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Die Zwillinge
De Tweeling
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Regie
Ben Sombogaart
Drehbuch
Marieke van der Pool
Produzenten
Anton Smit, Hanneke Niens
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 137 min Land Niederlande, Luxemburg Kinostart 07.10.2004 DVD-Start 10.05.2005 Verleih Kinowelt |
Story
Deutschland 1926. Nachdem die Zwillinge Anna und Lotte beide Elternteile durch Krankheit verloren haben, werden sie durch die Verwandten grausam getrennt. Lotte kommt nach Holland, wo sie in gut bürgerlichen Verhältnissen ohne materielle Sorgen aufwächst und studieren kann. Anna hingegen kommt auf einen Bauernhof zu armen, einfachen Pflegeeltern. Diese beuten sie aus und misshandeln sie. Für Bildung muss Anna hart und jahrelang kämpfen. Beiden Pflegeeltern haben jedoch eines gemeinsam: Sie verhindern, dass die innig verbundenen Mädchen Kontakt zueinander haben können. Erst als erwachsene Frauen – der Zweite Weltkrieg steht vor der Tür - sehen sich Lotte und Anna wieder. Ein inniges aber kurzes Treffen. Anna heiratet im Krieg den österreichischen SS-Soldaten Martin. Als Lottes jüdischer Verlobter David nicht aus dem Konzentrationslager Auschwitz zurückkehrt, kommt es zum endgültigen Bruch zwischen den Schwestern.
Schauspieler
Thekla Reuten, Nadja Uhl, Ellen Vogel, Gudrun Okras, Jeroen Spitzenberger, Roman Knizka, Barbara Auer, Jaap Spijkers, Julia Koopmans, Sina Richardt, Betty Schuurman, Ingo Naujoks, Margarita Broich
Filmkritik von Melanie Frommholz
Man merkt Regisseur Ben Sombogaart und seiner Drehbuchautorin Marieke van der Pol an, dass sie bei der Romanadaption von „Die Zwillinge“ ganz fest im Blick hatten, nicht noch einen NS-Aufarbeitungsfilm zu drehen, sondern dass sie eigentlich eine sehr persönliche Geschichte über die Wege des Schicksals erzählen wollten. Eine Geschichte über Missverständnisse, Vorurteile und die Chancen einer Versöhnung im Kleinen. Geschickt verbinden sie dabei in einer aufwändigen Inszenierung die Schicksale der getrennten Zwillinge durch die Zeiten zu einer berührenden und eindrücklichen Geschichte, die verdeutlicht, wie sehr uns Lebensumstände und familiäre Verhältnisse prägen und beeinflussen. Entstanden ist so das sensible Portrait einer innigen Geschwisterbeziehung zwischen Liebe und Hass. Die NS-Zeit spielt dabei dann aber natürlich doch eine entscheidende Rolle, da die politischen Umstände und die unterschiedlichen Familienhäuser ganz wesentlich Anteil am Lebensweg der Zwillinge haben. Während das niederländisch-jüdische Umfeld von Lotte hier gut getroffen ist, authentisch und ohne sich mit Erklärungen aufzudrängen, setzt der Film auf Annas Seite auf bekannte Stereotype. Gerade in der Figur des wissbegierigen Bauernmädchens hätte mehr Potential für eine kontroverse Auseinadersetzung mit dem Thema gesteckt. Dass sie, die immer nach Bildung gelechzt hat, alles hinnimmt, nichts hinterfragt oder auch für die Nazi-Lehren entbrennt, erscheint unlogisch und eher als eine bewusste Beschneidung des Charakters, um hier in die Thematik nicht tiefer einsteigen zu müssen und so auf der Ebene der Geschwisterbeziehung bleiben zu können. „Die Zwillinge“ ist dennoch sehenswertes Drama-Kino geworden, was an den herausragenden Darstellerleistungen liegt. Ellen Vogel und Gudrun Okras sind als gealterte Zwillinge im Rentenalter eine sehr gelungene Besetzung. Getragen wird der Film jedoch von Thekla Reuten als junger Lotte und Nadja Uhl als junger Anna. Beide Schauspielerinnen bringen ihre Rollen mit großer emotionaler Kraft auf die Leinwand und berühren so die Herzen.
Wissenswertes
"Die Zwillinge" ist die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Tessa de Loo.
Der Film wurde zweisprachig gedreht und ist teilweise in Niederländisch mit deutschen Untertiteln.
Auszeichnungen
OSCAR-Nominierungen
Bester ausländischer Film
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