Die Frau des Leuchtturmwärters

L' equipier

Filmplakat Die Frau des Leuchtturmwärters
Regie Philippe Lioret  Drehbuch Philippe Lioret  Produzent Christophe Rossignon 
Genre Drama  FSK Filmlänge 104 min
Land Frankreich  Kinostart 16.06.2005  DVD-Start 27.01.2006  Verleih Arsenal Film

Story

Camille kommt nur deshalb nach Hause nach Ouessant, einer Insel vor der bretonischen Küste, um ihr Geburtshaus zu verkaufen. Seit dem Tod ihrer Mutter steht es leer, und endlich hat Camille sich dazu durchgerungen, sich von diesem letzten Bindeglied zu ihrer Kindheit zu trennen. Ihre alte Tante, die Schwester ihrer verstorbenen Mutter, ist sehr unglücklich über Camilles Entscheidung, bedeutet für sie dieses Haus doch mehr, als nur ein Haufen alter Steine. An ihrem letzten gemeinsamen Abend in dem alten Häuschen findet Camille in einer Postsendung an ihre Mutter ein Buch, auf dessen Umschlagbild der Leuchtturm La Jument zu sehen ist. Auf diesem Leuchtturm arbeitete einst Camilles Vater, um ihn drehte sich ihre gesamte Kindheit, wusste sie dort doch den Vater, der kaum Zeit mit seiner Tochter verbringen konnte.

In den wenigen Stunden, die ihr noch in ihrem alten Zuhause bleiben, verschlingt Camille nun begierig dieses Buch, das sie in eine ferne Welt entführt. Es erzählt die Geschichte eines Kriegsversehrten, der eine Arbeitsstelle auf dem Leuchtturm La Jument vermittelt bekommt. Die Geschichte einer Frau, die mit dem langjährigen Leuchtturmwärter von La Jument verheiratet ist und in dieser Ehe immer unglücklicher wird. Es erzählt die Geschichte von Mißtrauen, Hass, Neid und Mißgunst - und einer großen Liebe. Am Ende dieser durchwachten Nacht ist für Camille nichts mehr so, wie es einmal war...

Schauspieler

Die Frau des Leuchtturmwärters Sandrine Bonnaire, Philippe Torreton, Grégori Derangère, Emilie Dequenne, Anne Consigny, Martine Sarcey, Thierry Lavat, Nathalie Besancon

Filmkritik von Stefanie Rufle

Steffi vergibt 4 von 5 Ms Die Frau des Leuchtturmwärters Dies ist ein Film der leisen Töne, ein Film der von der Liebe handelt, aber nicht nur von der Liebe zwischen Mann und Frau. Es geht hier um tiefe Gefühle, um den Mut, über den eigenen Schatten zu springen, seinen Blickwinkel zu verändern, um am Ende ein reicherer Mensch zu werden. Ganz allmählich wird der Zuschauer in eine Geschichte eingeführt, die von dem Unausgesprochenen, dem Angedeuteten lebt. Es werden nicht viele Worte gemacht, und doch bekommt man einen tiefen Einblick in das Seelenleben der Protagonisten. Großartige Darsteller, allen voran die betörende, geheimnisvolle Sandrine Bonnaire, machen das möglich. Bonnaire verkörpert die einsame, frustrierte und doch so starke Ehefrau voller Inbrunst, tiefschürfende Dialoge sind da überflüssig. Überhaupt ist dieser Film nicht gerade gespickt mit ausladenden Dialogen - hier wirken die Bilder, die genialen Landschaftsaufnahmen und vor allem die wundervolle Musik.

Sicherlich wird einem als Zuschauer schnell klar - auch ohne all die französischen Namen gehört zu haben - dass man es hier mit einem durch und durch französichen Streifen zu tun hat. "Die Frau des Leuchtturmwärters" trägt so viele typische Charakteristiken des französischen Films in sich, ohne aber den "Nichtfranzosen" zu langweilen. Es ist Philippe Lioret gelungen, eine wunderbare Botschaft völlig unprätentiös zu verpacken und so den Zuschauer von der ersten Minute an zu fesseln, auch wenn das Ende doch etwas vorhersehbar ist. "Die Frau des Leuchtturmwärters" ist ein Film der besonderen Art!



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