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Four Lions
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Regie
Christopher Morris
Drehbuch
Christopher Morris, Jesse Armstrong, Sam Bain, Simon Blackwell
Produzenten
Mark Herbert, Derrin Schlesinger
Genre Satire FSK 16 Filmlänge 101 min Land Großbritannien Kinostart 21.04.2011 DVD-Start 30.09.2011 Blu-ray-Start 30.09.2011 Verleih Capelight Pictures |
Story
Eine Gruppe junger britische Möchtegern-Terroristen glauben im Auftrag Allahs unterwegs zu sein und wollen sich dem Heiligen Krieg anschließen. Dabei stoßen sie jedoch gleich auf mehrere Probleme und sind sich untereinander auch nicht sonderlich einig. Vor allem was das Ziel angeht, kommt es innerhalb der Gruppe immer wieder zu Auseinandersetzungen: Während sich der eine den etwas merkwürdigen Plan ausdenkt eine Moschee in die Luft zu jagen, meint ein anderer, dass eine hochgesprengte Apotheke das größte Zeichen setzen würde. Wie auch immer - viel entscheidender ist ja auch erst einmal die Frage, aus was man eine Bombe baut und wo man überhaupt die Materialien dazu herbekommt. Außerdem gilt es streng auf die Anti-Ortungsregeln zu achten, damit man vor dem großen Vorhaben auch bloß nicht enttarnt wird. Also läuft die Terroristengruppe außerhalb der eigenen vier Wände heftig kopfschüttelnd durch die Lande, um nur verwackelte Bilder ihrer Gesichter auf den Überwachungskameras zu produzieren…
Schauspieler
Riz Ahmed, Arsher Ali, Nigel Lindsay, Kayvan Novak, Adeel Akhtar, Benedict Cumberbatch, Julia Davis, Craig Parkinson, Preeya Kalidas, Wasim Zakir, Ohammad Aqil, Chris Wilson, Will Adamsdale, Darren Boyd
Filmkritik von Kathrin Lang
Der Aufschrei, der durch die Reihen ging als Regisseur Christopher Morris seine pechschwarze Terrorismus-Satire erstmals vor Publikum vorstellte, hielt sich vor Kinostart im April 2011 überraschenderweise in Grenzen. In Deutschland war es einzig der bayerische CSU-Abgeordnete Stephan Mayer, der ein Kinoverbot für „Four Lions“ durchsetzen wollte. Warum genau bleibt nach der Sichtung der britischen Satire allerdings weitgehend unklar. Christopher Morris‘ „Four Lions“ enthält viel weniger Konfliktpotential als angenommen und kann weniger als Kritik am Islam verstanden werden, denn als entlarvender Spiegel, der der Gesellschaft ihren stereotypen Umgang mit der Terrorismusgefahr vor Augen führt . Genau an dieser Stelle sind in „Four Lions“ letztlich auch die prägnantesten Szenen verankert: Eine Szene, in der Polizisten eine falsche Zielperson niederschießen weil diese dem gängigen Bild eines Terroristen am ehesten entspricht, hallt nach dem Abspann am Längsten nach.
Auf der anderen Seite legt Christopher Morris zusammen mit seinen Drehbuchautoren Jesse Armstrong, Sam Bain und Simon Blackwell den Fokus auf eine sich dilettantisch anstellende Gruppe an Terroristen. Eine Pointe trifft hier auf die andere. Einige nicht sonderlich helle Köpfe treffen aufeinander, um etwas in die Luft zu sprengen – was genau und wie eigentlich, das weiß keiner so genau. Wichtig ist eigentlich nur, dass sie als Märtyrer in die Geschichte und natürlich ins Paradies eingehen. Als sich ein Gruppenmitglied nur aus Versehen in die Luft sprengt und dabei mehr zufällig eine Schafherde mit sich in den Tod reist, erklärt man ihn beinahe selbstredend zum Märtyrer: er hat heldenhaft die Nahrungskette unterbrochen, keine Frage. Vielerlei dieser Szenen reihen sich in „Four Lions“ nahezu nahtlos aneinander und sorgen für 90 nicht nur sehr lustige Filmminuten, sondern auch für sehr kurzweilige.
„Darf zur heutigen Zeit über Terrorismus gelacht werden?“ – das ist sicherlich keine Frage, die bei „Four Lions“ gänzlich außer Diskussion steht. Christopher Morris scheint jedoch miteinkalkuliert zu haben, dass dem Zuschauer auch einmal das Lachen im Halse stecken bleibt, und trifft damit doppelt ins Schwarze. „Four Lions“ ist keine geistlose Komödie über Selbstmordattentäter, sondern setzt sich auf pechschwarzem Niveau mit dem Terrorismusbild auseinander, das in unserer Gesellschaft propagiert wird, und nimmt zugleich den nicht immer allzu scharfsinnigen Verstand von potentiellen Terroristen aufs Korn.
"Four Lions" erhielt zahlreiche Auszeichnungen und lief auf zahlreichen renommierten Festivals. Unter anderem auf dem Sundance Film Festival sowie dem Monte-Carlo Comedy Film Festival. 