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Extrem laut und unglaublich nah
Extremely Loud and Incredibly Close
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Regie
Stephen Daldry
Drehbuch
Eric Roth
Produzent
Scott Rudin
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 129 min Land USA Kinostart 16.02.2012 DVD-Start 22.06.2012 Blu-ray-Start 22.06.2012 Verleih Warner Bros. Pictures |
Story
Oskar Schell ist vieles. Amateur-Entomologe zum Beispiel, oder Erfinder, Veganer und Origamist. Doch vor allem ist Oskar Schell eines: unglaublich traurig. Bei den Terroranschlägen des 11. September 2001 hat er seinen Vater verloren, der in einem der Türme war. Den Anrufbeantworter mit der Stimme seines Vaters darauf, wie er aus dem World Trade Center anrief, bewahrt Oskar wie einen Schatz auf. Er hat jedoch eine Aufgabe. Sein Vater hat ihm einen Schlüssel hinterlassen und Oskars Mission lautet: Finde das Schloss, in das er passt. Keine leichte Aufgabe bei den Millionen von Schlössern in New York. Wenn man, wie Oskar, keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzt, gestaltet sich die Suche noch schwieriger. Doch der Schmerz bleibt dem Jungen und bei all der Suche wird er sich irgendwann auch mit sich selbst beschäftigen müssen, wenn alles wieder gut werden soll...
Schauspieler
Thomas Horn, Tom Hanks, Sandra Bullock, Zoe Caldwell, Max von Sydow, Viola Davis, Jeffrey Wright, John Goodman, Dennis Hearn, Julian Tepper, Hazelle Goodman
Filmkritik von Thomas Ays
Stephen Daldry ist ein Meister-Regisseur - ganz gleich, wie das die OSCARs sehen. Die Academy scheint 2012 sowieso Tomaten auf den Augen zu haben. Die Leistung dieses Filmemachers nicht mit einer Nominierung zu adeln, grenzt schon an eine Unverschämtheit und ist absolut nicht nachzuvollziehen.
Stephen Daldry hat es im Jahr 2000 vollbracht, einen unbekannten Jungen namens Jamie Bell zu Höchstleistungen anzuspornen und damit einen heute erfolgreichen und ausdruckstarken Schauspieler entstehen zu lassen. Dass er dies wiederholen könnte, schien im Vorfeld zweifelhaft, doch der Filmemacher ließ nun, 2012, erneut einen jungen Schauspieler über sich hinauswachsen. Oskar Schell ist die Seele von "Extrem laut und unglaublich nah" und Thomas Horn hatte die nicht einfache Aufgabe, diesem außergewöhnlichen Jungen aus dem Roman von Jonathan Safran Foer ein Gesicht zu verleihen. Ist die Figur im Buch eher seltsam und manchmal sogar unsympathisch, so ist Thomas Horns Charakter nachvollziehbar, aber immer noch verschroben und sehr sympathisch. Das Drehbuch von Eric Roth ("Forrest Gump", "Der seltsame Fall des Benjamin Button") hält aber auch die genau richtigen Zutaten bereit, um Thomas Horn und seiner Figur die genau richtigen Worte in den Mund zu legen. Die Dialoge sind meisterhaft und die Auseinandersetzungen, die sich Oskar mit seiner Mutter liefert, berühren den Zuschauer tief. Es sind aber die Schauspieler, die die Emotionen des Publikums erreichen. Thomas Horn agiert beispiellos und tut so, als würde er ständig neben OSCAR-Preisträgern Hauptrollen spielen. Mit unglaublich viel Selbstvertrauen tritt er Tom Hanks, der in einer Nebenrolle zu sehen ist, und Sandra Bullock entgegen und scheut auch vor der Konfrontation mit ihnen nicht zurück. Besonders Bullock schafft es erneut, mit ihrem intensiven Spiel den Zuschauer zu erreichen und zu berühren. Obwohl sie nicht so oft zu sehen ist, sind die Szenen, in denen sie wirken darf, exzellent eingefangen worden. Die OSCAR-Preisträgerin und Thomas Horn ergeben ein wundervolles Leinwand-Duo, das auf vielen verschiedenen Ebenen emotionsgeladen funktioniert.
"Extrem laut und unglaublich nah" ist nicht einfach nur eine Geschichte über die Terroranschläge des 11. September 2001. Diese Geschichte beschäftigt sich mit der Trauer und der Wut eines Kindes. Dass sich die Geschichten von Jonathan Safran Foer für richtig gute Filme eignen, hat schon "Alles ist erleuchtet" mit Elijah Wood gezeigt, dieses Drama geht aber noch einen Schritt weiter. Wollte man der Buchvorlage manchmal eher weniger vehement folgen, reißt die sensible filmische Umsetzung den Zuschauer mit hinein in die Geschichte eines außergewöhnlichen Jungen, der so stark verletzt wurde, dass eine Heilung nicht möglich scheint, wofür er selbst mit Nachdruck sorgt. Und doch muss es Hoffnung geben, und genau diese Hoffnung ist ein zentrales Thema in der Geschichte dieser Figur. "Extrem laut und unglaublich nah" ist somit ein eindrucksvolles, beeindruckendes und nachhaltiges Drama geworden, das durch kreative und originelle Handlungsverläufe auffällt und mit starken Dialogen den Zuschauer tief in die Seelen seiner Figuren zieht. Meisterhaft!
Wissenswertes
Die Phoenix Film Critics Society Awards und die Broadcast Film Critics Association Awards erkannten die großartige Leistung von Hauptdarsteller Thomas Horn und zeichneten ihn als besten jungen Schauspieler aus.
"Extrem laut und unglaublich nah" wurde im englischen Original mit deutschen Untertiteln gesehen und bewertet.

Auszeichnungen
OSCAR-Nominierungen
Bester Film, Bester Nebendarsteller (Max von Sydow)
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Kommentare
Florian schreibt am 22.02.12, 00:03
Extrem scheiße und unglaublich schlecht.
Der Film hätte durchaus Potential gehabt, wenn man die Hauptrolle nicht an so ein unsymphatisches nerviges Dreckskind vergeben hätte, das ohne unterlass seine Zwangshandlungen, in dem viel zu langatmigen Film zelebriert.
Von mir maximal 2/5 Sternen.
Honiggurkerl schreibt am 08.04.12, 11:44
zugegeben, die gefühle des jungen werden manchmal etwas überspitzt dargestellt. doch nichtsdestotrotz ist der film einfühlsam und zeigt, wie unterschiedlich menschen mit der umwelt und mit sich selbst umgehen und versuchen, trauer auf verschiedenste arten zu bewältigen.
4 von 5 sternen

