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Henry & Julie - Der Gangster und die Diva
Henry's Crime
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Regie
Malcolm Venville
Drehbuch
Sacha Gervasi, David N. White
Produzenten
Stephen Hamel, Keanu Reeves, Jordan Schur, Lemore Syvan
Genre Krimikomödie FSK 12 Filmlänge 112 min Land USA, 2010 DVD-Start 03.11.2011 Blu-ray-Start 03.11.2011 Verleih SUNFILM |
Story
Henry ist ein gewöhnlicher Typ mit einem gewöhnlichen Job als Kassierer an einer Maud-Stelle. Schon auf der Schule eine netter Loser, hat sein Leben seither keine bedeutende Veränderung erfahren. Träume für die Zukunft hat Henry keine. Als eines Tages sein alter Schulkamerad Eddie vor der Tür steht und ihn fragt, ob er bei einem Softball-Match als Spieler aushelfen könnte, sagt Henry spontan zu. Das Softballspiel entpuppt sich als bewaffneter Banküberfall, bei dem Henry erwischt wird. Da er seine „Komplizen“ nicht verrät, wandert er für drei Jahre in den Knast. Hier lernt er den alten Betrüger Max kennen. Als Max ihn nach seinen Träumen fragt, stutzt Henry und denkt das erste Mal darüber nach, was er eigentlich von Leben will. Wieder draußen beschließt Henry, zusammen mit Max die Bank tatsächlich auszurauben. Zwischen dem Bankgebäude und dem gegenüberliegenden Theater existiert ein geheimer Schmugglergang, den die beiden nutzen wollen. Damit sie ungehinderten Zugang zum Theater haben, bewirbt sich Henry für eine Rolle im aktuellen Stück und wird auch tatsächlich genommen. Doch dann verliebt er sich in die Hauptdarstellerin Julie. Nun steht Henrys Leben endgültig völlig auf dem Kopf.
Schauspieler
Keanu Reeves, Vera Farmiga, James Caan, Judy Greer, Fisher Stevens, Danny Hoch, Bill Duke, Currie Graham, David Costabile
Filmkritik von Melanie Frommholz
Ein bisschen Drama, ein bisschen Gaunerkomödie und ein bisschen romantische Love-Story – „Henry & Julie – Der Gangster und die Diva“ bedient sich bei mehreren Genres und enttäuscht letztlich durch ein „zu wenig“ von allem. Zu wenig Situationskomik, zu wenig Tiefgang, zu wenig Dialogwitz, zu wenig Spiel mit der Absurdität der Geschichte. Neben einem schwachen Drehbuch entpuppt sich der versuchte Genremix als Sargnagel zur Arbeit von Regisseur Malcolm Venville. Das Drehbuch-Team, bestehend aus Sacha Gervasi und David N. White, macht aus der im Grunde ansprechenden Idee eines Jedermanns, der einen absurden Traum verwirklichen will, eine belanglose Geschichte ohne Originalität. Henrys Beweggründe bleiben ein ungelöstes Rätsel hinter der Fassade seiner stoischen Ruhe. Die Storyline entwickelt sich vorhersehbar und frei von Highlights. Alles fügt sich hier viel zu leicht in einander. Der Umstand, dass Henry und Max im Theater nicht einmal in die Verlegenheit geraten, den Lärm oder den Bauschutt, den die Tunnelarbeiten verursachen, erklären zu müssen, spricht Bände für einen uninspirierten und langweiligen Verlauf der Handlung. Malcolm Venville versteht es nicht, die wenigen guten Ansätze, die das Drehbuch bietet, auszunutzen, um mit seiner Inszenierung doch noch Spannung und Schwung in das Ganze zu bringen. Hätte wenigstens die Liebegeschichte zwischen Henry und Julie alias Keanu Reeves und Vera Farmiga funktioniert, dann wäre man eventuell noch etwas milde gestimmt worden. Doch hier wird dem Film zum Verhängnis, dass die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern nicht stimmt. Reeves und Farmiga versuchen zwar ihr bestes, aber es funkt einfach nicht. Zudem bietet das Drehbuch den beiden Schauspielern in Sachen Charakterzeichnung wenige Facetten, mit denen sie hätten arbeiten können. Einzig James Caan als alternder Gauner Max vermag mit seiner charmanten Art positive Akzente zu setzen.
Warum sollte man sich für die merkwürdigen Träume eines Jedermanns interessieren? Malcolm Venville und seine Drehbuchautoren hatten darauf keine Antwort. „Henry & Julie – Der Gangster und die Diva“ bleibt die elegant und gepflegt gefilmte, langweilige Geschichte eines Langweilers, die man getrost verpassen darf.
"Henry & Julie - Der Gangster und die Diva" ist die zweite Spielfilm-Regiearbeit von Malcolm Venville.