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Ein guter Sommer (TV)
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Regie
Edward Berger
Drehbuch
Edward Berger, Michael Schenk
Produzent
Jörg Himstedt
Genre Tragik-Komödie Filmlänge 90 min Land Deutschland, 2011 Verleih HR |
Story
Andi ist Reisebusfahrer und an einem persönlichen Tiefpunkt angelangt. Er liefert seine Reisegruppe im Hotel ab, checkt selbst ein und begibt sich dann auf das Dach des Hotels. Andi will seinem Leben ein Ende setzen, doch sein Selbstmordversuch scheitert ziemlich kläglich. Daraufhin gibt Andi seinen Job auf und wird vom Arbeitsamt zu einer Putzkolonne am Bau eingeteilt. Doch seine neuen Arbeitskollegen, insbesondere der mürrische Frieder, fühlen sich ziemlich belästigt von Andis fast schon aufdringlicher Beredsamkeit. Doch als in der Mittagspause ein ehrenamtliches Kriseninterventionsteam, bestehend aus der Krankenschwester Hanna und dem Arzt Georg, auf der Baustelle auftaucht und Frieder vom Unfalltod seiner Frau unterrichtet, zögert Andi keine Sekunde. Gemeinsam mit Georg und Hanna begleitet er Frieder in dessen Plattenbauwohnung und weicht von nun an kaum noch von dessen Seite. Der ist allerdings alles andere als begeistert von dem ungebetenen Gast und macht ihm mehr als deutlich, dass er verschwinden soll. Andi macht sich zunehmend Sorgen wegen Frieders seltsamen Verhalten und kann schließlich Hanna, in die er sich verliebt hat, überreden, nach Frieder zu sehen.
Tatsächlich gibt Hanna schließlich Andis penetrantem Werben nach und es entwickelt sich eine zarte Liebesbeziehung. Auch Frieder kommt allmählich wieder zu sich und ist mehr als überrascht darüber, dass seine Frau ihm eine teure Altbauwohnung vererbt hat, von der er keine Ahnung hatte. Zwischen den dreien entsteht eine eigenwillige Freundschaft und es scheint, als würde eine herrliche Zeit vor ihnen liegen – doch die Idylle ist mehr als brüchig…
Schauspieler
Andreas Schmidt, Jördis Triebel, Devid Striesow, Michael Schenk, Nicole Marischka, Stephan Grossmann, Arved Birnbaum, Isaak Dentler
Filmkritik von Stefanie Rufle
Was bei dieser Tragikomödie von der ersten Szene an ins Auge sticht, ist ein hagerer, verbraucht und desillusioniert wirkender Andreas Schmidt in der Rolle des Busfahrers Andi. In seiner Naivität und penetranten Aufdringlichkeit fasziniert er und stößt zugleich ab. Sein jämmerlicher Versuch, sich das Leben zu nehmen ist derart tragisch und zugleich komisch, dass man einfach nicht anders kann, als seiner Geschichte weiter zu folgen. Es ist eine äußerst merkwürdige und skurrile Dreiecksgeschichte, in die uns Michael Schenk und Regisseur Edward Berger mit ihrem außergewöhnlichen Drehbuch mitnehmen. Dabei ist es keineswegs immer sonderlich logisch, was sich hier zuträgt, manchmal gleitet der Film gar ins Abstruse ab. Doch dass Themen wie Freundschaft, Abschied und Tod derart leichtfüßig und unbeschwert behandelt werden, lässt „Ein guter Sommer“ zu etwas ganz besonderem werden.
Neben Andreas Schmidt überzeugen Jördis Triebel als Hanna, Devid Striesow als Frieder und Michael Schenk als Georg – ein eingespieltes Team, wie es den Anschein hat, das durch eine gekonnte Inszenierung von Anfang bis Ende überzeugen kann. Dieser Mischung ist es zu verdanken, dass aus „Ein guter Sommer“ ein intensiver, komischer und tragischer Film voller Wärme und Humor geworden ist - ein Film, der nur ein paar wenige Tage im Leben dreier Menschen erzählt, die aber alles verändern sollen.
