Goldene Zeiten

Filmplakat Goldene Zeiten
Regie Peter Thorwarth  Drehbuch Peter Thorwarth, Alexander Rümelin  Produzenten Christian Becker, Benjamin Herrmann, Anita Schneider 
Genre Satire  FSK 16  Filmlänge 134 min
Land Deutschland  Kinostart 26.01.2006  Verleih 3L Filmverleih

Story

Ingos Karriere steht unter keinem guten Stern: Nach einem unglücklichen „Zwischenfall“ an der Börse, muss er wieder in sein Kinderzimmer im Haus seiner Eltern einziehen. Fortan versucht er sich als Eventmanager und schafft es auch recht schnell einen guten Auftrag an Land zu ziehen: Er soll eine Wohltätigkeitsfeier für den lokalen Golfclub ausrichten. Ingos erste Idee ist es, einen waschechten Hollywoodstar für diese Feier zu organisieren; doch leichter gesagt als getan. Da sich in dieser Richtung einfach Nichts machen lässt, heuert er einen alten Freund an, der mal eben über Nacht zu dem bekannten Schauspieler Douglas Burnett umgestaltet wird. Natürlich dauert es nicht lange, bis das Chaos komplett ist…

Schauspieler

Goldene Zeiten Wotan Wilke Möhring, Dirk Benedict, Wolf Roth, Ludger Pistor, Birgit Stein, Alexandra Neldel, Christian Kahrmann, Ralf Richter, Hans-Martin Stier, Sabrina White, Uwe Fellensiek

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 4 von 5 Ms Goldene Zeiten „Goldene Zeiten“ – Ein herrlich gelungenes Porträt über sämtliche Menschentypen, die die Welt derzeit zu bieten hat. Da hätten wir den jungen, smarten und nach Erfolg ächzenden Schönling, dem es auf eine charmant tollpatschige Art einfach nicht gelingen will, seine Sache gut zu machen. Gleich nebenan steht der verwöhnte Snob, der vor lauter Geld- und Eheproblemen jede moralische Grenze überschreiten würde. Außerdem mit dabei: das dumme Blondchen, das tragischerweise immer nur auf ihren sexy Körper reduziert wird und sich eigentlich nichts mehr wünscht, als von einem Mann einmal wirklich geliebt zu werden. Dann wäre da noch der Ottonormalo, der in die Rolle des berühmten Hollywoodstars schlüpft und damit ein Mal in seinem Leben die Chance bekommt, sich als etwas Besonders fühlen zu dürfen. Nicht zu vergessen ist außerdem die zickige Ehefrau, die trotz komplett geliftetem Körper von ihrem Mann weder beachtet, noch respektiert, noch geliebt wird. Den tragischen Höhepunkt bildet ein Zuhälter, der mehr moralisches Feingefühl als alle anderen zu haben scheint.
In „Goldene Zeiten“ treffen all diese Charaktere aufeinander und verursachen, wie man sich sicherlich gut vorstellen kann, ein irre absurdes Chaos – Komplett verschiedene Welten prallen aufeinander, stoßen sich dabei ab oder verschmelzen schlussendlich miteinander. Die verschiedenen Seiten werden gewechselt, moralische Grenzen überschritten. So lange,bis am Schluss eigentlich niemand wer weiß, zu welcher Gruppe er eigentlich gehört. Somit zeigt „Goldene Zeiten“ auf, dass unsere Idee der Hierarchie der Klassengesellschaft vollkommen überholt und mehr als nur veraltet ist. Bestes Beispiel ist in diesem Fall der Zuhälter, der doch eigentlich zu einer wenig tolerierten Randgruppe gehört, hier aber ganz plötzlich weitaus mehr Sitte und Anstand als der reiche Geschäftsmann an den Tag legt. Ein anderer Aspekt von „Goldene Zeiten“ ist, dass aufgezeigt wird, wie weit Menschen bereit sind zu gehen, um ihren Traum vom großen Erfolg wahr werden zu lassen. Durchaus treffende Stichpunkte: Machtgierig, geldgeil, gnadenlos! Regisseur und Drehbuchautor Peter Thorwarth hat somit ein wirklich interessantes und durchaus auch spannendes Thema für seinen Film gefunden. Schade nur, dass er sich dabei offensichtlich nicht auf ein Genre festlegen konnte. Mal ist es witzig, mal traurig, mal spannend, mal actionreich. Als Zuschauer wird man immer wieder hin und her gerissen, ohne jemals Herr über die Situation zu werden, was durchaus als anstrengend und nur wenig zuschauerfreundlich zu bezeichnen ist.



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