über ein Thema machen, von dem sie keine Ahnung haben. Es ist ein Film über Schwule für ein heterosexuelles Publikum.
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