Aktuell im Kino
Demnächst im Kino
- 31.5.
- Bad Sitter
- 31.5.
- Leb wohl, meine Königin!
- 31.5.
- LOL - Laughing Out Loud
- 31.5.
- Safe - Todsicher
- 31.5.
- Snow White and the Hun...
- 31.5.
- Wie zwischen Himmel u...
- Zu den Kinostarts
Die Weiße Rose
|
Regie
Michael Verhoeven
Drehbuch
Michael Verhoeven, Mario Krebs
Produzenten
Senta Berger, Artur Brauner, Hans Prescher, Dietmar Schings, Michael Verhoeven
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 123 min Land Deutschland, 1982 Kinostart 15.10.1982 DVD-Start 10.02.2004 Verleih Kinowelt |
Story
Es ist mit Abstand die bekannteste Widerstandsgruppe im Dritten Reich. "Die Weiße Rose" erlangte durch die Geschwister Scholl und ihre weiteren, bekannten Mitglieder Christoph Probst, Willi Graf, Alexander Schmorell und Kurt Huber zu Recht große Bekanntheit. Sie verteilten in München unter Lebensgefahr ihre selbsthergestellten Flugblätter, stellten Kontakte in andere große Städte her und sollen sogar in der Wehrmacht Verbündtete gehabt haben. Am 18. Februar 1943 verteilten die Geschwister Scholl im Lichthof der Universität München ihr letztes Flugblatt. Hier wurden sie erwischt und verhaftet. Weil Hans Scholl ein handgeschriebenes Flugblatt von Christoph Probst dabei hatte, wurde auch er kurz darauf verhaftet. Nach tagelangen Verhören wurde das Urteil an allen drei Studenten am 22. Februar vollstreckt. Sie wurden enthauptet.
Schauspieler
Lena Stolze, Wulf Kessler, Oliver Siebert, Ulrich Tukur, Werner Stocker, Martin Benrath, Anja Kruse, Ulf-Jürgen Wagner, Mechthild Reinders, Peter Kortenbach, Gerhard Friedrich, Sabine Kretzschmar, Heinz Keller, Susanne Seuffert, Christina Schwartz, Beate Himmerlstoss, Mónika Madras, Hans-Jürgen Schatz, Werner Schnitzer, Reinhold Olszewski, Ágnes Csere, Jörg Hube, Joachim R. Iffland, Markus Lambert, Jean-Paul Raths, Michael Schech, Axel Scholtz
Filmkritik von Thomas Ays
Filme können manchmal Dinge verändern. Die einen schaffen es, in uns etwas anzustoßen, andere erreichen etwas, was sich selbst die kühnsten Filmemacher nicht vorstellen konnten. Ein eindrucksvolles Beispiel ist da "Die Weiße Rose" von Michael Verhoeven. Weil noch in den 80er Jahren die Urteile des Volksgerichtshofs rechtsgültig waren, beschäftigte sich durch die Diskussion um diesen Film der Bundestag noch einmal mit diesem Fall und erklärte nach eingängiger Recherche, dass der Volksgerichtshof des Dritten Reichs ein Terrorinstrument gewesen sei und dass alle Urteile, auch gegen die Geschwister Scholl und ihre Verbündeten, aufgehoben werden. Ein Erfolg, den es nicht genügend zu würdigen gilt.
Michael Verhoeven hat mit seinem Co-Autor Mario Krebs in monatelanger Recherchearbeit versucht, das Leben der Geschwister Scholl nachzuempfinden, was angesichts der Tatsache, dass die beiden niemandem von ihren Flugblättern erzählten, äußerst schwierig war. Durch viele Gespräche und durch die Einsicht in die Tagebücher von Sophie und Hans Scholl war Verhoeven in der Lage, sich ein Bild zu machen. Anfang der 80er Jahre wurde dem Filmemacher daraufhin unterstellt, er würde sich etwas "zusammenreimen" und Dinge erzählen, "die schlichtweg falsch" seien. Heute wissen wir, dass Verhoeven mit seinem Film authentisches Kino erschaffen hat, das wichtigen Helden der damaligen und auch noch unserer heutigen Zeit ein Denkmal setzt. Eines, das sie verdient haben. Verhoeven schafft es in "Die Weiße Rose" eine beklemmende Atmosphäre zu schaffen und den Zuschauer glaubhaft in die damalige Zeit zu versetzen. Da ist die Tatsache, dass manche Szenen gespielt wirken, zu verzeihen, vor allem deshalb, weil Lena Stolze als Sophie Scholl eine Wucht ist und in ihrer Darstellung nur als fantastisch zu bezeichnen ist. Sie porträtiert Sophie Scholl ehrlich, stark und authentisch. Michael Verhoeven hatte den richtigen Riecher, diese tolle, junge Frau für seinen Film zu besetzen.
"Die Weiße Rose" gehört mit "Sophie Scholl - Die letzten Tage" in jeden Geschichtsunterricht. Nicht weil wir uns weiterhin schuldig fühlen sollen, sondern weil es immer noch unglaublich wichtig ist, an die Helden der damaligen Zeit erinnert zu werden. Was sie geleistet haben, lässt sich nicht in Worte fassen. Ohne sie würde der Widerstand in der dunkelsten Zeit Deutschlands nicht als das erscheinen, was er tatsächlich war.
Beim Deutschen Filmpreis wurde Lena Stolze als beste Schauspielerin und "Die weiße Rose" als bester Film ausgezeichnet.