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Tatort - Der tote Chinese (TV)
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Regie
Hendrik Handloegten
Drehbuch
Hendrik Handloegten, David Keller
Produzent
Jörg Himstedt
Genre Krimi Filmlänge 90 min Land Deutschland , 2008 Verleih HR |
Story
In einem Hotel am Frankfurter Flughafen wird im Fitnessraum ein nackter asiatischer Mann tot aufgefunden gefunden. Erstickt an einer Hantel, die auf seinem Brustkorb lag. Die beiden Kommissare Charlotte Sänger und Fritz Dellow haben bald die Bestätigung, dass es sich nicht um einen tragischen Unfall sondern um Mord handelt. Die Feststellung der Identität des Toten gestaltet sich schon schwieriger. Keine Papiere und erst recht kein Mordmotiv sind in Sicht. Im Hotel findet gerade ein Handelskongress statt, dessen Teilnehmer fast ausschließlich aus China kommen. Hier erhalten Sänger und Dellow erste Hinweise. Zur selben Zeit irrt ein Chinese, der dem Opfer täuschend ähnlich sieht, durch die Flughafenhallen auf der Suche nach dem richtigen Abflug-Gate. Es ist die illegal in Deutschland arbeitende Reinigungskraft, die den Toten fand und sich seiner Papiere bemächtigte, in der Hoffnung mit ihnen unbehelligt zu seiner Familie reisen zu können. Doch am Gate lauern dem Chinesen zwei Männer auf, die ihn gewaltsam zum mitkommen auffordern.
Schauspieler
Andrea Sawatzki, Jörg Schüttauf, Peter Lerchbaumer, Chrissy Schulz, Thomas Balou Martin, Chike Chan, Matthias Brandt, Johanna Wokalek, Andreas Schmidt, Thorsten Merten, Mey Lan Chao, Aleksandar Jovanovic
Filmkritik von Melanie Frommholz
Für seinen zweiten „Tatort“-Einsatz hat sich Regisseur Hendrik Handloegten das Drehbuch gleich selbst geschrieben. Zusammen mit seinem Co-Autor David Keller rückt er die negativen Auswirkungen der Globalisierung in den Mittelpunkt der Handlung. Was würde sich als Ort da besser eignen als der Frankfurter Flughafen – täglich Umschlagplatz für Waren und Menschen. Wie beiläufig landen wir von weltweiten Import-Export-Geschäften beim Menschenhandel und moderner Sklaverei. Die Nüchternheit mit der Hendrik Handloegten das Thema angeht wird den realen Gegebenheiten mehr als gerecht und ist dadurch umso erschreckender. Treffend charakterisiert „Der tote Chinese“ die schöne neue Businesswelt und die sich in ihr bewegenden Menschen. Die Kehrseite davon sind armselige Kleinganoven, die an dem Geschäft mit der Ware Mensch und deren Träumen von einem besseren Leben, mit verdienden wollen und dabei nicht weniger verzweifelt sind als ihre Opfer. Zu der kalten Atmosphäre dieses Falles passen hervorragend die stylischen und ästhetischen Bilder von Peter Przybylski. Die Optik dieses „Tatortes“ ist wirklich herausragend.
So gelungen Hendrik Handloegten seine Globalisierungskritik inszeniert, der Regisseur vergisst darüber gleichzeitig einen spannenden Krimi zu erzählen. Der Mordfall von Sänger und Dellow gestaltet sich zäh und langatmig und kommt nie so richtig in Schwung. Es ist ein Markenzeichen des „Tatort“ aktuelle gesellschaftliche Probleme widerzuspiegeln, aber ein Krimi sollte es dennoch bleiben. Weil Handloegten diese Balance nicht schafft, bleibt von „Der tote Chinese“ lediglich ein durchwachsener Eindruck zurück.
Wissenswertes
Alle Fälle von Sänger und Dellwo:
• 2002: Oskar
• 2003: Frauenmorde
• 2003: Das Böse
• 2004: Janus
• 2004: Herzversagen
• 2005: Wo ist Max Gravert?
• 2005: Leerstand
• 2006: Das letzte Rennen
• 2006: Der Tag des Jägers
• 2007: Unter uns
• 2007: Bevor es dunkel wird
• 2008: Der frühe Abschied
• 2008: Waffenschwestern
• 2008: Der tote Chinese
• 2009: Neuland
• 2009: Architektur eines Todes
• 2010: Weil sie böse sind
• 2010: Am Ende des Tages
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