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Der Mieter
Le locataire
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Regie
Roman Polanski
Drehbuch
Gérard Brach, Roman Polanski
Produzent
Andrew Braunsberg
Genre Psycho-Thriller FSK 16 Filmlänge 125 min Land Frankreich Kinostart 08.10.1976 DVD-Start 31.03.1992 Verleih unbekannt |
Story
Junggeselle Trelkovsky sucht verzweifelt eine Wohnung in Paris. Da kommt ihm die, zugegebenermaßen etwas verwahrloste Altbauwohnung, die er besichtigt gerade recht. Die Vormieterin Simone Choule hat sich allerdings just aus dieser Wohnung aus dem Fenster gestürzt und liegt sterbend im Krankenhaus. Als er diese an ihrem Sterbebett besucht, lernt er ihre Freundin Stella kennen. Nach Simones Tod zieht der junge Mann in die Wohnung, die noch völlig von Simone geprägt ist: ihre Möbel sind noch da, die Kleider hängen im Schrank - fast scheint es, als würde die Frau noch hier leben. Kaum ist Trelkovsky eingezogen, fangen die Nachbarn an, sich über ihn zu beklagen - er sei zu laut, würde ihre Nachtruhe stören. Kaum zu glauben, da der junge Mann doch still und schüchtern ist und fast bis zur Selbstverleugnung versucht, es allen recht zu machen. Mehr und mehr fühlt er sich in dem Haus bedroht, hat das Gefühl, man beobachte ihn. Fast unmerklich beginnt er, in Simones Rolle zu schlüpfen, ihr Leben zu leben. Einzig bei Stella findet der verzweifelte Mann etwas Geborgenheit und Normalität.
Schauspieler
Roman Polanski, Isabelle Adjani, Shelley Winters, Melvyn Douglas, Jo van Fleet, Bernard Fresson, Lila Kedrova, Claude Dauphin
Filmkritik von Stefanie Rufle
"Der Mieter" gilt als das Finale der inoffiziellen Großstadthorror-Trilogie von Roman Polanski. Nach "Ekel" und "Rosemaries Baby" geht es hier um den völligen Identitätsverlust des Protagonisten. Beim Zusehen glaubt man fast, sich selber in diesem Entfremdungsalbtraum zu befinden. Alles an diesem Film wirkt zutiefst beängstigend und verstörend, immer wieder möchte man dem hilflosen jungen Mann zurufen, er möge doch schleunigst das Weite suchen. Roman Polanski, der hier nicht nur Regie führt, sondern auch die Hauptrolle spielt, gelingt es, das langsam wachsende Grauen gekonnt zu inszenieren. Seine Darstellung des verzweifelten Trelkovsky kann man nur als gekonnt bezeichnen und auch Isabelle Adjani als Stella tut das Ihre, um den Zuschauer mehr und mehr zu verwirren. Unwillkürlich gerät man in den Sog dieses Films, dem man bis zum Schluss nicht mehr entkommen kann. Und obwohl man schon zu Beginn ahnt, wohin sich das Ganze entwickeln könnte, fiebert man bis zum Schluss mit dem tragische Helden mit.
"Der Mieter" gehört zu den Meisterleistungen Roman Polanskis und obwohl es doch eher "Rosemaries Baby" geschafft hat, in die Filmgeschichte einzugehen, steht dieser Streifen seinem Vorgänger in nichts nach. Intelligente Spannung, die sich langsam aufbaut und zum Schluss fast unerträglich wird, ist hier garantiert!
