Dogville

Filmplakat Dogville
Regie Lars von Trier  Drehbuch Lars von Trier  Produzenten Vibeke Windeløv, Peter Aalbæk Jensen 
Genre Drama  FSK 12  Filmlänge 178 min
Land Dänemark, USA  Kinostart 23.10.2003  DVD-Start 01.07.2004  Verleih Concorde Film

Story

Auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit landet die junge und hübsche Grace in einem abgelegenen Ort namens Dogville. Hier erbittet sie Zuflucht und Schutz. Die Bewohner des kleinen Dorfes sind zunächst skeptisch, erkennen jedoch schon bald die Vorteile, die die neue Dorfbewohnerin mit sich bringt. Grace ist freundlich, offenherzig und bietet als Gegenleistung jedem einzelnen Bewohner des Dorfes ihre Hilfe an. Nach und nach bekommt sie so ihre Aufgaben zugeteilt und vereinfacht damit das Leben in Dogville. Als sich jedoch nach kurzer Zeit mehr und mehr herausstellt, in welcher Lage sich Grace befindet, beginnen sie die neuzugezogene Frau immer mehr auszunutzen…

Schauspieler

Dogville Nicole Kidman, Harriet Andersson, Lauren Bacall, Paul Bettany, Blair Brown, James Caan, Patricia Clarkson, Jeremy Davies, Ben Gazzara, Philip Baker Hall, Siobhan Fallon, Chloë Sevigny, Stellan Skarsgård

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 5 von 5 Ms Dogville Mit „Dogville“ baut Lars von Trier seinen Ruf, einer der unkonventionellsten Filmemacher seiner Zeit zu sein, weiter aus. Experimenteller als je zuvor, reduziert der dänische Erfolgsregisseur und Drehbuchautor seinen Film radikal auf ein Minimum. Sein „Dogville“ erinnert vielmehr an ein Theaterstück ohne aufwendiges Bühnenbild, als an einen Film: Auf einer großen Bühne zeichnet von Trier die Umrisse des Dorfes Dogville auf den Boden: Die einzelnen Häuser, schlicht als Quadrate auf dem Boden markiert, sind mit wenigen Requisiten ausgestattet. Türen und andere Gebrauchs- oder Nutzgegenstände gibt es gar nicht, sondern werden von den Darstellern häufig nur imaginär benutzt. Eine Erzählstimme aus dem Off kommentiert zudem das Geschehen oder gibt, wie in einem niedergeschrieben Skript oder einem Hörbuch, Aufschluss über das Empfinden der Figuren.

Was im reinen Gedankenkonstrukt erst einmal merkwürdig klingt, funktioniert in der Umsetzung allerdings verblüffend gut: Durch den extremen Minimalismus wird die Aufmerksamkeit vollständig auf das Geschehen gelenkt. Nachdem der Zuschauer im Prolog nicht nur mit dem Dorf Dogville und seinen Bewohnern, sondern auch mit der neuartigen Filminszenierung vertraut gemacht wird, liegt der Fokus innerhalb der darauffolgenden neun Kapitel gänzlich auf den Handlungen der Figuren und der Geschichte. Und diese hat tatsächlich jede Menge zu erzählen: Im Stil des epischen Theaters nach Brecht, erzählt „Dogville“ eine stark gesellschaftskritische Geschichte über soziale Ungerechtigkeit. Die Ausbeutung eines hilfsbedürftigen Einzelnen durch eine ganze Gruppe von Habgieriger wird von Lars von Trier radikal dargestellt. Viele emotional nahegehende Szenen finden ihren Platz in der Handlung und lassen aus „Dogville“ ein nachhaltig beeindruckendes filmisches Lehrstück werden.

Wissenswertes

Dogville Der Film "Dogville" wurde mittlerweile an mehreren Theatern auch schon auf der Bühne aufgeführt. Unter anderem am Staatstheater Braunschweig sowie am Staatstheater Stuttgart.



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