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Salami Aleikum
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Regie
Ali Samadi Ahadi
Drehbuch
Arne Nolting, Ali Samadi Ahadi
Produzent
Oliver Stoltz
Genre Komödie FSK 0 Filmlänge 99 min Land Deutschland Kinostart 23.07.2009 DVD-Start 19.03.2010 Verleih Zorro |
Story
Mohsen Taheri ist Ende zwanzig, überzeugter Vegetarier und lebt immer noch bei seinen aus dem Iran stammenden Eltern in Köln. Blöd nur, dass Mohsens Vater eine eigene Fleischerei hat, die Mohsen einmal übernehmen soll. Als Mohsen zum ersten Mal ein Schaf schlachten soll, haut es den Vegetarier aus den Latschen. Doch als die Behörden Mohsens Vater ein Berufsverbot erteilen und der daraufhin einen Zusammenbruch erleidet, bleibt Mohsen nichts anderes übrig, als vorübergehend den Fleischereibetrieb zu übernehmen. Er ist deshalb mehr als erleichtert, als er das Angebot erhält, polnische Schafe aufzukaufen, die dann sogar für ihn geschlachtet werden. Der einzige Haken an der Sache ist, dass Mohsen die Schafe selbst in Polen abholen muss. Der zögert keine Sekunde, gibt dem windigen Händler sein ganzes Erspartes und macht sich im klapprigen Lieferwagen seines Vaters auf den Weg nach Polen.
Doch unterwegs bleibt er mit dem Auto liegen und strandet mitten in der ostdeutschen Provinz, nahe einem nach der Wende völlig verödeten Dorf. Dort trifft Mohsen, neben einer ganzen Reihe von misstrauischen und fremdenfeindlichen Dorfbewohnern, auf die Liebe seines Lebens: Ana, eine von den Männern enttäuschte KFZ-Mechanikerin. Durch ein Missverständnis glaubt Anas Vater, der Wirt der Dorfkneipe, in Mohsen den Retter der ortsansässigen Textilindustrie gefunden zu haben und ruft seine Mitbürger kurzerhand dazu auf, eine persische Woche zu veranstalten…
Schauspieler
Navíd Akhavan, Anna Böger, Michael Niavarani, Wolfgang Stumph, Proschat Madani, Eva-Maria Radoy, Caroline Schreiber, Stephan Grossmann, Rainer Reiners, Robert Hofmann, Romanus Fuhrmann, Aaron Röhl, Alexander Yassin, Eckhard Müller, Michael Krause, Franziska Traub, Markus Zierke
Filmkritik von Stefanie Rufle
Orient trifft Okzident – und das geschieht bei der deutschen Komödie „Salami Aleikum“ auf äußerst witzige, geist- und einfallsreiche Art und Weise. Der deutsch-iranische Regisseur Ali Samadi Ahadi präsentiert uns einen fantasievollen Zusammenprall der Kulturen, der typische Elemente der Bollywood-Filme enthält und äußerst pointiert die Lachmuskeln strapaziert. Der iranische Popsänger Navid Akhavan kommentiert als Mohsen einer ziemlich ironischen Scheherazade gleich sein mehr als eigenartiges Leben und macht deutlich, warum ihm nichts anderes übrig bleibt, als ellenlange Schals zu stricken. Ali Samadi Ahadi nimmt seine Zuschauer von der ersten Sequenz an mit in einen fulminanten Stilmix, der zwischen animierten Szenen und Musicalnummern, die an iranische Videoclips angelehnt sind, hin und her wechselt. Dem Regisseur gehen die Ideen in keiner Sekunde aus, um auf märchenhafte und spielerische Weise von Identität und der Bedeutung von Heimat und deren Verlust zu erzählen. Dabei räumt er auch ganz nebenbei mit Vorurteilen auf, indem er dem Zuschauer erlaubt, über Themen wie Fremdenfeindlichkeit und Provinzialität im vermeintlich finsteren Osten einfach zu lachen.
Ahadis Gags gehen niemals unter die Gürtellinie, werden nicht verletzend und wehren sich entschieden dagegen, gängige Klischees zu bedienen – sie sind einfach nur herrlich komisch und zündend gut. Er spielt mit Elementen wie den unterschiedlichen Sprachen und den Vorurteilen der im finsteren Ex-DDR-Kaff Zurückgebliebenen und schafft es damit, ernste Themen zu behandeln, ohne auch nur im Entferntesten belehrend zu wirken.
„Salami Aleikum“ ist eine wundervolle Komödie, die mit Lachsalven dem Fremdenhass entgegenwirkt und bis in die kleinste Nebenrolle mit wunderbaren Darstellern besetzt ist, unter ihnen auch der geniale Wolfgang Stumph. Multikulti ist hier garantiert!
Wissenswertes
Im Rahmen der Berlinale erhielt „Salami Aleikum“ 2009 in der Kategorie Bester Debütfilm den Preis der Deutschen Filmkritik.
Der aus dem Iran stammende Regisseur Ali Samadi Ahadi erhielt 2006 für seine erschütternde Dokumentation „Lost Children“ den Deutschen Filmpreis.
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