Geliebte Jane

Becoming Jane

Filmplakat Geliebte Jane
Regie Julian Jarrold  Drehbuch Kevin Hood, Sarah Williams  Produzenten Robert Bernstein, Graham Broadbent 
Genre Drama  FSK Filmlänge 121 min
Land USA, Großbritannien  Kinostart 04.10.2007  DVD-Start 05.03.2008  Blu-ray-Start 04.11.2010  Verleih Concorde Film

Story

Zwanzig Jahre alt ist die widerspenstige Jane, als sie den Frauenliebling und Jurastudenten Tom kennen lernt. Jane lebt in einer Zeit, in der die einzige Aufgabe der jungen Frauen aus besseren Gesellschaftskreisen darin besteht, eine gute Partie zu machen und damit sich und ihrer Familie zu einem gesicherten Auskommen zu verhelfen. Jane aber hat ihre eigenen Vorstellungen davon, wie ihr Leben zu verlaufen hat - und ist damit in den Augen aller anderen äußerst unschicklich. Sie träumt von einer Ehe, die aus Liebe geschlossen wird, von einer Partnerschaft, in der ihr freies und unabhängiges Denken toleriert wird, ja sogar erwünscht ist. Ihre Eltern dienen ihr dabei als Vorbild, sind sie zwar alles andere als gut betucht, dafür aber sehr glücklich miteinander. Umso mehr schockiert es die junge Frau, dass gerade diese beiden sie nun in eine Ehe mit dem Neffen der reichen Lady Gresham zu drängen versuchen. So wären alle Sorgen der Pfarrersfamilie mit einem Schlag beseitigt. Doch Jane widersetzt sich, hat sie sich doch Hals über Kopf in Tom LeFroy verliebt, der seinerseits allerdings finanziell von seinem Onkel abhängig ist. All ihre Sehnsucht und leidenschaftlichen Vorstellungen verarbeitet Jane in ihren Romanen, die stets in einem Happy End gipfeln. Tom und Jane sind fest entschlossen, ihre Liebe nicht aufzugeben und Toms reichen Onkel davon zu überzeugen, dass sie füreinander bestimmt sind. Dieser allerdings würde einer unstandesgemäßen Heirat niemals zustimmen und so steht Jane schließlich vor der Wahl, ihrer Familie Ehre zu machen oder aber sich über alle Konventionen hinwegzusetzen.

Schauspieler

Geliebte Jane Anne Hathaway, James McAvoy, Julie Walters, James Cromwell, Maggie Smith, Lucy Cohu, Joe Anderson, Ian Richardson, Laurence Fox

Filmkritik von Stefanie Rufle

Steffi vergibt 5 von 5 Ms Geliebte Jane Dies ist die Geschichte der Pfarrerstochter Jane Austen (1775-1817), die mit ihren wunderbaren Romanen noch heute Millionen von Lesern verzaubert. Man weiß wenig über die berühmte Schriftstellerin, die ihre Romane, so lange sie lebte, immer unter dem Pseudonym "by a Lady" veröffentlichte. Tatsache ist, dass sie nie verheiratet war und dass es wirklich einen Tom LeFroy in ihrem Leben gab - zwei Briefe an ihre Schwester sind erhalten, in denen dieser erwähnt wird. Dieser Film erzählt, wie die Jugendjahre Austens möglicherweise aussahen, wie sie zu der Frau wurde, die solch sehnsuchtsvolle Bücher schreiben konnte. Und er erzählt eine Liebesgeschichte, von der keiner weiß, ob sie so tatsächlich stattgefunden hat. Wer allerdings Austens Bücher gelesen hat, dem muss klar sein, dass die Autorin sicherlich irgendwann einmal sehr verliebt gewesen sein muss. Vor allem Mr. Darcy, der Held aus "Stolz und Vorurteil" wird so sehnsuchtsvoll beschrieben, dass der Verdacht naheliegt, dass die Vorlage zu ihm aus Fleisch und Blut gewesen sein muss.

Doch egal ob Fiktion oder Wahrheit, "Geliebte Jane" ist ein wundervoller Film über eine Zeit, in der die Frauen von den gesellschaftlichen Zwängen wie gefesselt waren, in der eine Frau wie Jane Austen einen schlechten Stand hatte. Nur ein einziges Porträt existiert von der Autorin, auf dem eine ältliche Dame zu sehen ist, doch Anne Hathaway erweckt eine junge, widerspenstige Frau voller Esprit zum Leben. Sie ist einfach nur bezaubernd, rosig und wunderschön - genauso könnte man sich die Austen vorstellen. Sie spielt dezent, zurückhaltend und äußerst geistreich und spiegelt damit genau den Geist der damaligen Zeit wider. Doch auch der sexy, sexy James McAvoy muss erwähnt werden. Er ist so charmant, erotisch und verwegen, dass es nicht verwunderlich erscheint, dass Jane sich in genau diesen Mann verliebt hat. Die Dialoge, die sich zwischen den beiden entspinnen sind so voller Witz, versteckten Spitzen und sprachlich perfekt ausgefeilt, dass man hofft, sie mögen nie enden. Hier macht das Zuhören noch Spass und heimlich wünscht man sich, dass ein klein wenig davon auf unsere doch eher flapsige und ungelenke Ausdrucksweise abfärben könnte. Traumhafte Bilder einer genial schönen Landschaft dominieren diesen Streifen, und unwillkürlich fühlt man sich in eine längst vergangene Zeit zurückversetzt, die für uns kaum noch vorstellbar ist. "Geliebte Jane" ist das bezaubernde Porträt der Schriftstellerin, deren Romane zu den wichtigsten und schönsten der englischen Sprache gehören - und nicht nur Jane Austen-Fans werden diesen Film lieben!



Besucherbewertung
4.7 / 5  (18 votes)

Kommentare

Hannah schreibt am 12.09.09, 00:45
Man beachte die Ball Tanzszene.. warscheinlich die romantischte in der Filmgeschichte.
Anschauen!
Ps. Ich stimme Steffi zu; das englische Original muss es bei einer Jane Austen Biographie sein! ;)
Cora schreibt am 10.10.07, 11:29
der film ist wunderbar, traurig und wunderschön.... er ist herzzerreißend schön und traurig.... man ist danach glücklich und zugleich am boden zerstört!!! als ich den kinosaal verließ, wollte ich am liebsten weinen und lachen!!!
Miri schreibt am 09.01.08, 19:20
mir gefällt dieser film total. Es tut einem zwar im herzen weh, wen man daran denkt das Jane selbst nie ein wirkliches happy end im liebesleben hatte und ihre Romane doch so schöne enden haben. troz dem sitzt man nach diesem Film mit einem lächeln auf den lipen und tränen in den augen da, weil er so schön gemacht ist das man sich wünscht auch dort zu sein. diesen film findet vermutlich nicht jeder klasse aber viele...
Steffi schreibt am 03.10.07, 20:09
der Film war absolut klasse!
Bin sowieso ein Fan von Jane Austen und hab den Film angeguckt, mit der Erwartung dass er so schlecht ist wie Stolz und Vorurteil. Aber das war er nicht! Top Besetzung, witzig, super gefühlvoll, mir sind während dem Film öfter mal die Tränen gekommen. Was ich interessant finde, ist dass er im Gegensatz zu Jane Austens Büchern kein Happy End hat. Also diesen Film würde ich fast jedem empfehlen, vor allem weil er es unter die top5 meiner absoluten Lieblingsfilme geschafft hat! Am Schönsten ist er wenn man ihn auf Englisch schaut=)
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