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Trainspotting
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Regie
Danny Boyle
Drehbuch
John Hodge
Produzenten
Andrew Macdonald, Christopher Figg
Genre Tragik-Komödie FSK 16 Filmlänge 94 min Land Großbritannien Kinostart 15.08.1996 DVD-Start 22.04.2003 Verleih Prokino |
Story
Mark Renton hat keinen Job, dafür aber große Probleme damit, die nächste Portion Heroin zu beschaffen. Seinen Freunden Sick Boy, Spud und Begbie geht es ähnlich. Zusammen sind sie immer auf der Suche nach möglichst viel Geld für den nächsten ‚Schuss‘. Alle haben sie schon einmal Besserung gelobt, doch die Entziehungsversuche scheiterten immer kläglich. Als die vierköpfige Gang die Chance dazu bekommt, durch einen großen Heroin-Deal das große Geld zu machen, greift sie sofort bedenkenlos zu...
Schauspieler
Ewan McGregor, Ewen Bremner, Jonny Lee Miller, Kevin McKidd, Robert Carlyle, Kelly Macdonald, Peter Mullan, James Cosmo, Eileen Nicholas, Susan Vidler, Pauline Lynch, Shirley Henderson
Filmkritik von Kathrin Lang
„Sag ja zum Leben, sag ja zum Job, sag ja zur Karriere, sag ja zur Familie. Sag ja zu einem pervers großen Fernseher. Sag ja zu Waschmaschinen, Autos, CD-Playern und elektrischen Dosenöffnern. Sag ja zur Gesundheit, niedrigem Cholesterinspiegel und Zahnzusatzversicherung. Sag ja zur Bausparkasse, sag ja zur ersten Eigentumswohnung, sag ja zu den richtigen Freunden. Sag ja zur Freizeitkleidung mit passenden Koffern, sag ja zum dreiteiligen Anzug auf Ratenzahlung in hunderten von Scheiß-Stoffen. Sag ja zu Do-it-yourself und dazu, dass Du am Sonntagmorgen nicht mehr weißt, wer Du bist. Sag ja dazu, auf Deiner Couch zu hocken und Dir hirnlähmende Gameshows reinzuziehen und Dich dabei mit scheiß Junk-Frass vollzustopfen. Sag ja dazu, am Schluss vor Dich hinzuverwesen, Dich in einer elenden Bruchbude vollzupissen und den missratenen Ego-Ratten von Kindern, die Du gezeugt hast, damit sie Dich ersetzen, nur noch peinlich zu sein. Sag ja zur Zukunft, sag ja zum Leben. Aber warum sollte ich das machen? Ich habe zum ja sagen nein gesagt. Die Gründe? Es gibt keine Gründe. Wer braucht Gründe, wenn man Heroin hat?“
Mit diesen wenigen Sätzen, die zu Beginn von „Trainspotting“ fallen, ist eigentlich schon alles gesagt, was gesagt werden muss. „Trainspotting“ gilt als wahrer Kultfilm, als Durchbruch von Regisseur Danny Boyle und als Karrierestart für Schauspielgröße Ewan McGregor. Nicht umsonst, denn mit dem gefährlichen Genremix aus Tragik und Komödie, im Zusammenspiel mit dem Überthema ‚schwere Drogensucht‘, hat Regisseur Boyle einiges gewagt, dabei aber viel gewonnen. Es ist die faszinierende Gratwanderung zwischen Verherrlichung und bitterem Ernst, die Regisseur Boyle grandios gelingt. Politisch unkorrekt und absolut unmoralisch, hätte ihn ein kleiner Fehltritt den Kopf kosten können. Doch anstatt mit seiner gewagten Herangehensweise zu scheitern, schafft er es, dass „Trainspotting“ zu einem authentischen Mahnmal avanciert und ein kleiner Meilenstein in der Filmgeschichte wird. Die Tragik-Komödie kann jedoch nicht nur inhaltlich voll überzeugen, sondern auch auf inszenatorischer Ebene und durch das brillante Spiel der Darstellerriege. Szenen, die von kreativen Ideen geradezu strotzen und von den Hauptdarstellern grandios gefüllt werden, sind hier Standart. „Trainspotting“: So macht man es, wenn Kino nicht nur Spaß machen, sondern auch lehrreich und einschneidend sein soll. Daumen hoch!
"Trainspotting" basiert auf dem gleichnamigen Roman von Irvine Welsh.