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Der Mann, der über Autos sprang
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Regie
Nick Baker Monteys
Drehbuch
Nick Baker Monteys
Produzenten
Andreas Born, Gloria Burkert, Andreas Bareiss
Genre Drama FSK 6 Filmlänge 105 min Land Deutschland Kinostart 09.06.2011 DVD-Start 12.11.2011 Verleih Arsenal Film Foto: Ophir Film / Volker Roloff |
Story
Julian flieht aus einer psychiatrischen Anstalt, um zu Fuß von Berlin nach Süddeutschland zu gehen. Er glaubt, so dem herzkranken Vater seines besten Freundes helfen zu können. Wenn die Energie nur richtig fließt, so Julians Idee, kann Menschen geholfen werden. Es ist ihm wichtig, diese Reise zu beginnen, um so vielleicht auch etwas wieder gutmachen zu können.
Kurz nach seinem Aufbruch trifft er auf die junge Assistenzärztin Ju, die gerade eine Patientin, ein kleines Mädchen, an den Krebs verloren hat und feststellen muss, dass sie nichts mehr fühlt. Da kommt Julian nur recht, der ihr eine ungewöhnliche Tür öffnet. Sie begleitet ihn kurzerhand und lässt sich auf eine ganz besondere Reise ein. Eine Reise in sich selbst…
Schauspieler
Robert Stadlober, Jessica Schwarz, Martin Feifel, Anna Schudt, Mark Waschke, Robert Schupp, Irene Rindje, Justus Carriere, Simon Licht
Filmkritik von Thomas Ays
Es ist der erste Langfilm von Nick Baker Monteys für die große Leinwand: Ein besserer Einstand hätte sich wohl nicht finden lassen.
Es sind noch nicht viele Filmminuten verstrichen, da weiß man, dass man einen Film erlebt, der mehr ist, als nur ein Film. Es ist die Geschichte einer Reise. Eine, die physisch in Berlin beginnt und in Süddeutschland endet und eine, die in den Figuren schon lange begonnen hat, nun aber zu Ende gegangen werden muss. Entweder das, oder man läuft Gefahr, innerlich abzusterben, wie das bei der Assistenzärztin Ju der Fall ist. Sie sagt, sie habe kein Herz mehr, keine Emotion. Was gibt es Schlimmeres? Jessica Schwarz spielt diese Frau mit einer ungeheuren Mischung aus Sympathie, Authentizität und Kraft. Man glaubt ihr jedes Wort, das sie spricht, jede Bewegung und jede Handlung, die sie vollführt. Ihre Leistungen in diesem Film zeigen erneut, was für eine fantastische Schauspielerin sie ist. An ihrer Seite ist ein stiller, aber ebenso glaubhafter Robert Stadlober als Julian zu sehen. Wir wissen, wie natürlich dieser Mime sein kann und auch in „Der Mann, der über Autos sprang“ beweist Stadtlober, aus welchem Holz er geschnitzt und zu welchen Leistungen er in der Lage ist. Auch Martin Feifel als cholerischer Kripo-Beamter und Anna Schudt als stille Hausfrau und Mutter tragen ihren wichtigen Teil zum Gelingen dieser Geschichte bei.
Nick Baker Monteys hat eine poetische und ergreifende Geschichte geschrieben, die er noch dazu mit beeindruckenden und großartigen Bildern schmückte. Der ganze Film wirkt unglaublich edel, was den Umstand der bewegenden Handlung nur noch unterstreicht. Zwar war die Liebesgeschichte vollkommen unnötig und trübt den Gesamteindruck ein wenig, insgesamt gesehen ist hier jedoch fantastisches deutsches Kino entstanden. Hoffen wir auf weitere, derart kunstvolle, poetische Kino-Unterhaltung von Nick Baker Monteys. Wir brauchen Poesie in unserem Leben und Menschen, die in der Lage sind, sie zu erzeugen.
Das Drehbuch von Nick Baker Monteys wurde mit dem Max Ophüls Preis 2011 ausgezeichnet.