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Five Minutes of Heaven
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Regie
Oliver Hirschbiegel
Drehbuch
Guy Hibbert
Produzenten
Eoin O'Callaghan, Stephen Wright
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 89 min Land Großbritannien, Irland Kinostart 17.06.2010 DVD-Start 14.01.2011 Verleih Neue Visionen |
Story
Lurgan, in Nordirland, im Jahr 1975. Der fürchterliche Bürgerkrieg zwischen der IRA und der protestantischen Ulster Volunteer Force befindet sich auf seinem Höhepunkt. Die Stadt ist in zwei Lager geteilt und die brutalen Straßenkämpfe bestimmen das Leben der Menschen in Lurgan. Das 16-jährige UVF-Mitglied Alistair Little will um jeden Preis seinen Beitrag leisten und sich am Bürgerkrieg beteiligen. Er bekommt den Auftrag, den Katholiken James Griffin, der kaum älter ist, als er selbst, als Warnung an die IRA zu töten. Alistair zögert keine Sekunde und tötet James durch das geschlossene Wohnzimmerfenster. Erst direkt nach der Tat bemerkt er James’ 11jährigen Bruder Joe, der alles mit angesehen hat, lässt ihn aber am Leben.
Dreißig Jahre später soll es zu einem Treffen zwischen Alistair, der seine Strafe abgesessen hat, und Joe kommen. Während einer TV-Show sollen die beiden miteinander konfrontiert werden und sich schließlich versöhnen. Es soll im Rahmen des Friedensprozesses zu einem Zeichen der Versöhnung kommen – doch Joe ist keineswegs an einer Versöhnung interessiert. Alles in ihm schreit nach Vergeltung…
Schauspieler
James Nesbitt, Liam Neeson, Mark David, Diarmuid Noyes, Niamh Cusack, Mathew McElhinney, Conor MacNeill, Paul Garret, Kevin O'Neill, Gerard Jordan, Paula McFetridge, Gerry Doherty, Luke O'Reilly, Luke McEvoy, Aiobheann Biddle, Ruth Matthewson, Carol Moore, Barry McEvoy
Filmkritik von Stefanie Rufle
Der Beginn von „Five Minutes of Heaven“ verspricht einen packenden und zugleich berührenden Film für den Zuschauer. Vor allem Mark David, der Darsteller des jungen Alistair Little, macht seine Sache ausgesprochen gut. Er überzeugt in der Rolle des blutjungen Kämpfers, der von seiner Mission restlos überzeugt ist, zu allem entschlossen scheint und dennoch vor Zittern kaum seine Waffe ruhig halten kann. Er und auch seine Mitstreiter machen deutlich, welch finstere Zeit das damals war im blutigen Nordirland. Hier gab es keine Zwischenposition: entweder war man Katholik oder Protestant, und es blieb keine Möglichkeit, außer den anderen zu bekämpfen. Die Szene, in der Alistair den fast gleichaltrigen James tötet, ist derart eindringlich und verzweifelt, dass man als Zuschauer die Trostlosigkeit und Unausweichlichkeit förmlich mit Händen greifen kann.
Nach dieser starken und absolut intensiven Eingangssequenz wechseln sowohl Ton als auch Zeit. Wir werden nun mit einem melancholischen und schwer an seiner Schuld tragenden Alistair, gespielt von Liam Neeson, konfrontiert. Auf der anderen Seite steht der verbitterte und nach Rache schreiende Joe, den James Nesbitt darstellt. Beinahe bekommt man den Eindruck, hier nun in einem gänzlich anderen Film gelandet zu sein. Auch wenn Regisseur Oliver Hirschbiegel in der Wahl der beiden „erwachsenen“ Darsteller ganz sicher den richtigen Riecher hatte, fehlt diesem zweiten Teil von „Five Minutes of Heaven“ die Spannung, auf die uns der erste Teil vorbereitete. Stark fühlt man sich an ein Kammerspiel erinnert, wobei sowohl die Täter- als auch die Opferfigur kaum individuelle Züge aufweisen. Der Film hebt in erster Linie die seelischen Wunden hervor, die der Nordirland-Konflikt bei den Betroffenen hinterlassen hat. Vor allem Liam Neeson und James Nesbitt ist es zu verdanken, dass das so eindrücklich gelungen ist.
Erst die Schlusssequenz, in der sich Alistair und Joe tatsächlich Auge in
Auge gegenüberstehen, erinnert wieder an den Einstieg dieses Dramas. Doch plötzlich ist nichts mehr übrig von den beiden Männern, die im Mittelteil so intensiv porträtiert worden waren, hier geht es nur noch um Schuld und Sühne. Alles in allem konnte „Five Minutes of Heaven“ nicht halten, was uns die beeindruckende Eingangssequenz versprach.
Wissenswertes
„Five Minutes of Heaven“ wurde in Belfast, Lurgan, Glenarm und Newtownards gedreht.
Der im Film geschilderte Mord beruht auf wahren Begebenheiten, beide Hauptdarsteller trafen sich mehrfach mit den realen Vorbildern ihrer Rollen.
„Five Minutes of Heaven“ wurde auf dem Sundance Film Festival mit Preisen für Regie und Drehbuch ausgezeichnet.
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