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Der Baader Meinhof Komplex
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Regie
Uli Edel
Drehbuch
Bernd Eichinger
Produzent
Bernd Eichinger
Genre Historien-Drama FSK 12 Filmlänge 150 min Land Deutschland Kinostart 25.09.2008 DVD-Start 12.03.2009 Verleih Constantin Film |
Story
Ende der 1960er Jahre brodelt es in Westdeutschland. Die junge Bevölkerung begehrt gegen die Inne- und Außenpolitik auf und macht ihrem Ärger mit Protesten und Demonstrationen Luft. Ein Sprachrohr der Unzufriedenen ist die Journalistin Ulrike Meinhof, die mit ihren Artikel für kontroverse Diskussionen sorgt. Als bei einer Demo anlässlich des Staatsbesuches des Schahs von Persien 1967 in Berlin der Student Benno Ohnesorg von einem Polizisten erschossen wird, nimmt die Entwicklung eine bedrohliche Wendung. Bis dato waren die Studentenproteste nicht von Gewalt geprägt. Dies sollte sich nun ändern. Rund um den harten Kern Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof, Holger Meins und Jan-Carl Raspe macht bald eine Gruppe mit Banküberfällen und Bombenanschlägen von sich reden, die sich „Rote Armee Fraktion“ nennt. Eine Stadtguerilla nach kommunistischem Vorbild, die sich als Teil des internationalen Antiimperialismus versteht und in der Bevölkerung bald nicht wenig Sympathie genießt. Der Staatsapparat ist aufgeschreckt, kann er doch nicht länger vertuschen, dass hier Kräfte am Werk sind, die die innere Sicherheit massiv bedrohen.
Schauspieler
Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu, Johanna Wokalek, Bruno Ganz, Simon Licht, Jan Josef Liefers, Alexandra Maria Lara, Heino Ferch, Nadja Uhl, Hannah Herzsprung, Niels-Bruno Schmidt, Stipe Erceg, Daniel Lommatzsch, Vinzenz Kiefer, Volker Bruch, Eckhard Dilssner, Bernd Stegemann, Tom Schilling, Katharina Wackernagel, Anna Thalbach, Jasmin Tabatabai, Hans Werner Meyer
Filmkritik von Melanie Frommholz
Terror. Es ist noch nicht allzu lange her, da wussten wir in Deutschland sehr genau wie sich so etwas anfühlt. Nicht wenige erinnern sich noch an die Zeit als auch hierzulande Bomben hochgingen. Der ehemalige Chefredakteur des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ hat als ein Zeitzeuge die Geschehnisse rund um die RAF (Rote Armee Fraktion) in seinem Buch „Der Baader-Meinhof-Komplex“ dokumentiert. Regisseur Uli Edel und Produzent Bernd Eichinger haben sich nun an die Mammutaufgabe gemacht aus diesem Buch, das mittlerweile als Standartwerk geadelt ist, einen Film zu machen. Trotz stolzer 150 Minuten, einem geballten Aufgebot deutscher Schauspielstars und Nachwuchshoffnungen und einer aufwändigen Inszenierung muss man jedoch sagen, dass der Versuch nur bedingt geglückt ist.
Auch Edel und Eichinger war wohl von Beginn an klar, dass ein solch komplexes Thema wie die Aufarbeitung der RAF-Zeit mit ihren drei Generationen und weit über 20 Hauptakteuren in nur einem Kinofilm nicht umfassend zu stemmen ist. Sie entschieden sich daher für eine so genannte „Fetzendramturgie“, die mit geschichtlichen Spotlights arbeitet. Das Erzähltempo wird von Beginn an hoch gehalten, die Ereignisse überschlagen sich und bald ist man als Zuschauer in seinen Sessel gebannt und verfolgt gespannt das schonungslos-brutal gezeigte Geschehen. Wäre „Der Baader-Meinhof-Komplex“ ein gewöhnlicher Polit-Thriller hätte der Film mit dieser Herangehensweise wohl alles richtig gemacht. Doch der Unterhaltungswert war bei diesem Projekt nur einen Teilziel. Der Film wollte sensibilisieren, ein Stück der jüngsten deutsch-deutschen Geschichte wachrufen und einer Generation nahe bringen, die nicht dabei war. 10 Jahre Rote Armee Fraktion lassen sich aber eben einfach nicht umfassend in zweieinhalb Stunden Film packen ohne dass Hintergrundinformationen vernachlässigt werden. Nur wer die Zeit und ihre Protagonisten gut kennt und Zusammenhänge politisch einzuordnen weiß, wird daher nach der ersten halben Stunden der Handlung noch ohne Probleme folgen können. Die drei prominenten Köpfe der ersten RAF-Generation Ulrike Meinhof, Andreas Baader und Gudrun Ensslin erhalten in ihrer Einführung und Beleuchtung noch viel Raum, doch alle anderen Figuren tauchen genauso plötzlich auf, wie sie wieder verschwinden.
Wie auch Stefan Austs Buch, kommentiert auch der Film „Der Baader-Meinhof-Komplex“ nicht. Er zeigt chronologisch die Geschehnisse bis zum „Deutschen Herbst 1977“. Viele mögen daher unbefriedigt das Kino verlassen, da sie eine Reflexion der Ereignisse erwartet hatten. Es ist jedoch ein sehr guter Ansatz, um eine Auseinandersetzung mit der Thematik anzuregen. Auch wenn man insgesamt also die Tiefe in der Handlung vermissen mag, ist „Der Baader-Meinhof-Komplex“ doch ein sehenswerter Beitrag zur jüngeren deutschen Zeitgeschichte.
Wissenswertes
Eine um 20 Minuten längere Version der Kinofassung von "Der Baader-Meinhof-Komplex" wurde als Zweiteiler für das Fernsehen produziert.

Auszeichnungen
Golden Globe-Nominierungen
Bester ausländischer Film
OSCAR-Nominierungen
Bester ausländischer Film
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Kommentare
Philipp schreibt am 15.04.09, 13:37
der film war viel zu brutal für usk 12
da hat die usk mist gemacht
