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Wer weiß, wohin?
Et maintenant, on va où?
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Regie
Nadine Labaki
Drehbuch
Nadine Labaki, Rodney Al Haddid, Jihad Hojeily, Sam Mounir
Produzenten
Nadine Labaki, Anne-Dominique Toussaint
Genre Tragik-Komödie FSK 12 Filmlänge 100 min Land Frankreich Kinostart 22.03.2012 Verleih Tobis Film |
Story
Irgendwo im Libanon. In einem kleinen Dorf, das nur durch eine schmale Brücke mit der Außenwelt verbunden ist, leben Muslime und Christen seit Jahrzehnten Tür an Tür. Während überall im Land die religiösen Konflikte immer wieder aufbrechen, haben es die Menschen hier nach dem Bürgerkrieg zu einem zerbrechlichen aber friedlichen Miteinander geschafft. Besonders die Frauen des Ortes sind es leid immer Schwarz zu tragen und ihre Söhne und Männer zu beerdigen. Als die Aggressionen, angestachelt durch Nichtigkeiten und Berichte in den Nachrichten, wieder zu brodeln beginnen, greifen die resoluten Damen beider Konfessionen zu ungewöhnlichen Mitteln, um ihre Männer vom Kämpfen abzuhalten…
Schauspieler
Claude Baz Moussawbaa, Nadine Labaki, Leyla Hakim, Yvonne Maalouf, Antoinette Noufaily, Ali Haidar, Kevin Abboud, Julien Farhat, Petra Saghbini, Mostafa Al Sakka, Sasseen Kawzally, Caroline Labaki
Filmkritik von Melanie Frommholz
2008 landete die libanesische Filmemacherin und Schauspielerin Nadine Labaki mit ihrem Spielfilm-Regiedebüt „Carmal“ einen Festivalhit und erhielt viel Kritikerlob. Nun meldet sich Labaki mit der Tragikomödie „Wer weiß, wohin?“ zurück in den Kinos. Ihr neuer Film, für den sie auch das Drehbuch mitschrieb, bringt uns ins libanesische Nirgendwo. Doch auch hier ist der Konflikt Muslime gegen Christen allgegenwärtig. Nadine Labaki rückt dem schwierigen und heiklen Thema zusammen mit ihren Co-Autoren mit viel Witz zu Leibe und schafft eine Atmosphäre, in der die Lebensfreude der Menschen genauso ihren Platz findet wie der allgegenwärtige Schmerz über tragische Verluste und einen Krieg, der wie so oft auch hier eigentlich keine Gewinner kennt. Labakis Botschaft gegen Fundamentalismus und für eine Verständigung über Konfessionsgrenzen hinweg ist wichtig und ihre pragmatisch-unverblümte Herangehensweise aller Ehren wert. Dennoch mutet die Geschichte, die die Filmemacherin hier rund um eine Handvoll couragierter Frauen entspinnt, streckenweise sehr naiv an. Konsequent blendet Labaki die Hintergründe über den Bürgerkrieg aus und schickt Ukrainische Table-Tänzerinnen und Haschkekse ins Feld gegen Wut und Vorurteile. Das liefert nette und auch viele witzige Szenen, insgesamt macht „Wer weiß, wohin?“ jedoch einen zwischen Drama und Komödie unausgewogenen Eindruck. Der Film findet nie ganz zu einem durchgängigen Rhythmus und bleibt letztlich die Aneinanderreihung von Einzelszenen. Die stärksten Momente hat „Wer weiß, wohin?“ immer dann, wenn hinter dem Situationswitz die Tragik zum Vorschein kommt und man den Schmerz der Mütter sehen kann, die ihre Söhne zu Grabe tragen mussten.
„Wer weiß, wohin?“ ist die zweite Regiearbeit von Nadine Labaki. 