Alles Koscher!

The Infidel

Filmplakat Alles Koscher!
Regie Josh Appignanesi  Drehbuch David Baddiel  Produzenten Arvind Ethan David, Uzma Hasan, Stewart Le Marechal 
Genre Komödie  FSK 12  Filmlänge 105 min
Land Großbritannien  Kinostart 30.06.2011  DVD-Start 02.12.2011  Verleih Senator Film

Story

Der Muslim Mahmud Nasir fällt aus allen Wolken, als er nach dem Tod seiner Eltern erfährt, dass er kurz nach seiner Geburt adoptiert wurde. Es kommt jedoch noch schlimmer: Nicht nur, dass die Tatsache adoptiert zu sein, für ihn völlig neu ist, es stellt sich auch noch heraus, dass seine leiblichen Eltern Juden sind und sein ursprünglicher Name Solly Shimshillewitz lautet. Nun ist Mahmud zwar kein allzu strenggläubiger Moslem, die Tatsache, dass er Jude ist, wirft ihn schließlich aber doch völlig aus der Bahn. Kurzerhand beschließt er, seinen noch lebenden Vater treffen zu wollen. Da dieser allerdings schon reichlich angeschlagen und labil im Krankenhaus liegt, hält es der betreuende Rabbi jedoch für angebracht, dass Mahmud sich die Eigenschaften eines Juden aneignet, bevor er vor seinen leiblichen Vater tritt. Also sucht Mahmud Rat bei seinem jüdischen Nachbarn und lässt sich von ihm das kleine 1x1 des Judentums beibringen…

Schauspieler

Alles Koscher! Omid Djalili, Richard Schiff, Archie Panjabi, Amit Shah, Matt Lucas, Yigal Naor, Stewart Scudamore, James Floyd, Leah Fatania, Mina Anwar, Soraya Radford, Ravin J. Ganatra, Christian Lees

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 4 von 5 Ms Alles Koscher! Der Plot des Filmes fokussiert sich auf einen Moslem, der plötzlich erfahren muss, dass er von einem muslimischen Ehepaar nur adoptiert wurde, eigentlich aber jüdische Wurzeln hat. Der Protagonist gerät im Folgenden in eine schwere Identitätskrise und muss sich mit der Frage "Bin ich Mahmud Nasir oder Solly Shimshillewitz?" auseinandersetzen. Eigentlich Ausgangssituation genug, um aus „Alles Koscher!“ einen tiefsinnigen Film über Religionskonflikte oder eine bedeutungsschwere Abhandlung über religiösen Glauben im Allgemeinen zu machen. All das will „Alles Koscher!“ jedoch nicht sein. Schon früh wird dem britischen Film jeglicher ernsthafter Ansatz genommen, indem jede ernste Tonlage sofort durch einen starken Witz im Keim erstickt wird. „The Infidel“ ist von der ersten Szenen an kein Religionsdrama, auch keine Satire, sondern eine pure Komödie über einen Mann, der zwischen zwei Kulturen steht.

Nun kann man dieser Tatsache, angesichts der tatsächlichen Ereignisse in Palästina, zwiegespalten gegenüber getreten. Nicht jeder muss das lustig finden, was sich Drehbuchautor David Baddiel ausgedacht hat und was von Josh Appignanesi in Szene gesetzt wurde. „Alles Koscher!“ wird es sich nicht völlig unbegründet gefallen lassen müssen, von der einen oder anderen Stimme als geschmacklos betitelt zu werden. Wer jedoch Abstand nehmen und „Alles Koscher!“ als das sehen kann, was er nun mal ist – ein Film, der in seinem Rahmen als Unterhaltungsmedium nicht nur funktioniert, sondern auch fungiert – der wird großen Spaß an der britischen Komödie haben.

Hauptdarsteller, und Kernelement des Films, Omid Djalili ist hierzulande ein weitgehend unbekanntes Gesicht. Recherchiert man jedoch ein wenig, stößt man schon bald auf eine Information, die nach „Alles Koscher!“ kaum mehr überrascht: In Großbritannien ist Omid Djalili schon längst ein gefeierter und erfolgreicher Comedystar, der sogar mit eigner Show auf Sendung geht. Die Komik ist Djalili angeboren, das merkt man jeder Phase seines Schauspiels an. Er beherrscht nicht nur seine Gestik wie ein gefuchster Comedygott, sondern vor allem auch seine Mimik. Während er mit den vielen Stereotypen zweier unterschiedlicher Kulturen jongliert, findet er in seiner Mimik immer wieder genau den Ausdruck, der auch ohne viele Worte eigentlich schon alles sagt. Dennoch tragen auch die Dialoge maßgeblich zum Gelingen der Komödie bei. David Baddiels Drehbuch ist kurz und schmerzlos, manchmal gnadenlos – immer genau auf den Punkt, genau wie auch die Mimik Djalilis.

Leider verliert sich „Alles Koscher!“ zum Schluss hin immer mehr in einer nur all zu konstruierten Geschichte und findet letztlich zu einem recht lahmen Ende, das durchaus etwas weniger „happy“ hätte ausfallen können. Dennoch ist Josh Appignanesi und David Baddiel mit „Alles Koscher!“ eine herrlich bissige und großartig lustige Komödie gelungen, bei der der Gang ins Kino allemal lohnt.

Wissenswertes

Alles Koscher! "Alles Koscher!" wurde im englischen Original gesehen und bewertet.



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