Gottes Werk und Teufels Beitrag

The Cider House Rules

Filmplakat Gottes Werk und Teufels Beitrag
Regie Lasse Hallström  Drehbuch John Irving  Produzent Richard N. Gladstein 
Genre Drama  FSK 12  Filmlänge 125 min
Land USA  Kinostart 16.03.2000  DVD-Start 07.11.2000  Blu-ray-Start 21.04.2011  Verleih Kinowelt

Story

Dies ist die Geschichte des Waisenjungen Homer Wells, der in dem Waisenhaus St. Cloud’s aufwächst. Geleitet wird St. Cloud’s von Dr. Wilbur Larch, der Gynäkologe ist und illegale Abtreibungen vornimmt. Er nennt die Schwangerschaft einer Frau "Gottes Werk", die Abtreibung einer solchen hingegen "Teufels Beitrag", wobei Dr. Larchs ganz persönlicher Meinung nach auch eine Abtreibung "Gottes Werk" sein kann.
Homer Wells ist dem Waisenhausvorsteher zwar mehr als alle andere Waisen ans Herz gewachsen, dennoch versucht er auch ihn an adoptionswillige Paare zu vermitteln. Die diversen Versuche misslingen – Homer kehrt immer wieder zurück nach St. Cloud’s, er will dort bleiben und sich nützlich machen.
So wird er schließlich Dr. Larchs Gehilfe – zum "Arzt" und Abtreiber wider Willen, denn anders als Dr. Larch sieht er die Abtreibung nicht als den Willen Gottes an.

Durch einen Zufall verlässt Homer schließlich St. Cloud’s und beginnt in den Apfelgärten von Ocean View sein eigenes Leben zu leben. Dort lernt er auch Freundschaft kennen und die Liebe, aus der schließlich ein Kind entsteht. Aber er muss auch erkennen, dass das Leben durchaus nicht so einfach und unkompliziert ist, wie er es aus St. Cloud’s kennt. Wird es Homer gelingen, seine beiden Leben, die unterschiedlicher nicht sein könnten, doch noch zu vereinen?

Schauspieler

Gottes Werk und Teufels Beitrag Michael Caine, Tobey Maguire, Charlize Theron, Delroy Lindo, Paul Rudd, Kathey Baker, Jane Alexander, Erykah Badu, Kieran Culkin, Kate Nelligan

Filmkritik von Stefanie Rufle

Steffi vergibt 5 von 5 Ms Gottes Werk und Teufels Beitrag „Gute Nacht, ihr Prinzen von Maine, ihr Könige von Neuengland!“ (Dr. Wilbur Larch)
Es ist ein besonderer Zauber, der die Geschichte des Abreibungsarztes Dr. Wilbur Larch und seines Schützlings Homer Wells umgibt. Die Worte, mit denen Dr. Larch seine Schutzbefohlenen in den Schlaf entlässt, haben beinahe schon eine Schlüsselbedeutung für die Adaption von John Irvings Roman „Gottes Werk und Teufels Beitrag“. Regisseur Lasse Hallström gibt dem von John Irving selbst geschriebenen Drehbuch genügend Zeit, sich zu entfalten. Irving ging beim Schreiben des Drehbuchs liebevoll und achtsam mit der Romanvorlage um und schuf ein auf das wesentliche konzentriertes Skript, ohne dabei wirklich Wichtiges zu streichen oder zu sehr zu kürzen. Entstanden ist dadurch ein atmosphärisch dichter und sehr stimmungsvoller Film, der zwar die vielschichtige Aussage des Romans etwas vereinfacht darstellt, aber dennoch die Ambivalenz zwischen Richtig und Falsch auf den Punkt bringt. Kein Wunder also, dass John Irving den OSCAR für das beste Drehbuch entgegennehmen durfte.

„Gottes Werk und Teufels Beitrag“ kann mit großartigen Schauspielern überzeugen, allen voran Tobey Maguire als Waisenjunge Homer Wells, der die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens und die damit verbundene moralische Verantwortung grandios transportiert. Michael Caine wurde für seine Darstellung des äthersüchtigen Dr. Wilbur Larch mit einem OSCAR ausgezeichnet und das mit Fug und Recht. Er und Maguire verleihen dem Auseinanderdriften der Generationen und dem schwelenden Vater-Sohn-Konflikt ein glaubwürdiges Gesicht. Gerade die Einfachheit und Gradlinigkeit der Geschichte machen ihren besonderen Reiz aus. Dem Zuschauer wird von Anfang an selbst die Entscheidung überlasen, was richtig und was falsch ist, auf Schwarz-Weiß-Malerei wird verzichtet. Eine gelungene Kameraführung, wunderschöne Bilder und eine berührende Musik runden diesen Film zu etwas ganz besonderem ab. „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ ist deshalb nicht nur für John Irving-Fans ein unbedingtes Muss.

Wissenswertes

Gottes Werk und Teufels Beitrag Gleich nach der Veröffentlichung seines Romans im Jahr 1985 schrieb John Irving das Drehbuch für dessen Verfilmung. Doch es sollte dreizehn Jahre dauern, bis er das Drehbuch schließlich zusammen mit Lasse Hallström realisieren konnte. Irving war schließlich so angetan von der Verfilmung, dass er selber eine Gastrolle als Bahnhofsvorsteher spielte. Sein Sohn Colin spielt den Major Winslow.


Auszeichnungen

Gottes Werk und Teufels Beitrag
Golden Globe-Nominierungen

Bester Nebendarsteller (Michael Caine), Bestes Drehbuch

OSCAR-Nominierungen

Bester Film, Beste Regie, Bester Schnitt, Beste Musik, Bester Ausstattung

Gewonnene OSCARs

Bester Nebendarsteller (Michael Caine), Bestes Drehbuch (Adaption)



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