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Perfect Sense
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Regie
David Mackenzie
Drehbuch
Kim Fupz Aakeson
Produzenten
Gillian Berrie, Malte Grunert
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 92 min Land Deutschland, Großbritannien, Schweden, Dänemark Kinostart 08.12.2011 DVD-Start 18.05.2012 Blu-ray-Start 18.05.2012 Verleih Senator Film |
Story
Es ist ein Tag wie jeder andere, als das Unheil wie ein schleichendes Gift über die Menschheit kommt. Immer mehr Menschen verlieren plötzlich ihre Fähigkeit zum Riechen. Dem Verlust der Sinneswahrnehmung geht eine große Traurigkeit voraus. Zu Anfang glauben die Wissenschaftler und Ärzte noch an einen Virus oder eine andere Ansteckungsquelle, doch dem Geruchssinn folgt schon bald der Verlust des Geschmacksinnes, erneut begleitet von einem emotionalen Ausbruch. Die Menschen reagieren pragmatisch und passen sich auch diesem Sinnesverlust an. Gerade in dieser schwierigen Zeit der Angst und der Ungewissheit, finden die Forscherin Susan und der Chefkoch Michael in Glasgow zueinander. Zunächst ist es nur Sex und Leidenschaft, doch die unerklärliche Epidemie führt die beiden auch emotional zueinander – sie verlieben sich. Doch hat die Liebe eine Chance, wenn ein Mensch nach und nach seine ganzen Sinne verliert? Und noch eine weitere Frage stellt sich: Wie viele Sinne dürfen die Menschen einbüßen, ohne dass die Zivilisation auseinanderfällt? Als Micheal, begleitet von einem Wutausbuch, sein Gehör verliert, scheint nicht nur das Ende einer Liebe gekommen zu sein…
Schauspieler
Ewan McGregor, Eva Green, Connie Nielsen, Stephen Dillane, Ewen Bremner, Denis Lawson, Alastair Mackenzie, James Watson, Richard Mack, Caroline Paterson
Filmkritik von Melanie Frommholz
Der Filmemacher David Mackenzie blickt bislang auf eine wechselhafte Arbeit zurück. Es finden sich hier intensive und berührende Geschichten wie die Coming-of-Age-Story „Hallam Foe - This is my Story“, aber auch seichte Komödien wie „Toy Boy“. Das Mackenzie das wundervolle Drehbuch des Dänen Kim Fupz Aakeson in die Hände bekam, ist jedoch einer jener Glückgriffe, die im Ergebnis einen besonderen Film bedeuten. Es ist eine schrecklich und zugleich faszinierende Idee, der Frage nachzugehen, was mit uns geschieht, wenn wir unsere Sinne nach und nach verlieren. Aakeson kombiniert dies auf besondere Weise mit der Welt der Emotionen und zeigt feinfühlig auf, wie eng die Welt des Riechens, Schmeckens und Hörens mit unseren Gefühlen und Empfindungen verwoben ist. Aber auch wie anpassungsfähig der Mensch sein kann. Je mehr die Figuren der Geschichte ihre Sinne einbüßen, desto intensiver erlebt man die Geschichte vor der Kinoleinwand. Ein Verdienst von David Mackenzie, der das richtige Gespür für die Inszenierung von Augenblicken und Vertrautheiten und kleinen Momenten zeigt und die Handlung in einer treffenden Bildersprache umsetzt. Man erlebt plötzlich die Bedeutung von Farben und die Konsistenz von Essen intensiver, erlebt fasziniert und auch mit Ekel mit, wie die Menschen versuchen den Verlustes eines Sinnes durch die intensivere Nutzung eines anderen auszugleichen. Die Bedeutung eines Sinnes steht einem plötzlich wieder glasklar vor Augen. „Perfect Sense“ bleibt dabei trotz seiner apokalyptischen Szenerie immer auch ein Stück weit hoffnungsvoll. Ganz unweigerlich und selbstverständlich kommt der Film an den Punkt, wo es um die Bedeutung unsere Anpassungsfähigkeit geht, die Bedeutung unserer Sinne für unser Dasein und unser Zusammenleben. Unaufhörlich nähern wir uns gebannt zusammen mit den Protagonisten Susan und Michael dem Ende und erleben dabei wie wundervoll und losgelöst von allem das Gefühl der Liebe und Nähe Trost spendet und glücklich macht. Die beiden Hauptdarsteller Ewan McGregor und Eva Green überzeugen dabei durch ungekünstelte Natürlichkeit und Echtheit, was der Geschichte eine große Authentizität beschert.
Abgestumpft durch die Einflüsse und den Trott des Alltags gehen wir auch heute, im Vollbesitz all unserer Sinne, blind und taub durch die Welt. „Perfect Sense“ bleibt nicht auf der Stufe einer einfachen Liebesgeschichte stehen, sondern bricht unseren Kokon auf und macht uns auch dank großartiger Darsteller bewusst, welches Geschenk sie sind und wie unschätzbar es ist einen Moment zu genießen, mit all seinen Sinnen auszukosten und mit den Menschen zu teilen, die man liebt.
Der Film ist die zweite Zusammenarbeit von Ewan McGregor und David Mackenzie.