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Boyz n the Hood - Jungs im Viertel
Boyz n the Hood
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Regie
John Singleton
Drehbuch
John Singleton
Produzent
Steve Nicolaides
Genre Drama FSK 16 Filmlänge 112 min Land USA Kinostart 30.01.1992 DVD-Start 10.02.2004 Verleih Sony Pictures |
Story
South Central in L.A. – Das Leben in diesem Schwarzen-Viertel ist geprägt von Gewalt, Drogen und Perspektivlosigkeit. Wer hier raus will, muss sich verdammt anstrengen und vor allem sauber bleiben. Tre Styles lebt hier seit seinem siebten Lebensjahr bei seinem Vater. Furious Styles versucht seinem Sohn ein gutes Vorbild zu sein, ihm genug Stärke mitzugeben, um den Abwegen des Ghetto-Alltags zu widerstehen und so wird aus Tre ein gewitzter Teenager, der, im Gegensatz zu vielen anderen, Ziele hat. Zusammen mit seinen Kumpels aus Kindertagen, Doughboy und Ricky, hängt er aber dennoch gerne nach der Schule auch mal ab. Während Doughboy bereits die ersten Haftstrafen abgesessen hat, ist sein Bruder Ricky schon junger Vater und der ganze Stolz der Familie. Ein Football-Stipendium soll ihn ans College bringen. Doch dann verändern ein Abend und eine unbedachte Äußerung alles. Als auf Ricky geschossen wird, befindet sich Tre plötzlich ganz tief drin im Bandenkrieg von South Central...
Schauspieler
Ice Cube, Cuba Gooding Jr., Morris Chestnut, Nia Long, Laurence Fishburne, Angela Bassett, Hudhail Al-Amir, Lloyd Avery II, Lexie Bigham
Filmkritik von Melanie Frommholz
Jeder 21. schwarze Amerikaner wird ermordet. Fast immer von einem anderen schwarzen Amerikaner.
Eine bedrückende Statistik, mit der Filmemacher John Singleton sein Debütfilm „Boyz n the Hood“ beginnt. Die Jungs aus der Nachbarschaft – das klingt nach einem netten kleinen Film für eine paar Freunde aus einem netten amerikanischen Vorort und ist doch alles andere als das. Mit nur 23 Jahren ist es Singleton, der hier für Regie und Drehbuch verantwortlich war, gelungen, uns mit hineinzunehmen in eine parallele Welt, die geprägt ist von Bandenkriminalität, Mord, Einbrüchen und Drogen. Eine Welt, in der Kinder schon wissen, wie geronnenes Blut aussieht und von welcher Marke Daddys Waffe ist. Wenn es denn überhaupt noch einen Daddy zuhause gibt. Ein bedrückend realistisches Bild, das zwar aus heutiger Sicht optisch sicherlich in seine Entstehungszeit gehört, das aber in seinen Aussagen nach wie vor Aktualität besitzt. Befreit von Illusionen und Pathos hat sich John Singleton, so scheint es, einfach nur umgesehen und die Dinge, die er gesehen hat, beim Namen genannt. Er zeigt uns eine amerikanische schwarze Jugend, die keine Perspektiven hat, gefangen in einem Teufelskreis aus Verbrechen und einer Öffentlichkeit, die diese Bevölkerung bereits abgeschrieben hat. Raus wollen sie alle aus diesem Elend, aber nur wenige werden es letztlich schaffen. Singleton stellt nachdrücklich die Frage nach dem „Warum?“ und beleuchtet die unterschiedlichen sozialen Hintergründe seiner Figuren ohne dabei das Motiv der Gewalt optisch auszuschlachten. Sie ist zwar allgegenwärtig, aber nur wenig zu sehen.
Der Filmemacher hatte beim Schreiben des Drehbuches auch das große Ganze der Problematik immer fest im Blick und so sind starke Dialoge entstanden, die sehr nachdenklich stimmen. Hier ist mitnichten alles nur hohler Ghetto-Slang. Kraft bekommen die Sätze durch gute Schauspieler. Neben Cuba Gooding Jr. ist es insbesondere Ice Cube, der den Ghetto-Gangster überzeugend mimt und der seinem Charakter glaubwürdig auch die weniger offensichtlichen Facetten entlockt.
„Boyz n the Hood – Jungs aus dem Viertel” zeigt uns authentisch ein Amerika, jenseits der Hochglanzfassaden und schicken Vorgärten. Der Film traf bei Kinostart den Nerv des Publikums und überzeugt auch heute noch mit seinem realistischen Blick auf die Dinge.
"Boyz n the Hood" ist das Regie- und Drehbuchdebüt von John Singleton, der hier auch eigene Erlebnisse verarbeitet.
