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Good
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Regie
Vicente Amorim
Drehbuch
John Wrathall
Produzenten
Sarah Boote, Billy Dietrich, Kevin Loader, Dan Lupovitz, Miriam Segal
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 92 min Land Großbritannien, Deutschland, 2008 DVD-Start 19.08.2011 Verleih Ascot Elite |
Story
Deutschland in den 1930er Jahren. Die Karriere des Literaturprofessors John Halder stagniert. Seine Frau Helen interessiert sich mehr für das Klavier als für den Haushalt und zwischen Kochen und Kinderbetreuung kümmert sich John auch noch um seine kranke und anstrengende Mutter. Nur in Gesprächen mit seinem jüdischen Freund Maurice, einem Psychotherapeuten, spielt er mit dem Gedanken einer Veränderung und einer Affäre mit einer Studentin. Doch dann zeigen die Nazis Interesse an seinem Buch. Der Roman, der von aktiver Sterbehilfe handelt, passt wunderbar in ihre Weltanschauung und sie bitten Halder, einen Artikel zu dem Thema zu verfassen. John Halder beginnt aufzusteigen, tritt in die NSDAP ein und setzt seine geheimen Wünsche einer Affäre mit der Studentin Anne in die Tat um. Während Maurice mit den Auswirkungen der deutschen Judenpolitik kämpft, schreitet John auf der Karriereleiter voran. Als er erkennt wozu auch sein Gedankengut beigetragen hat ist es für einen Ausstieg bereits zu spät.
Schauspieler
Viggo Mortensen, Jason Isaacs, Jodie Whittaker, Steven Mackintosh, Mark Strong, Gemma Jones, Anastasia Hille, Ruth Gemmell, Ralph Riach, Steven Elder, Kevin Doyle, David de Keyser, Guy Henry, Adrian Schiller, Rick Warden
Filmkritik von Melanie Frommholz
Es ist schon erstaunlich, welche Geschichten es auf die großen Kinoleinwände schaffen und wie lange ein Film wie „Good“ benötigt, um wenigsten einen deutschen DVD-Start zu erhalten. 2008 gedreht, dauerte es drei Jahre bis zur Veröffentlichung. Es ist gut, dass er es geschafft hat, denn die Geschichte von „Good“, die auf dem Theaterstück von C.P. Taylor basiert und die von John Wrathall eindrücklich für das Medium Film adaptiert wurde, hebt sich ab von den historischen Nazifilmen, die wir bereits kennen. „Good“ ist ein wichtiger Film, beschäftigt er sich doch abseits der bereits oft beleuchteten Aspekte eindringlich mit den Mechanismen, die für die Wahrscheinlichkeit einer Wiederholung des Nazischreckens sprechen, wenn man sie sich nicht immer wieder bewusst macht.
„Good“ ist die Geschichte eines Jedermanns, der in einer persönlichen Krise steckend, mit einer falschen Entscheidung, einem faulen Kompromiss, eine Kette von Ereignissen und weiteren Kompromissen anstößt, die ihn schließlich als SS-Mann in die Konzentrationslager führen. Einer jener Männer, die das System still mitgetragen haben. Was „Good“ dabei zu einem solch aufrüttelnden Beitrag macht ist nicht das Schildern von Grausamkeiten, sondern die sich durch die Inszenierung aufzwingende Nachvollziehbarkeit des Weges, den John Halder nimmt. John Halder ist eigentlich ein guter Mensch mit den richtigen Ansichten, doch der Wunsch nach Anerkennung und Vorankommen, gepaart mit dem Eindruck, in dem System scheinbar keine andere Wahl zu haben, als mit den Wölfen zu heulen, machen ihn letztlich zum Nazi. „Good“ schafft es nachdrücklich, dass wir uns dabei ständig fragen, wie man selbst wohl in einer vergleichbaren Situation gehandelt hätte. Gerade dieser Aspekt hebt den Film aus seinem historischen Kontext heraus und gibt ihm eine zeitlose Wichtigkeit.
Dass John Halder uns emotional so nahe kommt, ist der darstellerischen Leistung von Viggo Mortensen zu verdanken. Er versteht es, die Schwäche seiner Figur herauszuarbeiten und dabei aber klar zu machen, dass er kein Opfer ist. Nur allzu menschlich ist es, dass er sich vom Lob der Parteibonzen geschmeichelt fühlt, sich über die Annerkennung freut und dabei sein Gewissen in Form seines jüdischen Freundes Maurice, sehr gut besetzt mit Jason Isaacs, immer mehr ausblendet. Er verdrängt, für was das Regime tatsächlich steht. Eindringlich verfolgt der Film seinen Aufstieg, beginnend mit der Ignoranz der Realität hin zum intellektuellen NSDAP-Aushängeschild. Neben den beiden Mimen in den Hauptrollen verblassen die anderen Darsteller leider merklich. Lediglich Gemma Jones als Johns Mutter bleibt im Gedächtnis, was ein kleiner Wehrmutstropfen ist.
Nur allzu gerne sprachen viele nach dem Ende von Adolf Hitlers Herrschaft von einem „nicht wissen“ und meinten doch wohl eher ein „nicht sehen wollen“. „Good“ zeigt, wohin es führt, wenn sich Menschen entscheiden nichts zu tun und bösen Dingen ihren Lauf lassen.
Das Drehbuch basiert auf einem Theaterstück von C.P. Taylor. 

