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Abbitte
Atonement
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Regie
Joe Wright
Drehbuch
Christopher Hampton
Produzenten
Tim Bevan, Eric Fellner, Paul Webster
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 123 min Land Großbritannien Kinostart 08.11.2007 DVD-Start 27.03.2008 Blu-ray-Start 27.05.2010 Verleih Universal Pictures |
Story
Sommer im Jahr 1935. Auf dem Landsitz der Familie Tallis sind alle der Lethargie der unerträglichen Hitze verfallen. Cousine Lola und ihre beiden Brüder sind zu Besuch, deren Eltern stehen kurz vor der Scheidung. Briony, das Nesthäkchen der Familie Tallis ist voller Tatendrang. Gerade eben hat sie ihr erstes Theaterstück fertiggeschrieben und will dieses nun unbedingt mit den drei Besuchern unter ihrer Regie aufführen. Doch Lola und ihre Brüder haben keine Lust auf langweilige Theaterproben und wollen lieber schwimmen gehen. Verärgert zieht sich Briony deshalb auf ihr Zimmer zurück und beobachtet vom Fenster aus eine Szene am Springbrunnen, die sie nicht einordnen kann. Sie sieht ihre Schwester Cecilia mit Robbie Turner, dem Sohn der Haushälterin und begreift nicht, was da vor sich geht. Kurz darauf schreibt Robbie einen Brief an Cecilia, den er von Briony überbringen lässt. Allerdings rechnet er nicht damit, dass die 13jährige den Brief liest und noch weniger ist ihm klar, welchen Inhalts dieser verhängnisvolle Brief tatsächlich ist. Doch mit den wenigen geschriebenen Worten, die er an Cecilia richtet, bringt Robbie eine Lawine ins Rollen, die am Ende des Abends sein gesamtes Leben verändern soll. Briony spielt dabei eine entscheidende Rolle, ihre Interpretation der Ereignisse und vor allem ihre enttäuschten Gefühle. Am Ende dieses Abends ist für drei Menschen nichts mehr, wie es vorher war.
Schauspieler
Keira Knightley, Brenda Blethyn, James McAvoy, Saoirse Ronan, Romola Garai, Vanessa Redgrave, Juno Temple, Julia West, Harriet Walter, Felix von Simson, Charlie von Simson, Alfie Allen, Patrick Kennedy
Filmkritik von Stefanie Rufle
Eines gleich vorweg: Alle Ian McEwan-Fans können erleichtert aufatmen. Dies ist eine wirklich großartige und durch und durch gelungene Adaption des gleichnamigen Romans. Dieser Film wird dem Meisterwerk des englischen Autors tatsächlich gerecht – Drehbuchautor Christopher Hampton hat hier wirklich brillante Arbeit geleistet. Er hat die 530 Seiten starke Vorlage so komprimiert, dass nie der Eindruck entsteht, es würde etwas Wesentliches fehlen. So ist „Abbitte“ eine meisterhafte Romanverfilmung geworden, die mit traumhaft schönen und verzauberten Bildern aufwartet. Dabei ist der Streifen viel mehr, als nur eine bittersüße Romanze geworden. Hier tun sich dem Zuschauer Abgründe auf – man bekommt Einblick in die Tiefen der menschlichen Psyche, erblickt gemeinste Hinterhältigkeit und hat doch auch immer Verständnis für die Beweggründe, die Menschen zu solchen Taten treiben können. Es geht um Schuld und Sühne und um die Frage, wie viel eine einzelne Person verzeihen kann.
Einfach nur grandios ist hier James McAvoy als Robbie, der völlig unschuldig und unbedarft in eine Tragödie hineinschlittert und dessen Leben danach nie mehr so sein wird, wie es einmal war. McAvoy macht seine Sache so gut, spielt so überzeugend, dass es fast schon beängstigend ist. Nie wirkt irgendetwas an seinem Spiel überladen oder zuviel. Er wirkt einfach nur und haucht dem Film damit Leben ein. Auch Keira Knightley macht ihre Sache durchaus gut, doch an McAvoys Leistung reicht sie nicht ganz heran. Besondere Erwähnung sollte hier die 13jährige Saoirse Ronan als Briony finden. Genauso stellt man sich beim Lesen die Briony tatsächlich vor und so hinterlässt Ronan einen bleibenden Eindruck. Alles in allem ist „Abbitte“ ein Film, den man nicht so schnell vergessen wird – genial gute Filmmusik, erschreckende Kriegsszenen im Hafen von Dünkirchen, surreale Bilder und eine großartige Besetzung. Alles Zutaten, die dem ganz großen Kino gerecht werden und den Zuschauer noch lange in entrückter Stimmung belassen.
Auszeichnungen
Golden Globe-Nominierungen
Beste Regie, Bester Schauspieler - Drama (James McAvoy), Beste Schauspielerin - Drama (Keira Knightley), Beste Nebendarstellerin (Saoirse Ronan), Bestes Drehbuch
Gewonnene Golden Globes
Bester Film - Drama, Beste Musik
OSCAR-Nominierungen
Bester Film, Beste Nebendarstellerin (Saoirse Ronan), Beste Ausstattung, Beste Kamera, Beste Kostüme, Bestes Drehbuch (Adaption)
Gewonnene OSCARs
Beste Musik
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Kommentare
Sylvia Kucher schreibt am 23.11.07, 13:27
Ich habe das Buch nicht gelesen, somit kann ich nur den Film beurteilen. Diesen finde ich großartig. Die Schlüsselszenen erst mal aus der Perspektive der 13jährigen Briony zu zeigen und damit ihr noch natürliches Unverständnis in Bezug auf Sexualität und Erotik so fein herauszuarbeiten, ist gelungen. Auch das Ende, wenn uns die zum Tode geweihte Autorin Briony in einem Literaturclub vermittelt, dass sie dieses Thema nie losgelassen hat und sie mit ihrer Schuld leben lernen musste. Weil sie jedoch annahm, dass kaum ein Leser eine Geschichte ohne Happyend gerne liest, ist dieser Roman - obgleich ihr erstes Thema - zugleich ihr letztes Buch. Erst am Ende ihres eigenen Lebens ist es ihr gelungen, die beiden Protagonisten Cecilia und Robby wenigstens fiktiv zusammenzubringen. Hier wird dem Zuschauer das vermeintliche Happyend entzogen. Im wahren Leben ist es anders. Da hat ein Mädchen einen Fehler gemacht, der ihr ganzes Leben verändert haben wird.
Kai schreibt am 08.04.08, 09:21
Was ist der Kern der Geschichte? Das, was im Leben nicht möglich ist, gelingt in der Fiktion, in der Kunst, im Nichtleben. In diesem Falle die Erfüllung oder auch Erniedrigung einer viel versprechenden Liebe. Alles bleibt ideal und damit Kunst.
Der Film reflektiert sich selbst als Kunst durch Spiel, Bild und Musik. Alles ist ideal. Er ist in bestem Sinne künstlich und nicht lebend; wozu man auch langatmig, erschöpfend und drückend sagen kann. Es ist die Sommerhitze an jenem Tag.
Die Drehung der Geschichte ist der Tribut an das Publikum und gleichzeitig der Anker der Interpretation.
Abbitte ist vielleicht ein wenig banal.

