Salvador - Kampf um die Freiheit

Salvador

Filmplakat Salvador - Kampf um die Freiheit
Regie Manuel Huerga  Drehbuch Lluis Arcarazo  Produzent Jaume Roures 
Genre Biopic  FSK 16  Filmlänge 134 min
Land Spanien  Kinostart 13.09.2007  DVD-Start 14.02.2008  Verleih MFA

Story

Nach einer wahren Begebenheit.
Spanien 1973. Das Land erlebt die letzte Phase der Franco-Diktatur. Der junge Salvador Puig Antich gehört zu jenen Studenten, die nicht länger stillhalten und ihren Unmut über die herrschenden diktatorischen Ungerechtigkeiten laut herausschreien und die Gleichberechtigung der Klassen fordern. Puig Antich ist ein Anarchist, der zur militärischen iberische Befreiungsbewegung - kurz MIL - gehört, die sich mit Banküberfällen das Geld für den Druck von Flugblättern beschafft. Lange ist der Gruppe das Glück hold, doch dann gerät Salvador in einen Hinterhalt des Geheimdienstes. Es kommt zu einer Schießerei, bei der er selbst schwer verwundet wird und ein Polizist das Leben verliert. Salvador wird angeklagt und wegen Polizistenmord zum Tode verurteilt. Während seine Anwälte alles Menschenmögliche versuchen, um das Urteil aufheben zu lassen, kann „Salva“ nur tatenlos im Gefängnis warten. Doch mit jedem Tag schwindet die Hoffnung auf einen glücklichen Ausgang mehr.

Schauspieler

Salvador - Kampf um die Freiheit Daniel Brühl, Mercedes Sampietro, Pau Derqui, Roger Coma, Antonio Dechent, Tristán Ulloa, Leonardo Sbaraglia, Joel Joan, Celso Bugallo, Olalla Escribano, Carlota Olcina

Filmkritik von Melanie Frommholz

Melli vergibt 2 von 5 Ms Salvador - Kampf um die Freiheit Die Zeit der Diktatur unter Francisco Franco ist ein dunkles Kapitel der spanischen Geschichte. Der Anarchist und Freiheitskämpfer Salvador Puig Antich wurde im Kampf gegen das Franco-Regime zum tragischen Helden und zu einer wichtigen Figur. Es ist also nicht verwunderlich, dass Regisseur Manuel Huerga, Drehbuchautor Lluís Arcarazo und Produzent Jaume Roures für ihren Film gerade in Spanien viel Beifall erhielten, stellt er doch ein Stück notwendiger Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte dar. Den Symbolcharakter in allen Ehren, ist „Salvador – Kampf um die Freiheit“ letztlich aber ein enttäuschender Film geworden, in dessen erster Hälfte wir die Radikalisierung des aus gut bürgerlichen Verhältnissen stammenden Salvadors im Schnelldurchlauf erleben. Seine Entwicklung zum Anarchisten, der sich dem bewaffneten Widerstand anschließt, beschreibt Drehbuchautor Arcarazo in wenigen Sätzen, die nicht eingebettet sind in ein Gesamtbild der politischen Situation in Spanien. Salvador berichtet, im Gefängnis sitzend, in Rückblenden seinem Anwalt von dieser Zeit. Mit einem kurzen „Gesellschaft ohne Klassen“ speist der Film die Zuschauer bei der Frage nach Salvadors Motivationen ab, um anschließend die Zeit, in der die MIL-Gruppe mit Banküberfällen von sich Reden machte, als verklärten Jungentraum von einem Gangster-Leben zu inszenieren. Die herrschende Atmosphäre innerhalb der spanischen Gesellschaft, die politischen Motive der Gruppe – das alles findet wenn überhaupt nur am Rande Erwähnung. So ist es nicht verwunderlich, dass man für die Dimension der Ereignisse kein Gespür bekommt.

In der Mitte des Films kippt die Handlung dann. Salvador ist mit seiner Erzählung am Ende und Regisseur Manuel Huerga zeigt ihn nun im Gefängnis, wo er erst auf seine Verurteilung und schließlich auf die Vollstreckung der Todesstrafe wartet. „Salvador – Kampf um die Freiheit“ kann in dieser Phase Boden gut machen. Der Film entwickelt Atmosphäre und Intensität, was insbesondere dem sehr guten Spiel von Daniel Brühl zu verdanken ist, der Salvador in seinem Bangen zwischen Hoffnung und Verzweiflung glaubwürdig verkörpert. Der Film wird zum Plädoyer gegen die Todesstrafe. Die innere Balance will dem Film jedoch auch hier nicht durchgängig gelingen. Der brutale Gefängnisaufseher Jesús wandelt sich quasi über Nacht vom Schikanierer zum Menschenfreund und der Weg zwischen Todesurteil und Vollstreckung erscheint mit über einer halben Stunde Filmlänge unnötig ausgewalzt.

Vor- und Abspann des Films stellen das Schicksal Salvador Puig Antich in einen geschichtlichen Zusammenhang mit Persönlichkeiten wie Martin Luther King, Che Guevara oder Jassir Arafats und den Terroranschlägen des 11.09.2001. Ein Versuch die Bedeutung Salvadors und seines Kampfes zu unterstreichen, dessen es nicht bedurft hätte, hätten Regie und Drehbuch es verstanden die persönliche Geschichte Salvadors in die politische und gesellschaftliche Situation Spaniens nachvollziehbar einzubetten.

Wissenswertes

Salvador - Kampf um die Freiheit Neben mit dem DDR-Flüchtling Georg Michael Welzel ist Salvador Puig Antich der letzte Verurteilte, der in Spanien mit der Garotte hingerichtet wurde.

Das Drehbuch basiert auf dem Roman „Cuentra atrás. La historia de Salvador Puig Antich“ von Francesc Escribano.



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