Mein Haus in Umbrien

My House in Umbria

Filmplakat Mein Haus in Umbrien
Regie Richard Loncraine  Drehbuch Hugh Whitemore  Produzent Ann Wingate 
Genre Drama  FSK Filmlänge 103 min
Land USA, 2003  DVD-Start 23.04.2004  Verleih Warner Bros. Pictures

Story

Die englische Romanautorin Emily Delahunty macht sich auf den Weg zu ihrem wöchentlichen Einkaufsbummel. Nicht ahnend, wie sehr dieser Tag ihr zukünftiges Leben verändern wird, setzt sie sich in den Zug, der gemütlich durch die italienische Landschaft zuckelt, um kurz darauf zu explodieren. In Emilys Abteil überleben mit ihr nur noch drei weitere Passagiere das Zugunglück: ein älterer Engländer, dessen Tochter und Schwiegersohn ums Leben kamen, die achtjährige Aimee, die bei der Explosion ihre Eltern verlor und der junge Deutsche Werner, dessen Freundin ebenfalls nicht überlebte. Emily beschließt, ihre drei Mitreisenden in ihr großes Haus in Umbrien einzuladen. Hier sollen sich alle wieder etwas erholen können, das Geschehene verarbeiten und die Trauer zulassen. Das Unglück hat sie zusammengeschweißt und vor allem der kleinen Aimee, die seit dem Tod ihrer Eltern kein Wort mehr spricht, gilt die Sorge aller. Das Mädchen malt düstere, erschreckende Bilder und beginnt so allmählich, die Realität zu akzeptieren. Dann endlich kann ein Angehöriger des Waisenkindes ausfindig gemacht werden, ein Onkel aus Amerika, den Aimee allerdings nie kennengelernt hat. Als dieser im Haus in Umbrien auftaucht, entpuppt er sich als äußerst engstirniger und humorloser Mensch, der mit Emilys Lebensweise wenig anfangen kann. Die mühsam aufrecht erhaltene Fassade der Hausgemeinschaft bröckelt mehr und mehr und bald schon zeigt sich, dass manches ganz anders ist, als es zunächst erschien.

Schauspieler

Mein Haus in Umbrien Maggie Smith, Chris Cooper, Timothy Spall, Benno Fürmann, Ronnie Barker, Emmy Clarke, Giancarlo Giannini, Libero de Rienzo

Filmkritik von Stefanie Rufle

Steffi vergibt 5 von 5 Ms Mein Haus in Umbrien Kann ein gemeinsam erlebtes Unglück Menschen derart zusammenschweißen, dass es ihnen gemeinsam gelingt, das Erlebte zu verarbeiten und zusammen ein neues Glück zu erleben? Mit dieser Frage beschäftigt sich "Mein Haus in Umbrien". Können wir vor unserem Schicksal davonlaufen und unter einer Glasglocke zur Ruhe kommen? Natürlich wünscht sich das jeder von uns irgendwann einmal - doch die Realität holt uns immer wieder ein. So geht es auch den Protagonisten dieses Films - die trügerische Harmonie kann doch nie darüber hinwegtäuschen, dass das wirkliche Leben mit seinen Prüfungen und Aufgaben hinter der nächsten Kurve auf alle Beteiligten wartet. Auch dem Zuschauer ist das in jeder Minute des Films bewusst - und das ist vor allem den großartigen Darstellern zu verdanken. Vor allem Maggie Smith gelingt es, diesen Zwiespalt zwischen dem Wunsch nach absolutem Frieden einerseits und dem Wissen um die Realität andererseits, grandios zu transportieren. Ihr ist es zu verdanken, dass dieser Film nicht ins Absurde und Ätherische abrutscht, sondern immer den Bezug zur Wirklichkeit behält. Mit ruhiger Hand hält sie alle Fäden zusammen und zeigt gekonnt die innere Zerrissenheit der Emily Delahunty, die sich nach Liebe und Verständnis sehnt. "Mein Haus in Umbrien" ist ein Film der leisen Töne, dabei aber nie langweilig oder todernst. Hier kann man lachen, hier kann man weinen und hier kann man sich vor allem in eine wunderschöne Geschichte entführen lassen, die noch lange nachhallt.



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