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Tatort - Weil sie böse sind (TV)
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Regie
Florian Schwarz
Drehbuch
Michael Proehl
Genre Krimi Filmlänge 90 min Land Deutschland, 2010 Verleih HR |
Story
Als Balthasar Staupen in das Anwesen seines Vaters zurückkehrt und diesen dort tot auffindet, erschüttert ihn das nicht im Geringsten. Über die Überwachungskamera sieht er sich den Mord an seinem Vater mehrmals an. Der Täter ist schnell identifiziert, da er einige Unterlagen am Tatort zurückgelassen hat. Anstatt die Polizei umgehend zu alarmieren, säubert Balthasar zunächst den Tatort und lässt das Video, auf dem der Mord aufgezeichnet ist, verschwinden. Kurze Zeit später sucht er den Mörder seines Vaters auf, um ihm für seine Tat zu danken. Der Witwer sowie alleinerziehender Vater Rolf Herken versteht die Welt nicht mehr, ist jedoch zunächst dankbar für das Verständnis von Balthasar. Immerhin muss sich Herken alleine um seinen autistischen Sohn kümmern – eine Inhaftierung würde daher nicht nur ein Leben zerstören. Hätte Herken jedoch von den weiteren Plänen von dem realitätsfernen Balthasar etwas geahnt, hätte er sich wohl eher gleich der Polizei gestellt…
Schauspieler
Andrea Sawatzki, Jörg Schüttauf, Peter Lerchbaumer, Thomas Balou Martin, Milan Peschel, Matthias Schweighöfer, Markus Boysen, Adele Neuhauser, Peter Davor
Filmkritik von Kathrin Lang
Mit „Weil sie böse sind“ liefern Regisseur Florian Schwarz und Drehbuchautor Michael Proehl einen außergewöhnlichen und zugleich absolut grandiosen „Tatort“ aus Frankfurt ab. Mit ihrer Geschichte rund um den steinreichen Bengel Balthasar Staupen und den Witwer sowie alleinerziehenden Vater Rolf Herken stellen sie die üblichen Definitionen von Gut und Böse oder Recht und Ungerechtigkeit gänzlich auf den Kopf, um eine der unkonventionellsten „Tatort“-Folgen seit Langem abzuliefern. Während das Ermittlerteam Fritz Dellwo (Jörg Schüttauf) und Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki) zunehmend in den Hintergrund tritt, entspinnt sich im Vordergrund eine packende, geistreiche, aber auch erschütternde Geschichte, die die gängigen Rollen von Täter und Opfer ganz anders festlegt, als man es im Vorfeld erwartet hätte. Großes Plus sind dabei die beiden Hauptdarsteller: Während Milan Peschel mehr als glaubhaft den Gutmenschen Rolf Herken verkörpert, dem jedoch bedauerlicherweise schon bald die Rolle des Mörders und schließlich Erpressten zukommt, liefert Matthias Schweighöfer als skrupelloser Richter über Leben und Tod eine derart grandiose Darstellung ab, dass man sich wundert, warum nicht schön früher jemand auf die Idee kam, den Publikumsliebling für eine solche Rolle zu besetzen.
Mit „Weil sie böse sind“ wird beim „Tatort“ ganz neues, frisches Terrain betreten. Die gängigen Regeln eines „Tatort“-Kriminalfalls werden von den Machern gänzlich übergangen, wodurch eine Folge entstehen konnte, die sich deutlich von anderen Mordermittlungsfällen abhebt. Außergewöhnliche Spannung und großartige Abendunterhaltung!
Wissenswertes
Alle Fälle von Sänger und Dellwo:
• 2002: Oskar
• 2003: Frauenmorde
• 2003: Das Böse
• 2004: Janus
• 2004: Herzversagen
• 2005: Wo ist Max Gravert?
• 2005: Leerstand
• 2006: Das letzte Rennen
• 2006: Der Tag des Jägers
• 2007: Unter uns
• 2007: Bevor es dunkel wird
• 2008: Der frühe Abschied
• 2008: Waffenschwestern
• 2008: Der tote Chinese
• 2009: Neuland
• 2009: Architektur eines Todes
• 2010: Weil sie böse sind
• 2010: Am Ende des Tages
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Kommentare
Denise schreibt am 05.04.10, 21:43
Sehr außergwöhnlich, ein bisschen gruselig und sehr liebevoll gestaltet. Achtung, überraschend guter Film!
